Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Reiseveranstalter beschleunigen Rückkehr der Urlauber aus Ägypten

Tschechische Reiseveranstalter beschleunigen die Rückkehr der Urlauber aus Ägypten. Sie befürchten, dass sich die Sicherheitssituation insbesondere im Badeort Hurghada Ende der Woche verschlechtern wird. Touristen, die mit der Reiseagentur Exim Tours nach Ägypten gereist sind, sollen alle am Donnerstag in die Heimat zurückkehren. Am Montag soll die Mehrheit der Klienten der Reiseagentur CK Fischer aus Ägypten zurück nach Tschechien fliegen. Die Reisebüros Čedok und CK Alexandria haben in Hurghada keine Urlauber mehr.

Die größten tschechischen Reiseveranstalter haben alle Reisen nach Ägypten am vergangenen Freitag abgesagt. Sie reagierten auf die Empfehlung des tschechischen Außenministeriums, das die tschechischen Bürger aufforderte, keine Reisen nach Ägypten zu unternehmen.

Abgeordnetenhaus wird sich höchstwahrscheinlich auflösen

Das Abgeordnetenhaus wird am Dienstagnachmittag aller Wahrscheinlichkeit nach seine Auflösung billigen. Damit wäre der Weg zu vorgezogenen Neuwahlen eröffnet. Die Vertreter der Sozialdemokraten (ČSSD), der Partei Top 09, der Kommunisten (KSČM) und der Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV) behaupten, dass alle ihre Abgeordneten anwesend seien und die Auflösung unterstützen werden. Die Parteien verfügen zusammen über mehr als 120 Stimmen, die für die Auflösung erforderlich sind.

Die Sitzung des Abgeordnetenhauses, auf der über seine Auflösung verhandelt wird, begann bereits am Freitag. Präsident Miloš Zeman kündigte zuvor an, dass die vorgezogenen Neuwahlen am 25. und 26. Oktober stattfinden könnten.

ODS unterstützt Auflösung des Abgeordnetenhauses nicht

Die bürgerdemokratischen Abgeordneten werden am Dienstag die Auflösung des Abgeordnetenhauses höchstwahrscheinlich nicht unterstützen. Den Worten der ODS-Vizevorsitzenden Miroslava Němcová zufolge empfahl die Parteiführung den Abgeordneten, für die Auflösung nur dann zu stimmen, wenn einige Gesetzentwürfe zuvor gebilligt würden. Dies sei nicht passiert, so die Bürgerdemokratin. Die ODS-Führung ist jedoch nicht einheitlich. Der ODS-Vizechef Jiří Pospíšil erklärte, er unterstütze die Auflösung des Abgeordnetenhauses, werde sich aber der innerhalb der ODS herrschenden Mehrheitsmeinung unterordnen.

Schwarzenberg: Verteidigung der Demokratie ist Top-Wahlkampfthema

Der Vorsitzende der Partei Top 09, Karel Schwarzenberg, bezeichnete die Auseinandersetzung mit Präsident Miloš Zeman und dessen Versuche, die Verfassung zu missbrauchen, als das Top-Wahlkampfthema. Eigentlich habe er Europawahlkampf führen wollen, nun aber gehe es um die Verteidigung der parlamentarischen Demokratie, so Schwarzenberg in einem Interview für das österreichische Wochenblatt Profil.

Schwarzenberg kommentierte auch die Affäre um den Fall von Ex-Premier Petr Nečas. Der Expremier tue ihm leid. Seine Bürochefin sei eine Versuchung gewesen, die der strebsame Schüler Nečas während seiner Schulzeit nie ausgesetzt gewesen sei. Als er dann mit dieser Versuchung als Erwachsener konfrontiert wurde, sei er machtlos gewesen, erklärte der ehemalige Außenminister.

ODS-Kandidaten unterschreiben vor Abgeordnetenhauswahlen ethischen Kodex

Die Demokratische Bürgerpartei (ODS) wird verlangen, dass alle ihre Kandidaten für die Abgeordnetenhauswahlen einen ethischen Kodex unterschreiben. Dem Kodex zufolge wird der Abgeordnete beispielsweise verpflichtet sein, auf sein Mandat zu verzichten, wenn er in einem Gerichtsprozess verurteilt worden war. Dies teilte der amtierende ODS-Chef Martin Kuba am Montag mit. Die Parteiführung einigte sich zudem auf Regeln für die Zusammenstellung der Kandidatenlisten. Die vollständigen Kandidatenlisten will die ODS Anfang September veröffentlichen.

