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EU-Hilfsmission für Mali: Tschechien will Militärausbilder schicken

Tschechien will sich an der geplanten EU-Ausbildermission in Mali beteiligen. Das Mitte-Rechts-Kabinett hat am Mittwoch die Entsendung von bis zu 50 Militärberatern in das westafrikanische Land beschlossen. Das gab Premier Petr Nečas bekannt. Die EU-Ausbilder sollen die malische Armee für den Kampf gegen islamistische Rebellen schulen. Das tschechische Parlament muss dem Auslandseinsatz noch zustimmen. Die oppositionellen Sozialdemokraten signalisierten bereits Entgegenkommen. Eine Teilnahme an Kampfhandlungen müsse aber strikt ausgeschlossen sein, erklärte deren Parteichef Bohuslav Sobotka. Das Verteidigungsministerium veranschlagt die Kosten eines 15-monatigen Einsatzes mit umgerechnet 8,5 Millionen Euro.

Die Islamisten hatten im Frühjahr vergangenen Jahres begonnen, den Norden von Mali zu besetzen. Die Streitkräfte des Landes konnten den Vormarsch der Religionsfanatiker in Richtung der Hauptstadt Bamako erst nach der Hilfe durch Frankreich stoppen. Rund 4000 französische Soldaten sind in dem westafrikanischen Staat stationiert.

Premier Nečas: EU-Budgetrahmen bis 2020 für Tschechien nicht akzeptabel

Premier Petr Nečas kritisiert den neuen Budgetrahmen der Europäischen Union. Dieser sei nicht akzeptabel für Tschechien, sagte er am Mittwoch den Mitgliedern des Europa-Ausschusses im Abgeordnetenhaus. Die Tschechische Republik wolle bei der bevorstehenden Diskussion über den Budgetrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 einen höheren Betrag aushandeln. Sein Ziel sei, dass Tschechien im zugeteilten Geldvolumen pro Einwohner an etwa sechster Stelle unter den EU-Staaten liege, so Nečas. Der EU-Haushalt solle ein Instrument der Solidarität mit den weniger entwickelten Staaten sein, betonte der tschechische Regierungschef.

Designierter neuer Staatspräsident Zeman trifft Premier Nečas

Der designierte neue Staatspräsident Miloš Zeman und Premier Petr Nečas sind am Dienstagabend zu einem zweistündigen Gespräch zusammengetroffen. Das Treffen sei korrekt verlaufen, sagte der konservative Regierungschef im Anschluss. Die Pläne des linksgerichteten Staatspräsidenten, in Zukunft regelmäßig an den Regierungssitzungen teilzunehmen, halte er für normal, so Nečas.

Zeman gilt als scharfer Kritiker der Regierungskoalition, immer wieder hatte er ihre Politik als ungerecht und unsozial bezeichnet. Auch seine Wahlkampagne hatte Zeman auf die Kritik der jetzigen Regierung gestützt. Unter anderem fordert er vorgezogene Parlamentswahlen. Nečas sagte dazu am Dienstag, man müsse zwischen den Aussagen im Wahlkampf und den reellen politischen Schritten unterscheiden.

Tschechischer Export erreicht neue Rekordzahlen

Der tschechische Export hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekordumfang erreicht. Erstmals wurde die Marke von 3 Billionen Kronen (40 Milliarden Euro) geknackt. Dies geht aus den Angaben des tschechischen Statistikamtes und des Ministeriums für Industrie und Handel hervor. Auch beim Exportüberschuss wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Er wuchs gegenüber 2001 um rund die Hälfte auf 310 Milliarden Kronen (12,4 Milliarden Euro). Hauptexportgüter waren erneut Maschinen und Autos.

Tschechische Ärzte entwerfen Plan für Kampf gegen Alkoholsucht

Tschechische Fachärzte haben am Mittwoch einen Aktionsplan für den Kampf gegen Alkoholsucht vorgelegt. Das neue Konzept soll dazu beitragen, dass sich mehr Menschen einer Entzugsbehandlung unterziehen. Der Vorsitzende der Gesellschaft für Suchtkrankheiten, Petr Popov, nannte als einen Grund die Erfahrungen aus dem Skandal um gepanschten Schnaps. 39 Menschen sind in Tschechien bisher nach dem Genuss von vergiftetem Alkohol gestorben. Die Gefahr der Alkoholsucht werde in Tschechien unterschätzt, sagte Popov.

