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Zeman: Tschechien könnte in fünf Jahren Euro einführen

Staatspräsident Miloš Zeman glaubt, dass die Tschechische Republik „in etwa fünf Jahren“ den Euro als Währung einführen könnte. Dies sagte Zeman der Passauer Neuen Presse (Wochenendausgabe). Sein Amtsvorgänger Václav Klaus hatte den Beitritt zur Eurozone für sein Land abgelehnt. Miloš Zeman äußerte sich gegenüber der deutschen Tageszeitung zudem über die Zukunft der Europäischen Union. „Mit dem Beitritt der Türkei in die Union“ sei er „nicht einverstanden“, so der 68-jährige Politiker. Stattdessen sieht er die Möglichkeit für einen Beitritt Russlands innerhalb der nächsten 20 Jahre. In der europäischen Außenpolitik plädiert das tschechische Staatsoberhaupt dafür, den „Kampf gegen den Terrorismus, einschließlich des islamischen Terrorismus“, zur Priorität zu machen. Dabei wünsche er sich auch eine stärkere Beteiligung seines eigenen Landes, sagte Zeman.

Lufthansa-Streik: 26 Flüge zwischen Prag und deutschen Zielorten gestrichen

Wegen des Streiks bei der Lufthansa werden am Montag auch 26 Flüge zwischen Prag und deutschen Destinationen ausfallen. Es handle sich um 13 Verbindungen nach und 13 aus München, Frankfurt und Düsseldorf, sagte eine Sprecherin des Václav-Havel-Flughafens am Sonntag. Die Lufthansa hatte am Samstag bekanntgegeben, dass fast alle Deutschland- und Europaflüge gestrichen würden. Wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi werden von insgesamt 1720 geplanten Abflügen aus Deutschland voraussichtlich nur 32 starten, teilte die Fluggesellschaft mit.

Der Streik am Montag ist die zweite Welle von Arbeitsniederlegungen im Tarifkonflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen von rund 33.000 Technikern und Serviceleuten.

Ministerin Müllerová erstellt zweiten Plan, um elektronische Sozialkarten zu erhalten

Arbeits- und Sozialministerin Ludmila Müllerová (Top 09) hat einen neuen Plan erarbeitet, um die unter starker Kritik stehenden elektronischen Sozialkarten (sKarta) zu erhalten. Den Plan werde nun dem Regierungskabinett vorgelegt, sagte eine Sprecherin der Ministerin. Premier Petr Nečas hatte im März empfohlen, das Sozialkartenprojekt zu beenden. Ein Gegenvorschlag von Müllerová zum Erhalt der Karten als obligatorischem Sozialausweis bei gleichzeitig freiwilliger Zahlkartenfunktion hatte das Kabinett abgelehnt. Wann die Regierung über den zweiten Vorschlag der Arbeits- und Sozialministerin entscheiden soll, ist noch nicht bekannt. Die nächste Kabinettssitzung findet am kommenden Mittwoch statt.

Die sKarta sollte ursprünglich auch als Bezahlkarte obligatorisch werden für alle Empfänger von Transferleistungen des Staates. Die Ausschreibung für den entsprechenden Anbieter hatte die tschechische Sparkasse gewonnen. Das Amt für Datenschutz kritisierte jedoch im Februar die Weitergabe von personenbezogenen Daten an die Sparkasse kritisiert und forderte legislative Nachbesserungen. Bis vor kurzem hatten rund 270.000 von insgesamt 1,2 Millionen Empfängern von Transferleistungen die Karten bereits entgegengenommen.

Ehemaliger Chef des Totalitarismus-Instituts hält Kündigung für ungültig

Der ehemalige Chef des tschechischen Instituts zum Studium totalitärer Regime (ÚSTR) Daniel Herman hält seine Kündigung „für ungültig“. Die Kündigung sei zuvor nicht mit den Gewerkschaftsvertretern besprochen worden und er habe keinen Alternativposten im Institut angeboten worden, sagte Herman am Sonntag bei einer Talkshow im privaten Fernsehsender Prima. Der Ex-Leiter forderte zudem von den für seine Kündigung verantwortlichen Mitgliedern des Institutsrates eine Entschuldigung wegen Rufschädigung.

