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Zeman plädiert für Zusammenlegung der Prager und der Warschauer Börse

Präsident Miloš Zeman spricht sich dafür aus, dass die Prager und die Warschauer Börse zusammengelegt werden. Der Sitz der neuen Institution sollte in Warschau sein. Diese „Mitteleuropäische Börse“ wäre ein stärkerer Gegenspieler anderer Börsen, sagte das tschechische Staatsoberhaupt auf dem tschechisch-polnischen Wirtschaftsforum in Warschau. Die Börse in Prag prosperiere nach der Meinung von Zeman wegen mangelnder Managerfähigkeiten nicht.

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat am Freitag seinen zweitägigen Besuch in Polen beendet. Am Donnerstag ist Zeman in Warschau mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski zusammengetroffen.

Tschechien will Kosten für AKW-Ausbau drücken

Die Regierung will den Preis für den geplanten Ausbau des Atomkraftwerks Temelín nach unten drücken. Dafür gebe es mit Sicherheit noch Spielraum, sagte Industrieminister Martin Kuba am Freitag der Agentur ČTK. Um den nach Schätzungen 8 bis 12 Milliarden Euro teuren Ausbau um zwei Reaktorblöcke bewerben sich die amerikanische Westinghouse und ein russisch-tschechisches Konsortium. Umweltschützer halten dagegen, dass Tschechien seine Stromexporte drosseln könnte. Angesichts sinkender Strompreise hatte Finanzminister Miroslav Kalousek in einem Zeitungsinterview Zweifel am Sinn der Milliarden-Investition geäußert. Das gebe nicht die Meinung der Regierung wieder, betonte nun Ministerpräsident Petr Nečas bei einem Besuch in Temelín. Die Atomkraft sei aus Sicht der heimischen Industrie unersetzlich.

Finanzminister Kalousek hegt erste Zweifel am Ausbau des AKW Temelín

Der tschechische Finanzminister Miroslav Kalousek hat erstmals Zweifel am Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín angemeldet. Er sei sich jetzt nicht mehr sicher, ob die milliardenschwere Investition letztlich auch effizient sei, sagte Kalousek der Tageszeitung „Hospodářské noviny“ in einem Interview, das am Freitag veröffentlicht wurde. Ursprünglich seien für Temelín wesentlich höhere Strompreise berechnet worden, als sie es jetzt seien, und die zukünftige Höhe dieser Preise sei sehr ungewiss, erläuterte der Minister. Darüber hinaus führte er an, dass das zweite Kriterium für den Ausbau des AKW der Baupreis mit den entsprechenden Angeboten sei. Und in diesem Punkt sei man von der Höhe des Preises durch die beiden Anbieter sehr unangenehm überrascht worden, sagte Kalousek.

Noch am Donnerstag hatte Premier Petr Nečas erklärt, dass er sich die Durchsetzung der Energiekonzeption des Staates nur mit dem Ausbau von Temelín vorstellen könne. Bis zum Jahr 2020 werde es zur Abschaltung von Kohlenkraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 1800 Megawatt kommen. Daher sei klar, dass bis zum Jahr 2025 andere alternative Kapazitäten ans Netz gehen müssten. Und dazu gehören die zwei neuen Reaktorblocks in Temelín, sagte Nečas.

Prager Stadtrat: Top 09 legt neuen Entwurf des Koalitionsvertrags der ODS vor

Die Top 09 hat einen weiteren Entwurf des Koalitionsvertrags der Demokratischen Bürgerpartei ODS vorgelegt. Sie verlangt darin sieben Sitze im elfköpfigen Stadtrat und den Posten des Oberbürgermeisters. Dagegen wird der Posten des ersten Vizebürgermeisters angeboten, der für das Gesundheitswesen zuständeig wäre. Auf einer Pressekonferenz informierte darüber der Chef der Top-09-Fraktion im Stadtparlament Jiří Vávra. Seine Partei führe auch Verhandlungen mit der ČSSD, ergänzte Vávra.

Ex-Oberbürgermeister Svoboda: Top 09 wolle ODS-Politiker korrumpieren

Nach der Meinung des abgewählten Prager Oberbürgermeisters Bohuslav Svoboda (ODS) bemühe sich die Top 09, durch das Angebot der Posten in Aufsichtsräten Politiker von der ODS zu korrumpieren. Der Vizeparteichef der Top 09 Miroslav Kalousek und der einflussreiche Prager Unternehmer Tomáš Hrdlička wollten dadurch die Prager ODS spalten und zerschlagen, führte Svoboda gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK an. Die Top 09 verwandle sich nach ihm in eine Partei, die mit Lobbyisten-Gruppen verbunden sei.

