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Präsident Zeman beendet Gespräche zur Unterstützung der Regierung

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat seine Gespräche mit den Fraktionschefs im Abgeordnetenhaus über die Unterstützung der neuen Interimsregierung beendet. Die kommunistische Partei (KSČM) und die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV) signalisierten dabei eine mögliche Zustimmung für das Kabinett von Premier Jiří Rusnok. Sie wollen aber beide erst Anfang August eine definitive Entscheidung treffen. Die Sozialdemokraten (ČSSD) verwiesen darauf, dass innerhalb ihrer Partei noch weiter über das Thema diskutiert werde. Die konservative Bürgerdemokratische Partei (ODS) sowie die liberal-konservative Top 09 schlossen hingegen - wie erwartet - eine Zustimmung zur Rusnok-Regierung aus. Die Vertrauensfrage wird wahrscheinlich am 8. August gestellt.

Wie die Tageszeitung Mladá fronta Dnes berichtete, soll Zeman bei den Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden der ehemaligen Regierungsparteien ODS und Top 09 über ein Vorgehen nach einem möglichen Scheitern der Vertrauensabstimmung gesprochen haben. Sollte die Rusnok-Regierung nicht das Vertrauen der Abgeordneten erhalten, käme demnach auch die Variante einer bürgerlichen Übergangsregierung in Frage. Dafür müssten die Bürgerlichen aber noch einmal die Unterschriften aller 101 Abgeordneten einreichen, die für ein solches Kabinett stimmen wollen.

EU genehmigt 400 Millionen Euro für Modernisierung von Bahnstrecken

Tschechien erhält insgesamt über 400 Millionen Euro aus EU-Fonds für die Modernisierung von Eisenbahnstrecken. Laut der Mitteilung der Europäischen Kommission vom Dienstag ist das Geld zum einen für die 30 Kilometer lange Strecke von der tschechisch-polnischen Grenze bis Český Těšín / Teschen bestimmt. Der andere Teil der Summe fließt in rund 24 Kilometer zwischen Beroun / Beraun und Zbiroh an der Hauptstrecke von Prag nach Plzeň / Pilsen. Diese Ost-West-Verbindung soll so ausgebaut werden, dass Züge dort mit bis zu 155 Stundenkilometern fahren können.

Datenpanne bei Bank: Angaben von 47.0000 Kunden wurden zugänglich

Personenbezogene Daten von Kunden der Komerční banka sind für andere Kunden der Bank zugänglich gewesen. Durch einen technischen Fehler waren rund 47.000 Namen einzusehen, berichtete der Tschechische Rundfunk am Dienstag in seinen Inlandssendungen. Ein Hörer hatte auf die Datenpanne aufmerksam gemacht. Er sagte, er sei beim Online-Banking an Namen, Adressen und weitere Daten über Alterszusatzversicherungen gelangt. Unter anderem seien darunter auch Informationen über den ehemaligen Finanzminister Miroslav Kalousek gewesen. Die Komerční banka blockierte darauf den Zugang zur Datensammlung. Es seien keine Angaben über Bankkonten und Verträge an die Öffentlichkeit gelangt, sagte eine Sprecherin des Kreditinstituts. Der Datenschutzbeauftragte kündigte eine Untersuchung des Falls an.

Modernisierung der D1: Bauarbeiten an umstrittenem Abschnitt wieder aufgenommen

Auf der Autobahn D1 wurden am Dienstag wieder die Arbeiten an einem neun Kilometer langen Stück aufgenommen, das modernisiert werden soll. Die zuständige Baufirma hatte die Arbeiten eingestellt und Nachzahlungen gefordert, weil ihre Kostenberechnungen über denen des Staates liegen. Verkehrsminister Zdeněk Žák hatte danach der Firma mit der Aufkündigung des Vertrags gedroht. Vertreter aus dem Ministerium und von der Autobahn- und Straßendirektion wollen sich am Dienstag vor Ort ein Bild machen, um die möglichen Mehrkosten abzuschätzen. Das betreffende Teilstück befindet sich zwischen Lhotka und Velká Bíteš / Groß Bittesch auf der Böhmisch-Mährischen Höhe.

Die D1 ist die Hauptverkehrsader des Landes und soll innerhalb der nächsten Jahre generalüberholt werden. Mit den Reparaturarbeiten wurde Anfang Mai begonnen.

Tschechischer Zoll zu Razzia gegen Schmuggler: Nashorn-Trophäen kamen aus Südafrika

Der tschechische Zoll hat am Dienstag seinen Schlag gegen den Schmuggel von Nashorntrophäen erläutert. Demnach fassten die Beamten eine internationale Bande, die tschechische Jäger als Safari-Touristen nach Südafrika schickte. 15 Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher des Zolls am Dienstag mitteilte. Die Jäger hatten stark geschützte Breitmaulnashörner erlegt und die Hörner unter falschen Angaben als Trophäen für nichtkommerzielle Zwecke zurückgebracht. Tatsächlich waren sie für den Schwarzmarkt in Südostasien bestimmt, wo das Horn als Statussymbol und vermeintliches Heilmittel begehrt ist. Die am Flughafen in Prag beschlagnahmten 24 Hörner haben den Angaben zufolge einen Schwarzmarktwert von umgerechnet vier Millionen Euro.

