Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Abstimmung über Steueränderungen wird wegen Zersplitterung in der ODS um eine Woche verschoben

Das Abgeordnetenhaus vertagt die Debatte über das Steuerpaket. Auf Antrag der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) und trotz des Widerstandes der Opposition haben die Abgeordneten am Dienstag beschlossen, die laufende Sitzung für eine Woche zu unterbrechen. Während der Sitzung soll über das Steuergesetz abgestimmt werden, mit dem das Regierungskabinett Nečas die Vertrauensfrage verknüpft hat. Für das Sparpaket findet die stärkste Regierungspartei jedoch nicht einmal in ihrer eigenen Abgeordnetenfraktion die notwendige Unterstützung. Sechs ODS-Abgeordnete lehnen die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer und eine zusätzliche Besteuerung von Personen mit hohen Einkommen ab. Eine Arbeitsgruppe der Bürgerdemokraten hat am Dienstag erneut keinen Kompromiss über eventuelle Änderungen im umstrittenen Steuerpaket der Regierung gefunden.

Die Abstimmung über das Sparpaket steht dank der Verschiebung erst nach dem Parteitag der ODS auf dem Programm. Der ODS-Kongress findet an diesem Wochenende statt.

Polizei ermittelt gegen Ex-Chef des Spionagedienstes Randák

Die Polizei ermittelt gegen den ehemaligen Chef des Spionagedienstes Karel Randák. Wie das Tschechische Fernsehens am Dienstag gemeldet hat, werde ihm vorgeworfen, sich an der Veröffentlichung der Höhe der Prämien für die hohe Beamte des Regierungsamtes Jana Nagyová beteiligt zu haben. Randák weist die Beschuldigung zurück. Gegenüber dem Tschechischen Fernsehen sagte er, die Verfolgung hänge mit seiner Kandidatur für den Posten des Staatspräsidenten ab. Randák will im Januar 2013 am Präsidentschaftswahlkampf teilnehmen. Wegen der unerlaubten Herausgabe geheimer Informationen drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Polizei verhaftet sieben gesuchte Tschechen in der Dominikanischen Republik

Die Polizei hat in der Dominikanischen Republik sieben Tschechen verhaftet, die Mitglieder einer kriminellen Bande sind. Die bis zu 20 Kriminellen sollen zahlreiche Verbrechen in Tschechien verübt haben. Die Festgenommenen werden unter anderem verdächtigt, Banken überfallen und Polizisten ermordet zu haben. Die sieben Tschechen seien am Montag nach Tschechien geflogen worden, teilte der Anwalt eines der Festgenommenen mit. An der Fahndung nach den Verdächtigen beteiligten sich tschechische sowie dominikanische Polizisten.

Tschechien erhält wieder EU-Fördergelder im Rahmen der Programme Umwelt und Verkehr

Die EU-Kommission zahlt wieder Fördergelder an Tschechien im Rahmen der Operationsprogramme Umwelt und Verkehrt. In den beiden Programmen wurden große Mängel festgestellt und im Jahr 2011 die Auszahlung der Finanzen seitens der EU gestoppt. Nun wurden etwa 1,72 Milliarden Euro an Tschechien wieder überwiesen.

Plattform „Stopp der Regierung“ plant Protestkundgebung am 17. November

Die Plattform „Stopp der Regierung“, in der sich Gewerkschaften und mehrere Bürgerinitiativen vereinigen, kündigt eine Protestkundgebung gegen die Regierung für den 17. November an. Der Leiter des Gewerkschaftsdachverbandes (ČMKOS) Jaroslav Zavadil sagte am Dienstag in Prag, die Koalitionsregierung habe nach den Kreis- und Senatswahlen ihr Mandat verloren. Sie sei ein Symbol der Arroganz und der Reformen, die keine Unterstützung hätten und die Gesellschaft spalteten, so Zavadil. Die Protestkundgebung mit dem Motto die „Demokratie sieht anders aus“ soll am Jahrestag der Samtenen Revolution stattfinden. Nach Zavadil regiere zurzeit das schlimmste Kabinett seit der Wende von 1989.

Temelín-Ausbau: Nur noch Russen und Amerikaner im Rennen

Der französische Atomkonzern Areva ist aus dem Bieterverfahren für die Erweiterung des tschechischen AKW Temelín ausgeschlossen worden. Der Temelín-Betreiber ČEZ wies eine letzte Beschwerde gegen die Entscheidung ab, wie ein Sprecher am Dienstag bestätigte. Areva habe die gesetzlichen Bestimmungen nicht erfüllt. Im Rennen um den Großauftrag bleiben damit ein russisch-tschechisches Konsortium sowie die amerikanische Westinghouse. Die Gesamtkosten werden auf sechs bis zwölf Milliarden Euro geschätzt.

