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Prager Ex-Oberbürgermeister Svoboda beruft ODS-Regionalrat ein

Der Ex-Oberbürgermeister Prags und Chef der Prager Organisation der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) hat für Samstagabend eine Sitzung des Regionalrates der ODS einberufen. Der Rat soll sich mit der Lage im Prager Stadtrat befassen, der seit Donnerstag von der konservativen Partei Top 09 beherrscht wird. Aus der Sitzung solle keine definitive Entscheidung über die neue Koalition, sondern eine Empfehlung für das weitere Vorgehen der Bürgerdemokraten hervorgehen.

Die Top 09 hat am vergangenen Montag den Koalitionsvertrag mit der ODS gekündigt. Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda sowie zwei weitere Ratsmitglieder der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) wurden am Donnerstag durch eine Abstimmung im Stadtrat abgewählt. Daraufhin ging die ODS geht erstmals seit ihrer Gründung vor 22 Jahren im Prager Rathaus in die Opposition.

Premierminister wird weiterhin Tschechien bei EU-Gipfeln vertreten

Präsident Miloš Zeman plane nicht, die Tschechische Republik bei Gipfeltreffen der Europäischen Union in Brüssel zu vertreten. Der Nachrichtenportal aktualne.cz berichtet darüber unter Berufung auf den Leiter der Auswärtigen Abteilung der Präsidialkanzlei, Hynek Kmoníček. Kmoníček zufolge solle die bisherige Praxis respektiert werden, wobei der Premierminister Tschechien in Brüssel repräsentiert und an Sitzungen der Europarates teilnimmt. Der Präsident werde weiterhin Verhandlungen der EU mit dritten Ländern führen, zum Beispiel mit China und mit Ländern Lateinamerikas, sagte Kmoníček gegenüber aktualne.cz.

Der Streit um diplomatische Kompetenzen zwischen Präsident Miloš Zeman und Außenminister Karel Schwarzenberg sollte daher nicht in die EU greifen. Die Ansichten der beiden Politiker in Bezug auf die Europäische Union gehen nicht auseinander. Zeman hat kurz nach seiner Amtseinführung die EU-Flagge auf der Prager Burg hissen lassen.

Rektor nimmt an der Urkundenverleihung an neue Professoren nicht teil

Der Rektor der Südböhmischen Universität in České Budějovice / Budweis, Libor Grubhoffer, wird nicht an der feierlichen Urkundenverleihung an neue Professoren am 11. Juni teilnehmen. Durch die Verweigerung seiner Teilnahme will er seine ablehnende Haltung zum Vorgehen von Präsident Miloš Zeman bei der Ernennung der Professoren zum Ausdruck bringen und den Literaturhistoriker Martin C. Putna unterstützen. Der Staatspräsident hatte es vor einer Woche abgelehnt, Putna zum Professor zu ernennen. Zeman störte angeblich das Protestschild, das der Literaturdozent vor zwei Jahren beim Homosexuellenfest „Prague Pride“ hochhielt. Nach einer Kritikwelle zeigte sich Zeman bereit, Putnas Berufungsurkunde zu unterzeichnen, sie aber nicht persönlich zu übergeben. „Die Lösung, mit der Präsident Zeman gekommen ist, ist Ausdruck einer unannehmbaren Diskriminierung von Martin C. Putna. Ich kann daher an der feierlichen Urkundenübergabe im Karolinum diesmal nicht teilnehmen“, führte Grubhoffer dazu an. Nach einer Umfrage des Nachrichtenportals aktualne.cz habe sich bisher kein anderer Rektor zu einem ähnlichen Protestschritt entschieden, manche überlegen sich noch ihre Teilnahme.