Den Statistiken nach trinken Tschechen im Alter über 15 Jahre durchschnittlich 16,6 Liter reinen Alkohols pro Jahr. Der Durchschnitt in der EU liegt dabei bei 12,5 Litern. nach Angaben der Ärzte sind 12,5 Prozent der Männer und 2,7 Prozent der Frauen in Tschechien alkoholsüchtig.

Prominenter Arzt Barták erhält wegen mehrfacher Vergewaltigung 14 Jahre Haft

Der prominente tschechische Arzt Jaroslav Barták muss wegen mehrfacher Vergewaltigung von früheren Mitarbeiterinnen für 14 Jahre ins Gefängnis. Das Urteil des Prager Stadtgerichts ist allerdings noch nicht rechtskräftig, eine Berufung ist möglich. Barták habe von den Frauen Sex als Teil des Beschäftigungsverhältnisses gefordert, hatte die Anklage vorgetragen. Der 54-jährige Klinikleiter streitet indes alle Anklagepunkte ab und behauptet, Opfer einer Verschwörung zu sein.

Dem Urteil nach hat Barták zwischen 2006 und 2011 insgesamt zehn Arzthelferinnen sexuell bedrängt. Sechs von ihnen habe er vergewaltigt, drei genötigt und eine erpresst, heißt es weiter. Das gewalttätige Verhalten des Arztes flog erst auf, als er eine seiner Assistentinnen bei einer Geschäftsreise auf den Philippinnen verletzte und diese darauf Schutz in der tschechischen Botschaft suchte.

Tschechischer Leitzinssatz bleibt unverändert

Der Leitzinssatz bleibt in Tschechien unverändert auf einem Rekordtiefstwert. Der Bankenrat der tschechischen Nationalbank beschloss am Mittwoch keine Änderungen. Der Wert liegt derzeit bei 0,05 Prozent. Einige Wirtschaftsexperten erwarten bis Ende 2014 keine Änderungen.

Weltkriegs-Granate führt zu Straßensperrung in Prager Innenstadt

Wegen einer Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Mittwoch mehrere Straßen in der Innenstadt von Prag gesperrt worden, darunter auch die Geschäftsmeile Národní třída (Nationalstraße). Kampfmittelräumer bargen den Blindgänger und sicherten ihn. Zur Entschärfung wurde er an einen Ort außerhalb Prags gebracht. Der rund 60 Zentimeter lange Sprengsatz war bei Bauarbeiten in der Spálená-Straße gefunden worden.

Febiofest: Schauspielerin Geraldine Chaplin kommt als Stargast

Die amerikanische Schauspielerin Geraldine Chaplin wird Stargast beim Febiofest in Prag sein. Zudem wird bei dem Filmfestival eine neue Wettbewerbssektion für mittellange Filme eingeführt. Dies gab Febiofest-Leiter Fero Fenič am Mittwoch in Prag bei einer Pressekonferenz bekannt. Das Filmfestival findet vom 14. bis 22 März statt. Insgesamt sind in diesem Jahr 180 Filme zu sehen, die erneut im Multiplexkino Cinestar Anděl gezeigt werden. Der Vorverkauf für das Festival startet am 6. März.

Eisschnelllauf: Sáblíková und Erbanová sagen Mehrkampf-WM ab

Die tschechische Eisschnellläuferin Martina Sáblíková wird definitiv nicht an der Mehrkampf-WM kommende Woche im norwegischen Hamar teilnehmen. Die Doppelolympiasiegerin soll wegen Rückenproblemen weiter geschont werden, teilte ihr Trainer Petr Novák am Mittwoch in Inzell mit. Sáblíková trainiert derzeit in dem bayerischen Ort. Außer der 25-jährigen Langstreckenspezialistin fährt auch ihre Teamkollegin Karolína Erbanová nicht zur WM. Ihre Absage begründete Trainer Novák mit ihrer Ermüdung durch das anspruchsvolle Sprint-Programm im Weltcup.

Martina Sáblíková hätte in Hamar WM-Silber verteidigt. Seit einigen Wochen kämpft sie jedoch mit Rückenproblemen. Zwar bessere sich ihr Gesundheitszustand etwas, hieß es, aber noch sei sie nicht zu 100 Prozent fit.

Das Wetter am Donnerstag, 7.2.: Wolken, etwas Schnee, bis 4 Grad Celsius

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt, mit örtlich leichtem Schneefall. Nur vereinzelt können die Wolken auch auflockern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 und 4 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte -3 Grad Celsius.