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Hochwasser: Pegel an der Elbe steigen weiter, 19.000 Menschen evakuiert

In Tschechien ist die Hochwasserlage weiterhin dramatisch. Vor allem die Pegel an der Elbe im Norden des Landes steigen. Bisher kamen acht Menschen wetterbedingt ums Leben. Über 19.000 Personen mussten bis Mittwoch in den besonders betroffenen Gebieten ihre Häuser verlassen, die Hälfte davon im Kreis Ústí nad Labem / Aussig, ein Drittel in Mittelböhmen. An vielen Orten gilt weiter die höchste Hochwasserwarnstufe drei, auch wenn vor allem am Oberlauf der Flüsse die Pegel sinken. Versicherungen schätzten die Hochwasser-Schäden auf mindestens eine Milliarde Kronen (38 Millionen Euro). Tausende Haushalte sind weiter ohne Gas, Strom und sauberes Leitungswasser.

Das Ministerium für Regionalentwicklung hat eine Hochwasser-Hotline geschaltet. Über die Nummer 1234 können auch Fragen auf Deutsch zur aktuellen Hochwasserlage in Tschechien gestellt werden.

Teile von Ústí nad Labem unter Wasser

Das Hochwasser an der Elbe hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Teile der nordböhmischen Industriestadt Ústí nad Labem / Aussig geflutet. Das Wasser strömte schneller als erwartet über die Hochwasserschutzwände vor allem im Stadtteil Střekov / Schreckenstein. Hauptbahnhof und Stadtbücherei standen unter Wasser. Nach neuesten Meldungen soll die Elbe noch bis Donnerstagmorgen weiter steigen, die Behörden erwarten einen Pegelstand zwischen elf und elfeinhalb Metern, normal sind in Ústí etwa zwei Meter. Freiwillige und Einsatzkräfte kämpfen weiter mit Sandsäcken gegen die Wassermassen.

Beide Straßenbrücken sind für den Verkehr und für Fußgänger gesperrt, die Versorgung der Stadtteile Střekov und Vaňov erfolgt über die noch geöffnete Eisenbahnbrücke. Der Bahnhof von Ústí ist für Reisende geschlossen, die Züge können aber weiter durchfahren. Betroffen ist auch der Fernverkehr zwischen Prag und Dresden, Reisende müssen teils mit erheblichen Verspätungen rechnen. Die Eisenbahnstrecke müsse aber erst ab einem Pegel von elf Metern gesperrt werden, so eine Bahnsprecherin.

Verunreinigungen von Leitungswasser in kleineren Gemeinden, aber nicht in Städten

Rund 31.000 Menschen sind in den Hochwassergebieten in Tschechien ohne sauberes Leitungswasser. Dies teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwochabend mit. Insgesamt 72 lokale öffentliche Wasserleitungssysteme seien verunreinigt. Die Nordböhmischen Wasser- und Abwasserbetriebe dementierten indes Meldungen, denen nach das Leitungswasser auch in den größeren Städten im Hochwassergebiet schädlich sein soll. Die Verunreinigungen beträfen nur kleinere Gemeinden, in Děčín / Tetschen, Ústí nad Labem / Aussig und Litoměřice / Leitmeritz sei hingegen das Wasser aus dem Hahn einwandfrei und trinkbar, sagte eine Sprecherin der Betriebe.

Hochwasser-Hilfe: Regierung genehmigt Gelder wegen Schäden an Straße und Schiene

Die tschechische Regierung stellt umgerechnet weitere 80 Millionen Euro bereit, mit denen die Hochwasser-Schäden an Straßen und Schienen behoben werden sollen. Dies teilte Premier Petr Nečas nach der Kabinettssitzung am Mittwoch mit. Das Geld war ursprünglich zur Ausbesserung von Winterschäden an Straßen gedacht. Am Montag hatte die Regierung bereits 52 Millionen Euro aus dem staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur losgeeist. Am Mittwoch waren wegen des Hochwassers noch 93 Straßenabschnitte gesperrt sowie sieben Eisenbahnstrecken.