Tschechische Bahnen treffen strengere Sicherheitsmaßnahmen wegen eventueller Gefahr der Terroranschläge

Wegen der drohenden Gefahr eventueller Terroranschläge haben die Tschechischen Bahnen (CD) strengere Sicherheitsmaßnahmen bei den Zügen getroffen, die grenzüberschreitend in Europa verkehren. Dies teilte ein Sprecher der staatlichen Schienennetzverwaltung (SŽDC) am Montag mit. Eine Warnung vor eventuellen Anschlägen erhielt die Schienennetzverwaltung vor einigen Tagen von den Sicherheitsbehörden des Landes. Dem Inlandsgeheimdienst BIS zufolge drohe jedoch Tschechien keine unmittelbare Anschlaggefahr. Wie BIS-Sprecher Jan Šubert erklärte, habe man von den ausländischen Partnern keine Informationen darüber erhalten, dass auch für Tschechien eine erhöhte Anschlagsgefahr gelte. Das eventuelle Risiko für das Land bestehe nur deshalb, weil Tschechien Mitglied der euroatlantischen Zivilisation, Bestandteil einer breit angelegten internationalen Antiterrorkoalition und ein Nato-Mitglied ist, so der Sprecher.

Ex-Präsident Klaus kehrt in die Politik nicht zurück

Ex-Präsident Václav Klaus hat nicht vor in die Politik zurückzukehren. Dies teilte der langjährige Mitarbeiter des Ex-Präsidenten, Ladislav Jakl, am Montag mit. Über eine eventuelle Rückkehr des Ex-Präsidenten in die Politik wurde in letzter Zeit in den Medien spekuliert. Klaus wolle auch keine neue politische Partei gründen, sagte Jakl.

Fast drei Viertel der tschechischen Bevölkerung wünschen sich nicht, dass Ex-Präsident Klaus in die Politik zurückkehrt. Dies geht aus den jüngsten Meinungsumfragen hervor, die von den Agenturen Medium und STEM/MARK im Auftrag des Tschechischen Fernsehens durchgeführt wurden.

Polizei ermittelt gegen einen ehemaligen kommunistischen Geheimdienstler

Die Polizei ermittelt gegen einen ehemaligen kommunistischen Geheimdienstler. Ihm wird vorgeworfen, Flüchtlinge an fingierten westlichen Grenzanlagen gefangen zu haben. Über den Fall berichtete die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ (MfD) in ihrer Montagausgabe. Der heute 92-jährige Evžen Abrahamovič gehörte Polizeiinformationen zufolge zu StB-Mitarbeitern, die die Geheimdienstaktion „Grenzstein“ geleitet haben. Nachdem die Kommunisten im Februar 1948 die Macht in der Tschechoslowakei übernommen hatten, bereitete der Geheimdienst (StB) eine Falle für Republikflüchtlinge vor. An fingierten westlichen Grenzanlagen mit US-Flaggen und Polizisten, die Uniformen der US-Soldaten trugen, sollten die Flüchtlinge den Eindruck bekommen, dass sie sich bereits im Westen befinden. Darauf fielen viele Flüchtlinge rein und landeten danach im Gefängnis. Die Geheimdienstaktion wurde Anfang der 1950er Jahre beendet, nachdem sich die US-Diplomaten über den Missbrauch US-amerikanischer Symbole beschwert hatten.

Auf die Geheimdienstaktion „Grenzstein“ machte der Historiker Igor Lukeš von der Boston University vor zwei Jahren aufmerksam. Die tschechische Polizei hat danach Ermittlungen aufgenommen. Neben Abrahamovič wird noch ein weiteres ehemaliges StB-Mitglied Emil Orovan verdächtigt, die Aktion geleitet zu haben. Die tschechische Polizei ersuchte Interpol um Zusammenarbeit bei der Fahndung nach Orovan, da er angeblich ins Ausland gegangen sei.

Keine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ehemaligen Prager Polizeichef

Der ehemalige Chef der Prager Stadtpolizei, Vladimír Kotrouš, ist mit seinem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Höchsten Gerichtshof gescheitert. Die Verurteilung zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen der Annahme von Bestechungsgeldern bleibt damit weiterhin gültig. Der Berufungsantrag sei unbegründet gewesen, erklärte ein Sprecher des Gerichts.

Kotrouš hatte von einer Autowerkstatt 1,2 Millionen Kronen (48.000 Euro) für die Vergabe eines Wartungsvertrags für die Fahrzeuge der Stadtpolizei verlangt. In einer ersten Tranche hatte der Polizeichef 200.000 Kronen (8.000 Euro) erhalten. Nach der Übergabe der zweiten Tranche in Höhe von 150.000 Kronen (6.000 Euro) hatte die Polizei Kotrouš in seinem Dienstwagen verhaftet. Der Polizeichef wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft und zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 400.000 Kronen (16.000 Euro) verurteilt. Daneben darf er fünf Jahre lang nicht mehr in der Sicherheitsbranche tätig sein.

