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Präsident Klaus kritisiert Schwarzenbergs Aussagen zu Beneš-Dekreten

Der tschechische Präsident Václav Klaus hat den Außenminister und Präsidentschaftskandidaten Karel Schwarzenberg für dessen Aussagen über die Beneš-Dekrete kritisiert. Er könne dem Minister dessen Aussagen nie verzeihen, sagte Klaus am Samstag. Dass Schwarzenberg so etwas denke, wisse er seit langem. Dass er mit seinen Ansichten im Präsidentschaftswahlkampf auftrete, habe er nicht erwartet, so Klaus weiter.

Schwarzenberg hatte in einem TV-Duell am Donnerstag gesagt, dass die Beneš-Dekrete seit 20 Jahren nicht mehr gelten würden, nachdem die Liste von Grundrechten und Freiheiten in die tschechische Verfassung eingegliedert. worden sei. Am Freitag korrigierte er dann seine Äußerung in dem Sinne, die Beneš-Dekrete hätten nur ihre Wirkung verloren. In Reaktion auf die Kritik des Staatspräsidenten führte Schwarzenberg am Samstagabend an, er empfehle ihm, aufmerksam zu lesen, was gesagt wurde. Er stelle die Nachkriegsordnung nicht infrage, diese sei unveränderlich, der Besitz der Bürger in der Tschechischen Republik sei nicht bedroht, betonte Schwarzenberg.

Präsidentenwahl: Zeman und Schwarzenberg diskutierten im zweiten TV-Duell

Die beiden Kandidaten für das Amt des tschechischen Staatspräsidenten, Miloš Zeman und Karel Schwarzenberg, sind sich am Freitagabend beim zweiten TV-Duell gegenüber gestanden. Der private TV-Sender Prima hat ihre Debatte als eine politische Show arrangiert, bei der unter anderem über den tschechischen Humor diskutiert wurde sowie Anekdoten erzählt wurden. Die Glossen der beiden Kandidaten zum politischen und alltäglichen Leben wurden häufig mit Zitaten und Bonmots ergänzt. Trotz der aufgelockerten Atmosphäre kam es auch zu einigen Konfrontationen. Meinungsunterschiede gab es zum Beispiel in Bezug auf die Aussiedlung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Tschechische Soldaten beenden Nato-Mission in Litauen

Tschechische Soldaten haben am Samstag auf dem Militärflughafen in Čáslav in Mittelböhmen ihre Nato-Mission in Litauen beendet. Die tschechische Armee hat sich seit Ende August am Schutz des Luftraums über dem Baltikum beteiligt. Tschechien nahm bereits zum zweiten Mal an der Mission in diesem Gebiet teil. Jagdflugzeuge der tschechischen Armee vom Typ Gripen waren dort im Einsatz. Tschechische Piloten haben während des Aufenthalts in Litauen insgesamt 298 Flüge absolviert. Sie stiegen auch bei 15 Alarmstarts bei der Verletzung des Luftraums auf.

Regierungsgegner treffen sich auf „Großem Tag“ in Prag

Mehrere hundert Gegner der Regierung Petr Nečas haben sich am Samstag im Rahmen des so genannten „Großen Tags“ in Prag getroffen. Das Treffen wurde von den Burgerinitiativen „Holešovská výzva“ und „Obecná porada o nápravě“ veranstaltet. Die Teilnehmer verlangten einen Rücktritt der Regierung Nečas. Sie fordern die Direktwahl von Abgeordneten, Bürgermeistern und Hauptleute sowie die Möglichkeit, Politiker in einer Volksabstimmung abberufen zu können. Am Kongress nahmen unter anderen auch der unabhängige Senator und gescheiterte Präsidentschaftskandidat Tomio Okamura und der Abgeordnete von der Partei der Öffentlichen Angelegenheiten Vít Bárta teil.

