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Außenminister Schwarzenberg verteidigt Ausbau Temelíns in Interview für „Profil“

Außenminister Karel Schwarzenberg hat gegenüber dem österreichischen Nachrichtenmagazin Profil die tschechischen Pläne für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelín verteidigt. Der Atomunfall in Fukushima habe darauf keinen Einfluss, so Schwarzenberg. Es sei andersherum „eine merkwürdige Welt, in der ein Erdbeben und ein Welle im nördlichen Japan zu einem politischen Wandel in Baden-Württemberg und dann zu einer Umkehr der deutschen Energiepolitik geführt haben“, sagte der Minister dem Magazin. Der letzte Tsunami in Böhmen habe sich wohl vor 500 Millionen Jahren ereignet und man erwarte „für die nächsten paar Tausend Jahre auch keinen weiteren“. Tschechien möchte zu den zwei bisherigen Reaktorblöcken in Temelín noch zwei weitere bauen.

Staatsanwälte kritisieren Amnestie von Präsident Klaus

Die Union der tschechischen Staatsanwälte hat konkrete Punkte der Amnestie kritisiert, die Staatspräsident Václav Klaus am Neujahrstag verkündet hatte. Die Staatsanwälte wenden sich vor allem gegen die allgemeine Einstellung von Strafverfahren, die sich mehr als acht Jahre hinziehen und bei denen das Strafmaß zehn Jahre nicht überschreitet. Klaus hatte diesen Schritt mit dem Hinweis auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte begründet. Die tschechischen Staatsanwälte weisen jedoch darauf hin, dass der Menschengerichtshof von Fall zu Fallentscheidet, wohingegen Klaus allgemein diese Fälle einstellen lässt. Auch die Beschränkung auf ein Strafmaß von bis zu zehn Jahren hält die Union für zu großzügig. Darunter würden auch schwere Wirtschaftsverbrechen fallen, heißt es in einem Schreiben des Präsidiums der Staatsanwälte-Union.

Staatspräsident Klaus hatte in seiner Rede zu Neujahr eine große Teilamnestie verkündet. Sie bezieht sich vor allem auf Straftäter, die vor dem 1. Januar 2013 verurteilt wurden und bis zu einem Jahr Haft erhalten haben, aber auch auf weitere Straftäter. Die Amnestie wurde wegen ihres Umfangs sofort von vielen Seiten kritisiert.

Amnestie: Freigelassener der Körperverletzung mit Todesfolge verdächtig

Ein durch die Präsidenten-Amnestie freigekommener Strafgefangener wird der Körperverletzung mit Todesfolge verdächtigt. Der 55-jährige Mann soll einen Konflikt gehabt haben mit einem Mann, der am Freitag in der Region Cheb / Eger tot aufgefunden wurde. Eine Obduktion soll nun den Grund für den Tod erhellen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der amnestierte Strafgefangene wurde am Freitag bereits in Untersuchungshaft genommen.

Laut einer Einschätzung des tschechischen Instituts für Kriminologie und Prävention könnte rund die Hälfte der durch die Amnestie freigekommenen 7000 Menschen innerhalb von zwei Jahren erneut im Gefängnis landen.

Flüsse in West- und Nordböhmen über die Ufer getreten

In West- und Nordböhmen sind wegen des anhaltenden Regens einige Flüsse und Bäche über die Ufer getreten und haben Keller und Straßen unter Wasser gesetzt. Am kritischsten war die Lage am Flüsschen Svatavá / Zwodau in Kraslice / Graslitz, am Samstagvormittag fiel aber der Wasserpegel dort bereits wieder. Auch die Bílina / Bilin in Nordböhmen trat über die Ufer, die Feuerwehr musste deswegen zu mehr als 30 Einsätzen ausrücken. Vor allem mussten Keller ausgepumpt und umgestürzte Bäume beseitigt werden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In geringerem Maße waren Feuerwehreinsätze auch im Kreis Liberec / Reichenberg nötig.

Tour de Ski: Lukáš Bauer vor Schlussetappe auf Rang sechs

Skilangläufer Lukáš Bauer liegt vor der abschließenden Etappe der Tour de Ski auf dem sechsten Rang der Gesamtwertung mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf den Führenden, Titelverteidiger Dario Cologna aus der Schweiz. In der vorletzten Etappe über 15 Kilometer klassischen Stils in Val di Fiemme lief Bauer am Samstag auf Rang 15 mit 14 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger Alexej Poltoranin aus Kasachstan. Damit tauschten Poltoranin und Bauer in der Gesamtwertung ihre Plätze im Gesamtklassement.

Bauer hatte das Rennen am Samstag gut begonnen und erhielt zwei Zeitgutschriften, in den Abfahrten verlor der zweimalige Toursieger jedoch. Insgesamt zeigte sich Lukáš Bauer jedoch zufrieden mit seiner Leistung. Am Sonntag folgt mit dem Aufstieg auf die Alpe Cermis im freien Stil das Finale der Tour de Ski.

Tennis: Zakopalová verliert Finale in Shenzhen

Tennisspielerin Klára Zakopalová hat das Finale des WTA-Turniers im chinesischen Shenzhen verloren. Die Tschechin musste sich am Samstag der einheimischen Spielerin Li Na nach großem Kampf in drei Sätzen mit 3:6, 6:1 und 5:7 geschlagen geben. Der Finaleinzug beschert Zakopalová immerhin die beste Weltranglistenplatzierung ihrer bisherigen Karriere: Die 30-Jährige steigt damit auf den 23. Rang.

Klára Zakopalová stand das letzte Mal im September 2010 im Finale eines WTA-Turniers. Der letzte Turniergewinn der gebürtigen Pragerin liegt fast acht Jahre zurück.

Fußball: David Jarolím vor Rückkehr zum Hamburger SV – als Trainer

Der frühere tschechische Nationalspieler David Jarolím steht vor einer Rückkehr zum Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Allerdings soll der 33-Jährige erst zur neuen Saison und nicht als Profi an die Elbe kommen. Jarolím bleibe bis zum Sommer bei seiner Frau in Prag, danach fange er aller Voraussicht nach beim HSV als Trainer an, twitterte HSV-Sprecher Jörn Wolf am Freitag. David Jarolím war nach seiner überraschenden Vertragsauflösung beim französischen Erstligisten FC Evian im November zuletzt mit dem Zweitliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern in Verbindung gebracht worden.

Zwischen 2003 und 2012 erzielte Publikumsliebling Jarolím für den HSV 14 Treffer in 257 Begegnungen, bei Evian war der defensive Mittelfeldakteur in seinem zweieinhalbmonatigen Gastspiel, das er aus „persönlichen Gründen“ abbrach, nur fünfmal zum Einsatz gekommen.

Das Wetter am Sonntag, 6.1.: Wolken, Regen oder Schnee, bis 8 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien stark bewölkt, örtlich mit Regen, in den Bergen Schnee. Die Schneefallgrenze liegt im böhmischen Landesteil bei 1100 Metern, in Mähren und Schlesien bei 600 Metern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 4 bis 8 Grad Celsius, im Nordosten des Landes werden nur 2 Grad Celsius erreicht.