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Präsident Zeman will Parlamentswahlen 2014 zeitgleich mit Europawahl

Die tschechischen Bürger werden kommendes Jahr wahrscheinlich in einem Urnengang ihre Europaabgeordneten und die Abgeordneten ins Landesparlament wählen. Staatspräsident Miloš Zeman bestätigte am Dienstag sein Vorhaben, beide Wahltermine zusammenzulegen. Auch nach dem geänderten Termin für die Europawahl rechne er mit einer Zusammenlegung, so Zeman am Rand eines Besuchs in Brno / Brünn.

Ursprünglich sollte die Europawahl Anfang Juni stattfinden. Weil aber in vielen europäischen Staaten dann Pfingstferien sind, haben die Europaabgeordneten am Dienstag für einen Termin zwei Wochen vorher gestimmt. Der Urnengang in den künftig 28 EU-Ländern muss daher zwischen dem 22. und dem 25. Mai kommenden Jahres durchgeführt werden. Da in Tschechien traditionell am Freitag und Samstag gewählt wird, läge hierzulande der Termin am 23. und 24. Mai 2014.

Verkehrsministerium: Tschechien hinkt bei Verkehrssicherheit in Europa hinterher

Tschechien hat Probleme, die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle deutlich zu reduzieren. Laut einer Studie des Verkehrsministeriums hinkt das Land damit bei der Straßensicherheit im europäischen Vergleich hinterher. Die Studie will Verkehrsminister Zbyněk Stanjura am Mittwoch dem Regierungskabinett vorlegen. Im vergangenen Jahr starben insgesamt 681 Menschen nach Verkehrsunfällen auf tschechischen Straßen. Das waren 3,7 Prozent weniger als 2011. Zwischen 2001 und 2009 konnte die Sterblichkeit sogar um zehn Prozent reduziert werden, dennoch hat sich Tschechien im europäischen Vergleich verschlechtert. 2001 lag man auf Rang 15 bei der Straßensicherheit, 2012 sprang nur noch ein geteilter Rang 19 mit Portugal heraus.

Polizei beschlagnahmt eine Million Liter nichtversteuerten Alkohol

Die tschechische Polizei hat rund eine Million Liter nichtversteuerten Alkohol beschlagnahmt. Die Razzien fanden in mehreren Teilen des Landes statt. Sie sollen mit den Ermittlungen in der Affäre um gepanschte Spirituosen zusammenhängen, am Konsum von Gift-Alkohol sind in Tschechien bereits 45 Menschen gestorben. Die Polizisten fanden den Alkohol in unterirdischen Lagern im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau, in der Nähe von Zlín und bei Teplice / Teplitz in Nordböhmen. Der Alkohol sei allerdings nicht mit giftigem Methanol gepanscht worden, sagte der Leiter der Einheit zur Bekämpfung organisierter Kriminalität, Robert Šlachta. Bei einem Verkauf der Ware wäre dem Staat ein Schaden von 285 Millionen Kronen (11,4 Millionen Euro) entstanden, so Šlachta.

Prager Magistrat: Top 09 kündigt Koalitionsvertrag mit ODS

Die liberal-konservative Koalition im Prager Magistrat ist in eine schwere Krise geraten. Am Montagabend kündigte die Partei Top 09 den bisherigen Koalitionsvertrag mit den Bürgerdemokraten (ODS) auf. Nun soll ein neues Übereinkommen gefunden werden. Die Top 09 als Wahlsieger von 2010 fordert dabei den Posten des Oberbürgermeisters, den hat bisher der Bürgerdemokrat Bohuslav Svoboda inne. Zudem will die Top 09 stärker im Stadtrat vertreten sein. Im elfköpfigen Führungsgremium des Magistrats verlangt die Partei nun sieben anstatt sechs Sitze, entsprechend sänken die Sitze der ODS von fünf auf vier. Die Bürgerdemokraten lehnen diese Pläne jedoch ab.

Die Koalition im Prager Magistrat hat bereits seit mehreren Wochen keine Kompromisse mehr finden können. Streitthemen sind unter anderem die Finanzierung der Prager Verkehrsbetriebe und des Tunnelkomplexes Blanka.

Präsident Zeman will nach und nach alle tschechischen Kreise besuchen

Staatspräsident Miloš Zeman will nach und nach alle 13 tschechischen Kreise besuchen. Ab Juli beginne er systematisch mit diesen Reisen, gab Zeman am Dienstag im südmährischen Brno / Brünn bekannt. Es sei zwar seine „liebe Pflicht, die Nachbarländer zu besuchen“, aber die Reisen in die Kreise halte er „für wichtiger“, sagte der Staatspräsident.

Bei seinem Aufenthalt in Brünn ließ sich Zeman von Oberbürgermeister Roman Onderka (Sozialdemokraten) den Stand der Finanzen in der Stadt erläutern. Der Präsident zeigte sich dabei erfreut, dass die Verschuldung verringert werden konnte. Geplant sind zudem ein Besuch des Obersten Gerichtshofs und ein Treffen mit dem südmährischen Kreishauptmann Michal Hašek.