Novelle zur Straßenverkehrsordnung tritt in Tschechien in Kraft

Eine Novelle zur Straßenverkehrsordnung tritt an diesem Samstag in Tschechien in Kraft. Mit dieser Novelle wird unter anderem die Gültigkeit der Führerscheine von zehn auf fünf Jahre verkürzt. Des Weiteren werden Bedingungen für Motorradfahren geändert und eine objektive Verantwortlichkeit des Fahrzeugeigentümers eingeführt. Im Falle eines Verstoßes, der mit einer Kamera aufgezeichnet wurde, muss der Eigentümer die Geldstrafe bezahlen, ohne Rücksicht darauf, ob er das Auto in dem Moment gefahren hat oder nicht. Beziehungsweise hat der Eigentümer die Möglichkeit, innerhalb von 15 Tagen die Identität des Fahrers anzugeben.

Pfarrer Trojan: Palachs Tat sei in der europäischen Geschichte einzigartig gewesen

Vor genau 44 Jahren, am 19. Januar 1969, ist der damalige Student Jan Palach an seinen Verbrennungen in einem Prager Krankenhaus verstorben. Drei Tage zuvor, am 16. Januar 1969 hatte er sich auf dem Prager Wenzelsplatz öffentlich verbrannt. Der Student protestierte damit gegen die sowjetische Besatzung und wollte mit seiner Tat die Tschechen und Slowaken wachrütteln.

Seine Tat sei in Europa ganz einzigartig. Es sei eine Botschaft gewesen, die die Menschen aufgefordert habe, sich Gedanken über ihre eigene Verantwortlichkeit zu machen. Anlässlich des 44. Todestags sagte dies der evangelische Pfarrer Jakub Schwarz Trojan, der mit Palach bekannt war und sich an dessen Beerdigung beteiligte. „Es war nicht nur Tod eines jungen Menschen, es war kein Selbstmord. Es war ein Selbstopfer, und das ist grundlegend“, sagte Trojan gegenüber dem Tschechischen Fernsehen.

Grippewelle fordert 24. Todesopfer

Die derzeitige Grippewelle hat in der Tschechischen Republik bereits 24 Menschen das Leben gekostet. An die 140 Patienten werden zurzeit wegen der Grippe in Krankenhäusern behandelt. Die Erkrankung betrifft am stärksten Schüler zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr. Die Epidemie verbreitet sich vom Westen her, zuletzt ist sie im Südböhmischen Kreis ausgebrochen, nun beginnt sich eine Atemwegserkrankungswelle auch im Kreis Hradec Králové / Königsgräz auszubreiten. Das Gesundheitsministerium stellt die antivirotischen Medikamente Tamiflu und Relenza den Krankenhäusern zur Verfügung.

Österreicher stirbt beim Ausbruch einer Bombe in Südböhmen

Ein unbekannter Mann ist am Samstagmorgen in České Velenice an der Grenze zu Österreich beim Ausbruch einer Bombe gestorben. Laut Angaben der Polizei handelt es sich um einen 42jährigen Mann aus Österreich. Die Polizei vermutet einen Selbstmord. Er habe die Bombe am Körper getragen und sich höchstwahrscheinlich selbst in die Luft gesprengt, hieß es nach den ersten Ermittlungen.

Skispringen: Tscheche Matura feiert in Sapporo ersten Weltcup-Sieg

Der Tscheche Jan Matura hat am Samstag im japanischen Sapporo seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Mit 132 und 135 Metern verwies der 32-Jährige den Norweger Tom Hilde auf Rang zwei. Dritter wurde der Slowene Robert Kranjec, der 9,3 Punkte vor Freund lag. Er habe darauf seine ganze Karriere gewartet, sagte Matura nach dem Sieg. Er ist der siebte Tscheche in der Geschichte, der Gold beim Weltcup erkämpft hat. Zuletzt gelang es Jakub Janda in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2006.

Das Wetter am Sonntag: bedeckt, leichter Schneefall, bis -1 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt, mit leichtem Schneefall, vereinzelt Nebel. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -5 bis -1 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal -4 Grad Celsius. erreicht. Der Wetterdienst warnt vor Eisglätte.