Afghanistan: Tschechische Soldaten werden US-Stützpunkt bewachen

Die tschechische Armee hat in Afghanistan eine neue Aufgabe erhalten. Rund 140 Soldaten sollen ab November den US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Bagram nördlich der Landeshauptstadt Kabul bewachen. Dies teilte der stellvertretende tschechische Generalstabschef Aleš Opata am Mittwoch in Prag mit. Auf der anderen Seite will Tschechien weiter langsam seine Truppen am Hindukusch reduzieren. In der zweiten Jahreshälfte würden zwei Ausbildungsteams aus Afghanistan abgezogen, so Opata. Außerdem kehren die letzten Mitglieder des regionalen tschechischen Aufbauteams in der Provinz Logar in ihre Heimat zurück.

In Afghanistan befinden sich derzeit noch rund 100.000 ausländische Soldaten unter Führung der Nato. Sie sollen größtenteils bis Ende kommenden Jahres abgezogen werden. Ihre Aufgaben übernimmt den Planungen nach dann die afghanische Armee und Polizei.

Größter Justizkomplex Tschechiens wegen Bombendrohung geräumt

Die Polizei hat am Mittwochvormittag in Prag wegen einer Bombendrohung den größten Justizkomplex Tschechiens räumen lassen. Über 1000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, sagte eine Polizeisprecherin. In den Gebäuden auf dem Gelände Na Míčánkách im neunten Prager Stadtbezirk sind mehrere Gerichte und Staatsanwaltschaften untergebracht. Ein Unbekannter habe gegen 10.15 Uhr über Telefon die Bombe gemeldet, so die Sprecherin. Der Kampfmittelräumdienst konnte indes keine Bombe finden. Die Polizei ermittelt nun wegen der Störung öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

DTIHK: Wirtschaftsstandort Tschechien verliert ersten Platz in Mittel- und Osteuropa

Tschechien hat aus der Sicht deutscher Investoren seinen ersten Platz als Wirtschaftsstandort in Mittel- und Osteuropa verloren. Erstmals seit acht Jahren gab das Land damit seine Führungsposition ab, und zwar an Polen. Dies geht aus einer Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industriehandelskammer (DTIHK) und weiterer 15 deutscher Außenhandelskammern hervor. Befragt wurden insgesamt 1700 Unternehmen. Tschechien trete in vielen Bereichen auf der Stelle, andere Länder würden kräftig aufholen, sagte DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer am Mittwoch in Prag. Dazu zählten vor allem Polen, aber auch die baltischen Staaten. Laut Bauer gehöre die tschechische Infrastruktur aber weiterhin zu den besten in Mittel- und Osteuropa.

Die Investoren sehen in Tschechien vor allem Mängel bei der Verfügbarkeit von Fachkräften, bei der Transparenz öffentlicher Aufträge, der Korruptionsbekämpfung, der Rechtssicherheit und bei der öffentlichen Verwaltung. Überdurchschnittlich gut bewertet wurden hingegen die Zahlungsmoral und die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik.

Staatspräsident Zeman plädiert für Kauf der Čapek-Villa in Prag

Staatspräsident Miloš Zeman wünscht sich den Kauf der Villa der Brüder Čapek in Prag durch die öffentliche Hand. Zeman sagte das bei einem Treffen mit Kulturministerin Alena Hanáková am Dienstag. Die Doppelvilla von Karel und Josef Čapek im Prager Stadtteil Vinohrady steht über ein Immobilienbüro zum Verkauf. Der ausgerufene Preis von 49 Millionen Kronen (etwa zwei Millionen Euro) gilt als günstig. Sowohl der Staat als auch der zehnte Prager Stadtbezirk interessieren sich für das Objekt, das inklusive des Nachlasses der beiden landesweit bekannten Schriftsteller und Maler angeboten wird.

