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Tschechien will die Einfuhr von Methanol staatlich kontrollieren

Wegen des Skandals um gepanschten Alkohol will der tschechische Staat nun die Einfuhr von Methanol kontrollieren. Dies gab Premier Petr Nečas nach Gesprächen mit den tschechischen Produzenten und Importeuren von Spirituosen und weiteren Verbänden am Dienstag bekannt. In vielen Fällen ließe sich Methanol im Produktionsprozess durch teureres Ethanol ersetzen, sagte der Premier. Nečas deutete deswegen an, dass Methanol in Tschechien in Zukunft besteuert werden könnte, um den Preisunterschied auszugleichen. Methanol wird unter anderem bei der Produktion von Frostschutzmittel oder als Zusatz zu Kraftstoffen verwendet.

Währenddessen wurde bereits das 26. Todesopfer bekannt, das am Genuss von Methanol-verseuchtem Alkohol gestorben ist. Ein 60-jähriger Mann war im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau tot in seiner Wohnung aufgefunden worden.

Deutscher Bundespräsident Gauck kündigt Besuch in Tschechien an

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wird am 10. Oktober die Tschechische Republik besuchen. Das Programm des eintägigen Aufenthalts wurde noch nicht veröffentlicht, laut Informationen der Presseagentur ČTK vom Dienstag sind aber Treffen mit Premier Petr Nečas und Staatspräsident Václav Klaus vorgesehen. Eventuell werde der Bundespräsident auch die Gedenkstätte in Lidice besuchen, hieß es. Es ist der erste Aufenthalt des 72-jährigen Gauck in der Tschechischen Republik in seiner offiziellen Funktion als deutsches Staatsoberhaupt.

Slowakei will Alkohol nach Tschechien zurückschicken

Der slowakische Landwirtschaftsminister Ľubomír Jahnátek hat verlangt, alkoholische Getränke, die wegen des Methanolskandals beschlagnahmt wurden, zurück in die Tschechische Republik zu schicken. Man werde, tschechische Spirituosen nur noch aus Abfüllungen akzeptieren, die nach dem Verkaufsverbot produziert wurden. Ältere Lieferungen müssten zurückgeschickt und von den Großhändlern auf eigene Kosten kontrolliert werden, erklärte Jahnátek. Die tschechischen Likörhersteller haben in der Slowakei einen Marktanteil von etwa 25 Prozent. Die slowakischen Importeure reagierten ablehnend auf die Vorschläge. Man sei in der Lage, die Herkunft der Spirituosen und auch ihrer Grundstoffe vollständig zu dokumentieren, sagte Roman Pócs vom Handels- und Reiseverkehrsverband der Slowakei.

Reiseagenturen: Pansch-Skandal könnte Tourismus in Tschechien schädigen

Die tschechischen Reiseagenturen befürchten, wegen des Alkohol-Pansch-Skandals könnten weniger ausländische Besucher ins Land kommen. Bisher seien zwar noch keine Reisen storniert worden, aber wegen der Reservierungszeiten dürften sich die Auswirkungen erst in drei bis vier Monaten zeigen, sagte ein Sprecher des Verbandes der tschechischen Reiseagenturen am Dienstag. Manche Besucher kämen nur wegen des billigen Alkohols nach Tschechien, erläuterte der Sprecher. Bisher ist laut den Angaben des Verbandes nur die Zahl der Hochzeitsreisen zurückgegangen.

Ärzte aus Visegrad-Staaten planen gemeinsamen Protest

Die Ärzte aus den vier Visegrad-Staaten Tschechien, Polen, Ungarn und Slowakei wollen Mitte November gemeinsam für höhere Löhne demonstrieren. Es sei ein symbolischer Protest geplant, der aber nicht den Praxisbetrieb beeinträchtigen werde, gab der Vorsitzende der tschechischen Ärztegewerkschaft (LOK), Martin Engel, bekannt. Der Protest solle eine Warnung sein, auf die bei Bedarf im kommenden Jahr umfangreichere Aktionen folgen könnten, so Engel.

Laut einer Analyse der tschechischen Krankenhäuser liegen die Gesundheitsausgaben in den Visegrad-Staaten bedeutend niedriger als im EU-Durchschnitt. So erreichen die Ausgaben in Tschechien 6,8 Prozent des Bruttoninlandsproduktes, in Polen und Ungarn 7,4 Prozent und in der Slowakei 7,8 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 9,7 Prozent.