Ex-Bildungsminister Dobeš wurde zum Vorsitzenden der Plattform „Hnutí pro sport a zdraví“ gewählt

Der ehemalige Bildungsminister Josef Dobeš wurde zum Vorsitzenden einer neuen politischen Plattform mit dem Namen „Hnutí pro sport a zdraví“ (Bewegung für den Sport und die Gesundheit) gewählt. Darüber entschied am Samstag der konstituierende Tag der Bewegung, die von Dobeš im Dezember letzten Jahres gegründet worden war. Dobeš war der einzige Kandidat und erhielt 112 von 117 Stimmen.

Der Sport sei von großer Bedeutung nicht nur für aktive Sportler, sondern auch für zahlreiche Senioren und Familien mit Kindern. Er wolle die Anerkennung des Sports als allgemein nützlicher Tätigkeit anstreben und sich für neue Wege zur Finanzierung des Sports einsetzen, so das frühere Mitglied der Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV). Mit der Plattform wolle er an Wahlen teilnehmen, auch an den Parlamentswahlen, sagte kündigte Dobeš bei der Gründung der Bewegung im Dezember 2012 an.

Angela Denoke singt Wagner beim „Prager Frühling“

Die deutsche Sopranistin Angela Denoke gibt am Samstagabend ein Konzert bei den 68. internationalen Musikfestspielen „Prager Frühling“. Das Konzert ist dem 200. Geburtstag des deutschen Komponisten Richard Wagner gewidmet. Denoke stellt sich in fünf Rollen aus den Opern Wagners vor. Sie singt in Begleitung des Prager Symphonieorchesters FOK unter der Leitung von Graem Jenkins. Sie habe seit langer Zeit Prag besuchen wollen, sagte Denoke vor dem Konzert vor Journalisten. Sie begegne etwa in Wien dem tschechischen Publikum und singe das tschechische Repertoire, so dass es fast eine Schande sei, Tschechien bisher noch nicht besucht zu haben, führte sie an. Denoke kennt unter anderem die Opern von Leoš Janáček sehr gut. Sie hat zum Beispiel die Hauptrolle in der Oper „Die Sache Makropulos“ bei den Salzburger Festspielen 2011 verkörpert, vorher hatte sie auch Jenůfa und Katja Kabanova gesungen.

7. Prague Food Festival bietet Gerichte aus aller Welt an

Am Freitag ist im Königsgarten der Prager Burg das 7. Prague Food Festival eröffnet worden. Chefköche zahlreicher tschechischer Restaurants der gehobenen Kategorie präsentieren bis Sonntag unter freiem Himmel ihre Kreationen. Auf den Speiseplänen stehen dabei Gerichte aus aller Welt. Angeboten werden zudem Kurse und Workshops. Zum Begleitprogramm gehören auch Weinverkostungen, eine Barkeeper-Schule, die Show Stars kochen, die Schule des Bierzapfens und Podiumsgespräche mit interessanten Gästen. Im vergangenen Jahr nahmen mehr als 18.000 Besucher am Festival teil. Eine Eintrittskarte kostet 450 Kronen. Im Preis inbegriffen sind Verzehrgutscheine im Wert von 250 Kronen (10 Euro).

In Jáchymov wurde Gedenktafel für Karl May enthüllt

Eine Gedenktafel für Karl May wurde in der nordwestböhmischen Kurstadt Jáchymov / Joachimsthal enthüllt. Sie erinnert an den Aufenthalt des berühmten Autors im Jahr 1911. Karl Mays Romane und das Wild-West-Thema würden auch die feierliche Eröffnung der Kursaison in Jáchymov prägen, sagte der Direktor des Kurbads Eduard Bláha anlässlch der Enthüllung der Gedenktafel am Freitag. Man wähle jedes Jahr eine bedeutende Persönlichkeit aus, der die Eröffung gewidmet werde, ergänzte er. Karl May war einer der ersten Gäste des Radonheilbads. Im Jahr 1911 verbrachte der Abenteuerschriftsteller einige Wochen zur Kur in St. Joachimsthal und bereiste auch die Umgebung der Stadt.

Das Wetter am Sonntag: bedeckt, regnerisch, bis 11 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, mit Regen muss gerechnet werden. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 7 und 11 Grad.