Kulturministerium: Haus auf dem Wenzelsplatz ist kein Kulturdenkmal

Das Kulturministerium wird das Haus an der Ecke des Wenzelsplatzes und der Opletalova-Straße in Prag nicht zum Kulturdenkmal erklären. Dies teilte Jan Vondryska vom Kulturministerium mit. Damit darf der Hausbesitzer, der an der Stelle ein neues Gebäude bauen will, nun das historische Haus abreißen lassen. Die Veröffentlichung seiner Pläne im vorigen Jahr, rief viele negative Reaktionen hervor. Daraufhin protestierten Denkmalschutzexperten gegen den Abriss. Sie erinnerten daran, dass das Kulturministerium eher die Interessen des Staates im Bereich Denkmalschutz als die Interessen eines Privatinvestors verteidigen soll. Den geplanten Neubau kritisierte voriges Jahr auch Ex-Präsident Václav Havel.

20 Liter Pantschalkohol in Werstböhmen entdeckt

Die Polizei hat mindestens 20 Liter Pantschspirituosen bei vier Personen in der Umgebung von Domažlice / Taus in Westböhmen sichergestellt. Der Alkohol wurde nach Westböhmen von einem Mann gebracht, der ihn im Frühling und Sommer im ostmährischen Zlín gekauft hatte. Auf die Spur gebracht wurde die Polizei dank den Tests, die die Westböhmische Universität in Pilsen der Öffentlichkeit in der vergangenen Woche kostenlos angeboten hat. In einer Flasche wurde dabei unerlaubter Anteil Methanol entdeckt. Die Polizei hat daraufhin gepantschten Rum, Wodka und Pfefferminzlikör entdeckt.

In Brünn wurde der seligen Maria Restituta Kafka gedacht

In Brünn wurde der seligen Maria Restituta Kafka gedacht. Die Franziskanerin wurde 1943 von den Nazis in Wien hingerichtet. Der Namenstag der Maria Restituta wird von der Brünner und Wiener Diözese am 29. Oktober gefeiert. Ihr zu Ehren wurde ein Festgottesdienst in dem geistlichen Zentrum des Brünner Stadtteils Lesná zelebriert, das der seligen Maria Restituta geweiht ist. Zum Gottesdienst sind Gäste von der Partnerschaftspfarrei Brigittenau sowie Schwestern des Franziskanerordens gekommen, dem Maria Restituta angehörte.

Maria Restituta Kafka, mit bürgerlichen Namen Helene Kafka, wurde 1894 in Husovice / Hussowitz (heute: Stadtteil von Brünn) geboren. Nach zwei Jahren zog die Familie jedoch nach Wien – Brigittenau. Helene trat mit 19 Jahren der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen bei und nahm den Ordensnamen Maria Restituta an. Sie arbeitete als Schwester im Operationssaal im Krankenhaus Mödling. Ein Arzt verriet 1941, dass sie regimekritische Texte verbreitete. Maria Restituta wurde von der Gestapo verhaftet und am 30. März 1943 in Wien hingerichtet. 1998 wurde Restituta seliggesprochen. Im Brünner Stadtteil Husovice erinnert eine Gedenktafel an Restituta Kafta. Dort ist ebenfalls ein Park nach ihr benannt.

Tennis-Schaukampf in Prag: Scharapowa besiegt Kvitová und Šafářová

Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa besiegte in einem Schaukampf am Montagabend in der Prager O2-Arena die beste tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová mit 6:1. Da die 22-jährige Kvitová nach einer Viruserkrankung nicht völlig fit war, bestritt sie nur einen Satz gegen Scharapowa. Im zweiten Satz wurde sie durch Lucie Šafářová ersetzt. Die Tschechin unterlag Scharapowa mit 6:7. Kvitová sagte nach dem Spiel, sie habe sich wegen des bevorstehenden Fed Cup-Finales geschont. Es sei nicht einfach, nach einer Krankheit zu spielen, so Kvitová weiter. Sie sei, so die Tennisspielerin, jedoch froh, dass sie mit dabei sein konnte.

Vor dem Schaukampf der Tennisspielerinnen haben drei berühmte tschechische Sportler im Wettbewerb um den härtesten Tennisaufschlag und den präzisesten Treffer Kräfte gemessen. Die Eishockeylegende Jaromír Jágr beschleunigte den Ball beim Aufschlag auf 136 km/h und besiegte damit den dreifachen Olympiasieger im Speerwurf, Jan Železný, sowie den Europameister im Speerwurf, Vítězslav Veselý. Veselý bezwang seine beiden Gegner wiederum, im Wettstreit um den präzisesten Treffer.

Das Match gegen die Weltranglisten-Zweite nutzten Kvitová und Šafářová andererseits als Training für einen weiteren Saisonhöhepunkt – das Finale im Fed Cup. In der Endrunde des populären Mannschaftswettbewerbs der Tennisdamen stehen sich an diesem Wochenende Serbien und der Gastgeber Tschechien in der O2-Arena gegenüber.

Das Wetter am Mittwoch: bewölkt, bis 8 Grad Celsius

Am Mittwoch ist es in Tschechien bewölkt, örtlich ist es neblig oder bedeckt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 4 bis 8 Grad Celsius.