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Designierter Finanzminister Fischer tilgt Schulden aus Präsidentschaftskandidatur

Der designierte tschechische Finanzminister Jan Fischer hat nur einen Tag vor seiner Vereidigung seine Schulden beglichen. Auf einem Spendenkonto Fischers gingen am Dienstag nach Bankangaben zwei Millionen Kronen (80.000 Euro) ein. Der Statistik-Experte hatte sich im Wahlkampf um die Präsidentschaft finanziell verausgabt, das Rennen im Januar aber trotzdem an Miloš Zeman verloren. Fast ein halbes Jahr nach der ersten Direktwahl des Präsidenten in Tschechien hat damit der letzte Bewerber seine Schulden aus dem Wahlkampf bezahlt. Zuletzt hatten Fischers Schulden bei rund fünf Millionen Kronen (umgerechnet 200.000 Euro) gelegen. Der ehemalige Premier konnte diese innerhalb einer Woche komplett begleichen.

Premier Jiří Rusnok hatte Fischer am Montag zu seinem Stellvertreter und Ressortchef für Finanzen erklärt. Der designierte Minister versicherte danach vor Journalisten, seine noch ausstehenden Schulden bis Dienstag zu tilgen.

Präsident Zeman verabschiedet Kabinett Nečas

Präsident Miloš Zeman hat am Montagabend die Mitglieder des scheidenden Kabinetts Nečas auf der Prager Burg empfangen und ihnen für ihre geleistete Arbeit gedankt. Zu dem Empfang waren allerdings nur fünf der insgesamt 17 Regierungsmitglieder gekommen, einer von ihnen war Ex-Premier Petr Nečas selbst. Neben Nečas folgten auch Umweltminister Tomáš Chalupa der Einladung sowie Bildungsminister Petr Fiala, Verteidigungsminister Vlastimil Picek und der Minister ohne Portefeuille, Peter Mlsna. Entschuldigen ließen sich hingegen alle Minister der Partei Top 09 sowie die Vorsitzende der Partei Lidem und scheidende Vizepremierministerin, Karolína Peake.

Am Mittwochvormittag will Präsident Zeman das Kabinett des neuen Premiers Jiří Rusnok vereidigen. Als einziger der Minister des Kabinetts Nečas wird Vlastimil Picek auch der neuen Regierung angehören.

Energieregulierungsbehörde: Solarparks haben Fehler in Finanzierung

Bei den größten tschechischen Solarparks bestehen Fehler in der Finanzierung. Die Energieregulierungsbehörde hatte 30 Anlagen kontrolliert, bei allen haben sich laut der Vorsitzenden der Behörde, Alena Vitásková, Unzulänglichkeiten gezeigt. 28 Fälle seien dabei ernster Natur, wie Vitásková am Dienstag in Prag sagte. Ihr Amt werde in den nächsten Monaten analysieren, ob die Fehler zum Lizenzentzug führen. Schon jetzt aber hegt die Behörde in zwei Fällen den Verdacht auf Betrug. Diese Fälle seien den Ermittlungsbehörden übergeben worden, hieß es. Kontrolliert wurde unter anderem auch die größte bestehende Anlage im nordböhmischen Ralsko, betrieben wird sie vom Energiekonzern ČEZ.

Die Regulierungsbehörde will in den nächsten Monaten noch weitere 150 Anlagen überprüfen.

Arbeitslosenquote in Tschechien sinkt auf 7,3 Prozent

Die Arbeitslosenquote in Tschechien ist etwas zurückgegangen, im Juni lag sie bei 7,3 Prozent. Im Mai waren es noch 7,5 Prozent gewesen. Insgesamt registrierten die Arbeitsämter im Juni rund 540.000 Erwerbslose. Das gab das Ministerium für Arbeit und Soziales am Dienstag in Prag bekannt. Die Bezirke mit den höchsten Arbeitslosenquoten waren Most / Brüx in Nordböhmen mit 13,4 Prozent, Bruntál / Freudenthal in Nordmähren mit 12,3 Prozent sowie Ústí nad Labem / Aussig in Nordböhmen mit 12,1 Prozent. Die geringsten Arbeitslosenquoten wurden hingegen um die tschechische Hauptstadt herum in den Bezirken Prag-Ost mit 3,2 Prozent und Prag-West mit 3,9 Prozent registriert.

Inflationsrate in Tschechien bei 1,6 Prozent

Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im Juni um 1,6 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate lag damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert vom Mai. Der Preisanstieg im Juni sei vor allem auf Teuerungen bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken zurückzuführen, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Dienstag.