Prager Stadtrat: Top 09 und ČSSD vereinbaren Koalitionsverhandlungen

Die Koalitionsverhandlungen zwischen den Prager Parteiverbänden der konservativen Top 09 und der Sozialdemokraten (ČSSD) sollen in der kommenden Woche beginnen. Darauf einigten sich die Vorsitzenden beider Parteiverbände, Jiří Vávra (Top 09) und Miroslav Poche (ČSSD), am Donnerstagabend. Vávra und Poche schlossen jedoch nicht aus, dass sich je zwei Vertreter beider Seiten bereits am Freitag zu Vorgesprächen treffen. Die Verhandlungen zur Bildung eines neuen Stadtrats in der Hauptstadt sind die Folge einer geheimen Abstimmung am Donnerstag im Prager Magistrat. Im Ergebnis dieser Abstimmung wurden der bisherige Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda sowie zwei weitere Ratsmitglieder der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) abgewählt. Daraufhin traten auch die zwei übrigen Ratsmitglieder der Bürgerdemokraten zurück und die ODS geht erstmals seit ihrer Gründung vor 22 Jahren im Prager Rathaus in die Opposition. Als Interimslösung für das Amt des Oberbürgermeisters wurde dessen erster Stellvertreter, Top 09-Politiker Tomáš Hudeček, eingesetzt.

ČSSD-Parteichef Sobotka: Koalition mit Top 09 ist keinesfalls eine Priorität der Sozialdemokraten

Die Schließung einer Koalition mit der Partei Top 09 in Prag ist keinesfalls eine Priorität der Sozialdemokraten. Der ČSSD-Parteivorsitzende Bohuslav Sobotka führte dies auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag an. Die Sozialdemokraten im Prager Magistrat sollten im Interesse der Wähler handeln und ihre Programmerklärung verfolgen, sagte Sobotka. Die Parteileitung gab dem Prager Parteiverband jedoch keine offizielle Empfehlung zum weiteren Vorgehen.

Zwei Aufsichtsratmitglieder der Prager Verkehrsbetriebe abberufen

Die Prager Ratsmitglieder von der Top 09 haben am Freitag zwei Mitglieder der Demokratischen Bürgerpartei ODS aus dem Aufsichtsrat des Prager Verkehrsbetriebs abberufen. Dazu ist es gekommen, nachdem die ODS am Donnerstag im Prager Rathaus den Stadtrat verlassen hatte und in die Opposition gegangen war. Die Partei Top 09 kann daher dank ihren sechs Mitgliedern im elfköpfigen Stadtrat nun viele Änderungen durchsetzen. Personaländerungen in städtischen Firmen wurden bereits am Donnerstag angekündigt.

Gewerkschafter raten von der Rentenversicherung in Privatfonds ab

Die Gewerkschafter raten Bürger Tschechiens davon ab, sich in die Regierungsreform des Rentensystems einzuschließen. Die vom Kabinett durchgesetzte Rentenversicherung in Privatfonds sei nur für Menschen günstig, die ihr ganzes Leben lang mehr als das Anderthalbfache des Durchschnittslohns verdienen. Im Moment wären es 37.500 Kronen (umgerechnet ca. 1500 Euro). Vor Journalisten sagte dies am Freitag ein Experte des Dachverbands der Gewerkschafter (ČMKOS) Vít Samek. Der Gewerkschaftsdachverband schlägt vor, die Rentenzusatzversicherung zu stärken.

Verdächtiger nach Vierfachmord festgenommen

Nach dem Mord an einer vierköpfigen Familie im tschechischen Brünn ist der Verdächtige festgenommen worden. Polizisten nahmen den 20 Jahre alten US-Amerikaner Kevin Dahlgren am Flughafen in Washington am Donnerstag in Gewahrsam. Der als gefährlich geltende Mann sei nach der Tat nach Österreich geflohen und von Wien in die USA geflogen. In ihrem Haus in Brünn-Ivanovice waren ein Ehepaar und seine beiden Söhne ermordet worden. Der verdächtige US-Amerikaner war als Verwandter zu Besuch bei der Familie. Das Motiv sei unklar, teilte die Polizei mit.

Allgemeine Krankenkasse veröffentlicht Liste der teuersten Patienten

Die Allgemeine Krankenkasse (VZP) hat zum ersten Mal eine Tabelle mit Patienten veröffentlicht, deren Behandlung die höchsten Kosten verursacht. Die teuersten Diagnosen seien nicht Krebserkrankungen, wie man angenommen habe, sondern Erkrankungen des Stoffwechsels und Bluterkrankheit, führte ein Sprecher der Allgemeinen Krankenkasse gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK an. Die erste Stelle belegt ein 57 Jahre alter Patient mit Hämophilie, dessen Behandlung im letzten Jahr mehr als 2 Millionen Euro gekostet hat.

Kälteschock im Isergebirge: Wetterstation Jizerka registrierte minus 5,5 Grad

Die Zeit der Eisheiligen findet derzeit auch in Tschechien eine frostige Fortsetzung. Am Freitagmorgen haben die Meteorologen an der Wetterstation Jizerka im Isergebirge eine Temperatur von minus 5,5 Grad Celsius gemessen – das ist ein neuer Kälterekord in Tschechien für den Kalendertag 24. Mai. Auch im Böhmerwald war es frostig, an der Wetterstation Kvilda-Perla wurden minus 3,9 Grad Celsius gemessen. Nach Auskunft der Meteorologen hält das für die Jahreszeit zu kühle Wetter bis Monatsende an, allerdings werden die Tiefsttemperaturen voraussichtlich nicht mehr ganz so niedrig sein.

Das Wetter am Samstag: bewölkt, regnerisch, bis 15 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, örtlich Regen oder Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 11 und 15 Grad.