Messe Düsseldorf will Mehrheitsanteil an der Messe Brünn verkaufen

Die Messe Düsseldorf will ihren Mehrheitsanteil an der Messe Brno / Brünn verkaufen. Das Vorkaufsrecht für die 61 Prozent Anteil hat der Magistrat der Stadt in Südmähren. Der Preis wurde nicht bekannt gegeben. Wie ein Sprecher des Brünner Rathauses informierte, will der Stadtrat bei seiner kommenden Sitzung über den Kauf beraten. Die Stadt besitzt bereits 34 Prozent an der Messe. Das Ausstellungsunternehmen hatte in den letzten Jahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen. 2009 und 2010 standen Verluste zu Buche, erst im vergangenen Jahr konnte die Messe wieder einen leichten Gewinn erzielen.

Agrarkammer: Traubenlese in diesem Jahr ein Drittel geringer als 2011

Die Traubenlese in Tschechien wird dieses Jahr um ein Drittel geringer ausfallen als im Spitzenjahr 2011. Die Reben seien vor allem durch das kalte Winterwetter und durch die Fröste im Mai geschädigt worden, gab die Agrarkammer am Dienstag in Prag bekannt. Laut dem Statistikamt wurden in diesem Jahr 91.000 Tonnen Trauben geerntet.

Mährisches Landesmuseum: Ausstellung über Frömmigkeit der früheren deutschen Bevölkerung

Im Mährischen Landesmuseum in Brno / Brünn ist eine zweisprachige Ausstellung über die Frömmigkeit der früheren deutschen Bevölkerung in den Böhmischen Ländern eröffnet worden. Unter dem Titel „Herr Gott! Vergessene Nachbarn“ werden vor allem religiöse Gebrauchsgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt. Die Gegenstände wie Kreuze, Heiligenbilder oder Gebetsbücher gehören zu den Sammlungen des Sudetendeutschen Museums in München. Laut den Kuratoren belege die Ausstellung, dass die deutschen Katholiken dieselben Gegenstände benutzt haben wie die tschechischen und zu denselben Wallfahrtsorten fuhren. Die Ausstellung wird bis Ende des Jahres zu sehen.

Tschechischer Film „Ve stínu“ führt Besucherhitliste an

Bereits in der zweiten Woche führt der neue Film von Regisseur David Ondříček, „Ve stínu“ (Im Schatten), die Besucherhitliste der tschechischen Kinos an. Über das Wochenende schauten sich 20.200 Zuschauer die Kriminalgeschichte im Stil eines „Film Noir“ über die stalinistische Epoche der tschechoslowakischen Republik in den 1950er Jahren an. Damit liegt der Film in der Besuchergunst noch vor Hollywood-Blockbustern wie „The Expendables 2“ und „Resident Evil“. Die Hauptrollen spielen der Tscheche Ivan Trojan und der Deutsche Sebastian Koch.

Tennis: Kvitová scheitert in Tokio bereits in zweiter Runde

Petra Kvitová, Tschechiens Tennishoffnung, ist beim WTA-Turnier in Tokio am Dienstagmorgen überraschend bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. Die an Nummer vier gesetzte Kvitová unterlag der 21-jährigen Kroatin Petra Martic mit 4:6 und 4:6. Die Kroatin hatte zuvor die Deutsche Andrea Petkovic in drei Sätzen besiegt. Im vergangenen Jahr konnte Kvitová noch das Halbfinale des Turniers in Japans Hauptstadt erreichen. Bereits in der ersten Runde des mit 2,1 Millionen Dollar dotierten Turniers war eine weitere Tschechin ausgeschieden: Andrea Hlaváčková musste in ihrem Auftaktmatch gegen die Serbin Ana Ivanovic wegen einer Verletzung aufgeben.

Lucie Šafářová konnte dagegen ungefährdet in die dritte Runde einziehen, da ihre Gegnerin, die 30-jährige Tschechin Klára Zakopalová, kampflos aufgeben musste.

Das Wetter am Mittwoch, 26. September: leicht bewölkt, bis 26 Grad

Nach der Auflösung von vereinzelten Frühnebelfeldern ist es am Mittwoch in Tschechien meist heiter. Im böhmischen Landesteil kommen gegen Abend erste Wolken auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 18 Grad erreicht, im Böhmerwald sogar bis zu 22 Grad Celsius.