Transparency: 15 Prozent Tschechen haben im vergangenen Jahr bestochen

Etwa 15 Prozent der tschechischen Bürger haben im vergangenen Jahr bestochen. Dies hat eine Umfrage von Transparency International ergeben, die Organisation beschäftigt sich weltweit mit dem Phänomen der Korruption. In Tschechien wird demnach vor allem im Gesundheitswesen bestochen sowie auf Ämtern, wenn Einträge in Register vorgenommen oder Anträge abgegeben werden. In anderen europäischen Ländern lag das Maß der Korruption zum Teil deutlich niedriger, aber auch höher. So gaben 21 Prozent der Slowaken an, im abgelaufenen Jahr bestochen zu haben, aber nur 5 Prozent der Briten. Mehr als die Hälfte der Menschen in Tschechien glaubt, dass in ihrem Land die Korruption in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Und 83 Prozent halten Korruption im öffentlichen Sektor für ein ernstes Problem. Als besonders bestechlich sehen die Tschechen die Parteien im Land.

Transparency Internationale hatte über 114.000 Menschen aus 107 Ländern der Erde befragt. Die Befragungen fanden zwischen September vergangenen Jahres und März dieses Jahres statt.

Rente tschechischer Frauen um 20 Prozent niedriger als bei Männern

Tschechische Frauen beziehen deutlich niedrigere Renten als die Männer. Laut der neuesten Statistik der Tschechischen Sozialverwaltung (ČSSZ) liegen ihre Altersbezüge um rund 20 Prozent niedriger. Während die durchschnittliche Monatsrente bei Männern des Landes 12.109 Kronen (484 Euro) beträgt, sind es bei Frauen nur 9923 Kronen (397 Euro). Grund für den Unterschied ist die geringere Zahl der Erwerbsjahre und die Ungleichheit in den Löhnen. Frauen verdienen in Tschechien im Schnitt rund ein Viertel weniger als Männer. Derzeit beziehen rund 794.000 Männer und 932.000 Frauen in Tschechien ihre Rente.

Europäische Kulturhauptstadt Pilsen: 95 Veranstaltungen und eine Million Besucher

Das westböhmische Plzeň / Pilsen will als Europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2015 insgesamt 95 Veranstaltungen anbieten. Die meisten davon in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Ausstellung, dazu kommen Projekte im öffentlichen Raum und Konferenzen. Dies sagte der künstlerische Leiter der Veranstaltungen, Petr Forman. Angekündigt sind auch bereits einige Stars wie der spanische Tänzer Israel Galvan, der italienische Komponist Enrico Morricone und die französische Sängerin Zaz. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit über eine Million Besuchern in Pilsen.

Neugeborenes in Cheb lebend aus Mülltonne gerettet

Passanten haben im westböhmischen Cheb / Eger einen Säugling lebend aus einem Abfallcontainer gerettet. Das neugeborene Mädchen sei unterkühlt gewesen, Rettungskräfte hätten das Kind in ein Krankenhaus gebracht, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Es gehe dem Baby inzwischen besser.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die etwas Verdächtiges bemerkt haben könnten. Örtliche Medien wiesen darauf hin, dass es in der Stadt mit 35.000 Einwohnern eine Babyklappe gibt. Dort können Neugeborene den Angaben zufolge anonym und sicher abgegeben werden. Die Grenzstadt Cheb liegt wenige Kilometer von Deutschland entfernt.

Investor will Hotel Praha abreißen und einen Park schaffen

Das Hotel Praha im Prager Stadtteil Hanspaulka soll nach dem Willen des neuen Eigners abgerissen werden. Anstelle des großen kommunistischen Gebäudekomplexes soll ein Park für eine Privatschule entstehen. Diese Pläne sind am Dienstag vom Eigner des Hotels, der Finanzgruppe PPF vorgestellt worden. Ein Verein hatte am Dienstag zum Protest gegen den Abriss aufgerufen, die Gegner wollen den Denkmalschutz für das Gebäude aus den 1980er Jahren erreichen. Das Kulturministerium hat einen entsprechenden Antrag aber bereits abgelehnt.

Das große Hotel mit 136 Zimmern war Anfang der 1980er Jahre gebaut worden, um ausländische Staats- und Regierungsbesuche zu beherbergen. Erst vor gut zehn Jahren konnte der sechste Prager Stadtbezirk das Gebäude verkaufen, der Betrieb des Hotels erwies allerdings als unrentabel.

Tennis: Rosol verpasst in Stuttgart das Achtelfinale

Der an Nummer sieben gesetzte Tennisprofi Lukáš Rosol hat beim Stuttgarter ATP-Turnier den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Der Tscheche unterlag am Dienstag bei der Sandplatzveranstaltung dem Brasilianer Thomaz Bellucci mit 4:6 und 4:6.

Das Wetter am Mittwoch, 10. Juli: erst Sonne, dann Wolken, bis 29 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien zunächst heiter. Im Laufe des Tages nehmen die Wolken zu, mit vereinzelt Schauern oder Gewittern. Es bleibt warm bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 25 und 29 Grad Celsius. In den Höhenlagen um 1000 Meter werden 22 Grad Celsius erreicht.