Hochwasser: Entspannung in Prag, fünf Metrostationen wieder geöffnet

Die Hochwasserlage in der Hauptstadt Prag hat sich am Mittwoch entspannt. Mittlerweile fließen nach Behördenangaben noch etwa 2500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Flusslauf, am Dienstag waren es noch über 3000 Kubikmeter. Grund sind die sinkenden Pegel der Flüsse Berounka und Sázava. Daneben hatte Landwirtschaftsminister Petr Bendl angeordnet, weniger Wasser aus den Stauseen am Oberlauf der Moldau abzulassen, um die Hochwasserlage im Norden zu entlasten.

Der U-Bahn-Verkehr in Prag bleibt weiter eingeschränkt, am Mittwochmorgen konnten aber fünf der bisher wegen des Hochwassers geschlossenen Metrostationen wieder geöffnet werden. In einigen Randbezirken der Hauptstadt haben zudem erste Aufräumarbeiten begonnen.

Hochwasser: Hygiene-Amt empfiehlt Tetanus-Impfung

Im Zusammenhang mit dem Hochwasser sollten die Menschen in Tschechien ihren Impfschutz gegen Tetanus überprüfen. Dies hat der Leiter des staatlichen Hygiene-Amtes, Vladimír Valenta, empfohlen. Bei Bedarf solle man sich gegen Wundstarrkrampf nachimpfen lassen, so Valenta. Die tschechischen Krankenversicherungen bieten zudem Impfungen gegen Hepatitis A und B zu Spezialtarifen oder sogar kostenlos an. Teils richte sich das Angebot nur an Klienten in den Hochwassergebieten, teils allen Klienten, berichtete die Presseagentur ČTK. Die Allgemeine Krankenversicherung VZP als größter Versicherer kündigte am Dienstag an, allen interessierten Klienten Zuschüsse zur Hepatitis-Impfung zu zahlen.

Tschechisches Durchschnittsgehalt fällt im ersten Quartal 2013 leicht

Das Durchschnittsgehalt in Tschechien ist im ersten Quartal 2013 leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr hat ein tschechischer Arbeitnehmer 85 Kronen (etwas über drei Euro) weniger pro Monat in der Lohntüte. Diesem Rückgang um 0,4 Prozent steht ein realer Einkommensverlust von 2,2 Prozent gegenüber, wenn die Inflationsrate eingerechnet wird. Analysten hatten den Rückgang erwartet, die Ursachen dafür sehen sie in der weiterhin schlechten wirtschaftlichen Entwicklung und der steigenden Arbeitslosigkeit in Tschechien.

Fußball: Václav Pilař von Wolfsburg nach Freiburg ausgeliehen

Der tschechische Fußball-Nationalspieler Václav Pilař vom VfL Wolfsburg wird in der kommenden Bundesliga-Saison auf Leihbasis beim SC Freiburg spielen. Beide Vereine sollen sich über die Bedingungen für das Leihgeschäft einig sein, schreibt die Presseagentur ČTK in Berufung auf die Wolfsburger Allgemeine. Der 24-jährige offensive Mittelfeldspieler kam in der vergangenen Saison wegen einer schweren Knieverletzung bei den „Wölfen“ nicht zum Einsatz. Neben Freiburg waren auch Frankfurt und Augsburg an dem Tschechen interessiert. Die Freiburger hätten aber bereits länger Interesse gezeigt, erklärte der Wolfsburger Manager Klaus Allofs. Entscheidend sei aber gewesen, dass Pilař in Freiburg spielen könne und durch die Qualifikation der Breisgauer für die Europa League auch international Erfahrung sammeln werde, so Allofs weiter.

Das Wetter am Donnerstag, 6.6.: veränderlich bewölkt, Schauer, bis 22 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist bewölkt, mit örtlich heiteren Abschnitten. Immer wieder sind Schauer möglich, vereinzelt auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 18 bis 22 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter klettert das Thermometer auf 13 Grad Celsius.