Tschechische Bahnen wollen Kauf von Railjet-Schnellzügen stoppen

Der Aufsichtsrat der Tschechischen Bahnen (ČD) soll am Donnerstag den Kauf von acht Schnellzuggarnituren Railjet der Firma Siemens im Wert von 2,8 Milliarden Kronen (112 Millionen Euro) untersagt haben. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin E15 und die Tageszeitung Maldá Fronta Dnes am Montag. Die Tschechischen Bahnen hatten erst Ende Juni mit Siemens eine Verlängerung der Kaufoption ausgehandelt. Man wolle die Verschuldung des Transportunternehmens nicht weiter forcieren, so der Generaldirektor der Bahnen, Dalibor Zelený. Das Unternehmen müsse mit der Modernisierung voranschreiten, aber dabei mehr Wert auf die billigere Umrüstung der Fahrzeuge setzten anstatt teure und luxuriöse Züge einzukaufen, so Zelený.

Die Tschechischen Bahnen hatten bereits sieben Railjet-Garnituren geordert, die auf der Strecke Prag-Wien-Graz zum Einsatz kommen sollen. Zum Kaufvertrag gehörte die Kaufoption für acht weitere Züge. Den Vertrag hatte der tschechische Hersteller Škoda-Transportations kritisiert, da er ohne Ausschreibung zustande gekommen sei. Man selbst habe vergleichbarere und billigere Züge anbieten wollen, ließ das Unternehmen verlauten.

Tschechisches Unternehmen kauft Braunkohletagebau in Deutschland

Die tschechische Energie- und Industrieholding (EPH) bereitet sich darauf vor, vom Energiekonzern E.ON das Helmstedter Braunkohlerevier zu kaufen. Zu dem Areal gehört auch das Kraftwerk Buschhaus. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt. Laut den Informationen der Zeitung stehe der Abschluss des Verkaufs unmittelbar bevor, die Mitarbeiter des Reviers seien bereits am 12. Juli über einen bevorstehenden Eigentümerwechsel informiert worden.

EPH gehört bereits die Firma Mibrag in Sachsen-Anhalt. Dort wird ebenfalls Braunkohle im Tagebau gefördert. Der Kaufpreis für das Helmstedter Revier wurde bisher nicht bekannt. E.ON wollte den Deal weder bestätigen noch dementieren, EPH ließ nur verlauten, man befinde sich in Verhandlungen.

Fotograf Koudelka schenkt dem Prager Kunstgewerbemuseum seine Fotosammlung

Der international anerkannte Fotograf Josef Koudelka wird eine Sammlung seiner Fotografien der Tschechischen Republik schenken. Der Fotograf hat einen entsprechenden Schenkungsvertrag mit dem Prager Kunstgewerbemuseum geschlossen. Dies teilte eine Sprecherin des Museums am Montag mit. Der erste Teil der Sammlung, die insgesamt 537 Fotografien umfasst, wird binnen sechs Monate nach Prag gebracht. Der zweite Teil der Sammlung wird zurzeit bei Koudelkas Ausstellungen gezeigt und soll erst später nach Prag transportiert werden. Der Wert der Fotosammlung schätzen die Experten auf mehrere Millionen Kronen.

Koudelka ist vor allem durch seine Fotos vom Einmarsch der Warschauer Pakttruppen in die Tschechoslowakei im August 1968 bekannt geworden. Die Bilder wurden nach Paris zur Fotoagentur Magnum geschmuggelt und anonym publiziert. Koudelka flüchtete 1970 nach Großbritannien, wo er zehn Jahre lang lebte. Er arbeitete seit den 1970er Jahren für die Fotoagentur Magnum. Seit 1980 lebt der Fotograf in Paris.

Radsport: Štybar gewinnt Eneco Tour

Der tschechische Radprofi Zdeněk Štybar hat die einwöchige Eneco Tour gewonnen. Der zweifache Radcross-Weltmeister sicherte sich am Sonntag den Gesamtsieg der Tour durch die Niederlande und Belgien mit 26 Sekunden Vorsprung vor dem Niederländer Tom Dumoulin. Štybar erklärte, es sei für ihn wie ein Traum gewesen. Für den 27-jährigen Radprofi stellt der Sieg in der Eneco-Tour den größten Erfolg in seiner Sportkarriere auf der Straße dar. Zuvor hatte er sich vor allem im Radcross einen Namen gemacht.

Wetter am Dienstag, 20.8.: bedeckt mit Schauern, 19 - 23 Grad Celsius

Am Dienstag ist es in Tschechien teils bewölkt, teils bedeckt mit Schauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 19 und 23 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter bei 13 Grad Celsius.