Eurobarometer: Tschechen weiter europaskeptisch

Die tschechischen Bürger sind stark europaskeptisch, obwohl sie von der Wirtschaftskrise in der EU vergleichsweise gering betroffen sind. Dies geht aus dem neuesten Europabarometer hervor. So fühlen sich nur 54 Prozent der Tschechen als Europäer, während es in Deutschland zum Beispiel 73 Prozent sind und in Luxemburg sogar 88 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei 57 Prozent, am Ende rangieren die Griechen mit 44 Prozent. Auch ist hierzulande nur eine Minderheit optimistisch, was die Zukunft der Europäischen Union anbetrifft: Mit 42 Prozent liegt Tschechien in der zweiten Hälfte aller 28 EU-Staaten. Auf dem drittletzten Platz liegen die Tschechen in der Frage, ob sie für den Euro als gemeinsame Währung sind. Nur 25 Prozent konnte diese Aussage unterstützen. Nur in Schweden (19 Prozent) und Großbritannien (15 Prozent) findet der Euro noch weniger Anklang.

Polizei lässt Fälscherwerkstatt für Diplome und Abiturszeugnisse auffliegen

Ein Mann aus Mittelböhmen soll einen illegalen Handel mit gefälschten Hochschuldiplomen und Abiturszeugnissen betrieben haben. Der 36-jährige Verdächtige habe die Dokumente in einem geheimen Labor hergestellt und für bis zu 80.000 Kronen (3200 Euro) verkauft. Selbst habe der Mann unberechtigterweise einen Ingenieurstitel genutzt, sagte eine Polizeisprecherin. Ihm drohen bis zu drei Jahre Gefängnis. Die Polizei ermittelt zudem gegen die Käufer der Dokumente.

Die gefälschten Diplome und Zeugnisse seien nur von Experten von Originalen zu unterscheiden gewesen, hieß es. Der Verdächtige soll in den vergangenen fünf Jahren in ganz Tschechien mehrere Dutzend der Fälschungen verkauft haben. Dabei habe er Spezialpapier mit Wasserzeichen sowie 30 unterschiedliche Stempel von Hochschulen, Gymnasien, Finanzämtern und Notaren genutzt.

Brünn: Industriegebäude brennt nieder

Im südmährischen Brno / Brünn ist am Dienstag ein altes Industriegebäude abgebrannt. Wegen starker Rauchentwicklung sperrte die Feuerwehr die Straße ab, in der sich das Gebäude befindet. Die Höhe des Sachschadens stehe noch nicht fest, sagte eine Feuerwehrsprecherin. Auch ein angrenzendes Gebäude sei beschädigt worden, hieß es.

Umfrage: Nur 28 Prozent der Tschechen erholen sich im Urlaub

Die tschechischen Bürger erholen sich immer weniger bei ihren Urlaubsreisen. Waren es 2008 noch 39 Prozent, lag die Zahl im vergangenen Jahr nur noch bei 28 Prozent. Der Trend gehe dabei zu einer immer kürzeren Dauer des Urlaubs bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen. Dies hat eine Umfrage ergeben, die die Unternehmensberatungsagentur Zamestnanci.cz nun veröffentlicht hat. Die Agentur hatte ihre Erhebungen in den Jahren 2008 und 2012 durchgeführt und die Ergebnisse verglichen. Insgesamt wurden über 15.000 tschechische Bürger befragt.

Ausstellung mit tschechischer Hilfe: flämische Malerei über Bruegel-Familie in Breslau

Mit tschechischer Hilfe ist die bislang größte Ausstellung zur flämischen Malerdynastie der Bruegels entstanden. Die Ausstellung ist seit Dienstag im Schloss der polnischen Stadt Wrocław / Breslau zu sehen. Von tschechischer Seite beteiligte sich die Kulturinitiative „Art for Public“. Viele der mehr als 120 ausgestellten Werke stammten aus privaten Sammlungen und würden zum Teil erstmals seit vielen Jahren öffentlich gezeigt, wie Ausstellungskuratorin Monika Burian Jourdan sagte. Zu sehen sind vor allem Bilder der Bruegel-Familie aus dem 16. und 17. Jahrhundert, aber auch mit Hieronymus Boschs „Die sieben Todsünden“ eines der insgesamt bekanntesten Werke flämischer Malerei.

Das Wetter am Mittwoch, 24.7.: erst schön, später Gewitter, bis 32 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien zunächst weitestgehend heiter bis wolkenlos. Im Laufe des Tages kommen im böhmischen Landesteil von Südwesten her dann Quellwolken auf, mit nachfolgend örtlichen Schauern oder Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 29 und 32 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 24 Grad Celsius erreicht.