Fall Putna: Sozialdemokraten kritisieren Staatspräsident Zeman

Die Führung der oppositionellen Sozialdemokraten hat Staatspräsident Miloš Zeman kritisiert wegen seiner Weigerung, den Hochschuldozenten Martin C. Putna zum Professor zu ernennen. Zeman kritisierte insbesondere dessen Auftreten bei einem Homosexuellenmarsch in Prag vor zwei Jahren mit einem vulgären Protestschild. Sozialdemokraten-Chef Bohuslav Sobotka schrieb in seinem Blog, Politiker hätten kein Recht jemanden zu bestrafen, der an einem genehmigten Marsch zur Unterstützung sexueller Minderheiten teilnimmt. Und erst recht dürfte sich dies nicht auf die Erteilung von akademischen Titeln auswirken, so Sobotka. Die stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokraten, Alena Gajdůšková, kritisierte Zeman dafür, dass er seine Beweggründe noch nicht offengelegt habe. Dies nähre den Verdacht, dass der Staatspräsident in das Recht auf Meinungsfreiheit und in die akademischen Freiheiten eingreife.

In Tschechien ernennt der Präsident traditionell bei einem jährlichen Festakt die neuen Professoren. Die Prager Karlsuniversität hatte Putna für eine Professur in Literaturwissenschaften vorgeschlagen.

Redakteure des Tschechischen Rundfunks stellen Moderationsrekord auf

Zwei Redakteure des Tschechischen Rundfunks haben einen Rekord im Dauermoderieren aufgestellt. Lucie Výborná und Jan Pokorný vom Hauptnachrichtensender „Radiožurnal“ führten abwechselnd 48 Stunden lang ohne Unterbrechung Gespräche mit Studiogästen. Der Rekordversuch war aus Anlass der 90-Jahresfeier des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks am Samstag gestartet worden und endete am Montagabend erfolgreich. Die insgesamt 96 Gespräche fanden unter den Augen der Öffentlichkeit in einem improvisierten Studio unter einem Zeltdach auf dem Prager Wenzelsplatz statt. Zu den Gästen gehörten unter anderem der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda, die Regisseurin Helena Třeštíková und der Sexologe Radim Uzel.

Pardubice: Gedenken an Flugzeugkonstrukteur Jan Kašpar

Der erste tschechische Flugzeugkonstrukteur und Pilot, Jan Kašpar, ist vor 130 Jahren zur Welt gekommen. Anlässlich des Geburtstags wurde in Pardubice am Montag eine Feier abgehalten. Dabei flog die tschechische Luftwaffe in Formation mit ihren Gripen-Abfangjägern über die ostböhmische Stadt. Zudem wurde ein Tag des Verkehrs veranstaltet. Die Stadt Pardubice hat anlässlich des Jubiläums auch die Familiengruft in Stand setzen lassen, in der der berühmte Pilot begraben wurde. Die Feierlichkeiten wurden von der Jan-Kašpar-Gesellschaft initiiert.

Leichathletik: letzte Saison von Zehnkämpfer Šebrle gefährdet

Der tschechische Zehnkämpfer Roman Šebrle könnte um seine letzte Saison als aktiver Sportler kommen. Erneut klagt der ehemalige Weltrekordhalter über Schmerzen an der Achillesferse. Deswegen sagte der 38-Jährige nun seinen Start beim traditionsreichen Mehrkämpfermeeting am Wochenende im österreichischen Götzis ab. Auch seine Teilnahme am Leichtathletik-Meeting im mittelböhmischen Kladno zwei Wochen später sei gefährdet, schreibt die Presseagentur ČTK. Šebrle will sich allerdings noch für die Weltmeisterschaft im August qualifizieren.

In Götzis hatte der Tscheche vor zwölf Jahren als erster Zehnkämpfer die Traummarke von 9000 Punkten geknackt. Seinen damaligen Weltrekord von 9026 Punkten überbot der Amerikaner Ashton Eaton dann im vergangenen Jahr um 13 Punkte. Šebrle soll in Götzis laut seinem Manager zumindest verabschiedet werden.

Fußball: Verbandschef Pelta steht vor Wiederwahl – kein Gegenkandidat

Der amtierende Vorsitzende des tschechischen Fußballverbandes (FAČR), Miroslav Pelta, steht kurz vor seiner Wiederwahl. Er ist der einzige Kandidat für seinen Posten für die Vollversammlung des Verbandes am 8. Juni in Prag. Dies berichtete die Presseagentur ČTK. Für seine Wiederwahl braucht Pelta die absolute Mehrheit sowohl in der böhmischen als auch in der mährischen Kammer des Verbandes. Der frühere Chef des Erstligaklubs FK Jablonec leitet seit 2011 die Geschicke des tschechischen Fußballs.

Das Wetter am Mittwoch, 22.5.: Wolken, Schauer, bis 20 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien veränderlich bewölkt, vor allem im Osten sind Schauer möglich und örtlich auch Gewitter. Im böhmischen Landesteil werden im Tagesverlauf von Westen her die Wolken dichter, mit nachfolgend Regen oder Schauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 20 Grad Celsius, in Westböhmen nur bei 14 Grad Celsius.