Am Institut zum Studium totalitärer Regime wird vor allem über die Geschichte der kommunistischen Tschechoslowakei geforscht. Zudem verwaltet das ÚSTR die Akten des ehemaligen Geheimdienstes und weiterer Sicherheitsorgane der früheren ČSSR.

Bilanz 2012: 89.000 ausländische Patienten in tschechischen Krankenhäusern behandelt

Tschechische Krankenhäuser haben im vergangenen Jahr mehr als 89.000 Ausländer behandelt. Die Behandlungen kosteten umgerechnet insgesamt 25 Millionen Euro. Dies gab das Tschechische Statistikamt bekannt. Am häufigsten behandelt wurden Patienten aus der Slowakei (ca. 17.000), der Ukraine (ca. 12.000) und aus Russland (ca. 8000). Deutsche rangierten in der Statistik diesmal nicht auf dem dritten, sondern nur dem fünften Platz.

2000 Radfahrer demonstrieren in Prag für fahrradfreundlichere Stadt

Rund 2000 Fahrradfahrer haben sich in Prag am Samstag mit der bereits traditionellen „Großen Frühjahrsfahrt“ für eine fahrradfreundlichere tschechische Hauptstadt eingesetzt. Die Aktion wurde von der Umweltorganisation AutoMat veranstaltet. Die Zahl der Radfahrer in Prag steige, sagte Vit Masare von AutoMat. Laut neuesten Erhebungen des Magistrats nutzten 120.000 Hauptstadtbewohner regelmäßig den Drahtesel und weitere 80.000 mindestens einmal pro Woche, so Masare.

Die Große Frühjahrsfahrt war am Samstagnachmittag auf dem Platz Náměstí Jiřího z Poděbrad gestartet worden und führte rund elf Kilometer weit. Endpunkt war am frühen Abend der Güterbahnhof Žížkov, der vor kurzem zum Kulturdenkmal ausgerufen wurde.

Tennis: Tschechien verkürzt auf 1:2 im Fed-Cup-Halbfinale in Italien

Petra Kvitová hat die Chancen der tschechischen Tennisspielerinnen auf eine Verteidigung des Fed Cups belebt. Im Halbfinale des Wettbewerbs in Italien verkürzte die 23-Jährige im ersten Spiel am Sonntag auf 1:2 nach Matches. Kvitová hatte einen äußerst schlechten Start in ihr Match gegen Sara Errani und verlor den ersten Satz deutlich mit 2:6. Erst danach fand sie zu ihrem Spiel und drehte das Match mit 6:2 und 6:0 in den folgenden Sätzen zu ihren Gunsten. Wegen einer Regenpause hatte Kvitová ihre Begegnung am Sonntag erst um 16.15 Uhr begonnen, Das vierte Einzel kann mit großer Wahrscheinlichkeit erst am Montag ausgetragen werden.

Am Samstag hatte Lucie Šafářová zum Auftakt mit 4:6 und 2:6 gegen Errani verloren. Im zweiten Einzel musste sich dann auch die favorisierte Petra Kvitová mit 4:6 und 1:6 gegen Roberta Vinci geschlagen geben.

Eishockey: Im Playoff-Finale fällt Entscheidung über neuen Landesmeister

Am Sonntagabend fällt die endgültige Entscheidung über den neuen tschechischen Eishockeymeister. Im entscheidenden siebten Spiel in der Playoff-Finalserie über vier Siege empfängt die PSG Zlín den HC Škoda Plzeň. Beide Teams haben im Finale jeweils dreimal gesiegt.

Am Freitag hatte Plzeň / Pilsen die Chance verpasst, vorzeitig zum ersten Mal den Meistertitel zu holen. Mit 2:5 verloren die Westböhmen vor eigenem Publikum gegen den Gegner aus Ostmähren.

Das Wetter am Montag, 22.4.: veränderlich bewölkt, Schauer, bis 22 Grad

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend heiter. Im Laufe des Tages können örtlich die Wolken auch dichter sein, dann sind Schauer möglich, vereinzelt auch Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte 13 Grad Celsius.