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Vergiftungsserie: Regierung verbietet Verkauf von Branntwein an Ständen – 15 Tote bereits

Wegen der Vergiftungsserie mit vielen Toten hat die tschechische Regierung jedweden Verkauf harten Alkohols an Imbissbuden und Ständen bis auf weiteres verboten. Dies gab Gesundheitsminister Leoš Heger am Mittwoch nach der Kabinettssitzung bekannt. Das Verbot beziehe sich auf den Verkauf von Branntwein und Rum mit mehr als 30 Prozent Alkohol. Gegenüber dem Tschechischen Fernsehen ergänzte Heger am Abend, bei einer weiteren Verschlimmerung der Lage käme auch ein vorläufiges Verkaufsverbot harten Alkohols in allen Geschäften, Bars und Restaurants in Frage.

Seit Donnerstag vergangener Woche sind bereits 16 Menschen gestorben, nachdem sie gepanschten Alkohol getrunken hatten. Rund 30 weitere Menschen werden mit Methanolvergiftung in Krankenhäusern behandelt. Am Mittwoch hatte sich die Zahl der Toten seit dem Morgen fast stündlich erhöht. Experten sprechen von der schlimmsten Vergiftungsserie seit mehr als 30 Jahren.

Polizei behauptet, Alkoholpanscher auf der Spur zu sein

Die tschechische Polizei behauptet, einem möglichen Alkoholpanscher auf der Spur zu sein. Die Spur stehe im Zusammenhang mit der Verhaftung eines Verdächtigen, der im ostmährischen Zlín gepanschten Alkohol verkauft haben soll, gab ein Polizeisprecher am Mittwochmittag gegenüber den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks bekannt. Nähere Informationen könnten jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt werden, so der Sprecher weiter.

Lebensmittelinspektion prüft Alkoholproben von 400 Herstellern und Händlern

Die tschechische Landwirtschafts- und Lebensmittelinspektion hat in den vergangenen Tagen insgesamt über 400 Hersteller und Händler von hartem Alkohol kontrolliert. Derzeit würden die Proben in Labors ausgewertet, sagte eine Sprecherin des Amtes am Mittwochnachmittag. Die landesweiten Kontrollen wurden wegen der Vergiftungsserie durch gepanschten Alkohol durchgeführt.

Am Dienstag hatte die Lebensmittelinspektion bereits mitgeteilt, dass die Beifügung von Methanol bei der Produktion die Ursache für den gepanschten Alkohol sein müsse. Das giftige Methanol sei hingegen nicht bei der Fermentierung oder Destillation entstanden, hatte es geheißen.

Regierung verschiebt Debatte über Staatshaushalt für 2013

Die tschechische Regierung hat bei ihrer Sitzung am Mittwoch die Debatte über den Staatshaushalt für das kommende Jahr verschoben. Weil das Abgeordnetenhaus in der vergangenen Woche das von der Regierung vorgelegte Stabilisierungspaket nicht verabschiedet hat, ist die Planung des Haushalts erschwert. Die Koalition im Abgeordnetenhaus konnte nicht den sozialdemokratisch dominierten Senat überstimmen, der das Paket zuvor abgelehnt hatte. Im Paket ist die Mehrwertsteuererhöhung verankert, mit der das Finanzministerium für die Aufstellung des Budgets für 2013 rechnet. Sollte der höhere Steuersatz nicht verabschiedet werden, droht ein höheres Haushaltsdefizit als eigentlich von der Regierung geplant.

Finanzministerium: Tschechien droht wegen Regierungskrise schlechteres Rating

Tschechien droht laut dem Finanzministerium wegen der Regierungskrise um Mehrwertsteuererhöhung und Staatshaushalt eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Das Land könnte bei der Rating-Agentur Moody´s die Bonitätsbewertung A1 verlieren, hieß es. Dies bedeute ein Anstieg der Summe für die Schuldentilgung um bis zu zehn Milliarden Kronen im Jahr, sagte ein Ministeriumssprecher. Moody´s hatte die Tschechische Republik bereits im Mai gewarnt, dass eine eventuelle politische Instabilität das Rating des Landes in Zukunft beeinflussen könnte.

Staatspräsident Klaus legt Veto gegen Kinderschutzgesetz ein

Staatspräsident Václav Klaus hat gegen das neue Kinderschutzgesetz sein Veto eingelegt. Mit der Gesetznovelle will die Regierung die Zahl der Kinder in Heimen reduzieren und die Aufnahme in Pflegefamilien fördern. Laut Klaus wurden die neuen Regelungen unter dem Druck internationaler Institutionen wie der Unicef und der EU angenommen. Diese Institutionen hätten begonnen, ihr politisches Programm durchzusetzen, schreibt Klaus auf seinen Webseiten. Es gebe begründete Befürchtungen, dass in Tschechien die Schließung von Heimen drohte und die Kinder auf der Straße landeten, so das Staatsoberhaupt. Diese Befürchtungen würden durch die schlechten Erfahrungen mit weiteren Sozialreformen gestützt, hieß es weiter.

Das Abgeordnetenhaus wird nun erneut das Kinderschutzgesetz behandeln müssen. Die Abgeordneten können das Veto des Staatspräsidenten mit der absoluten Mehrheit von 101 Stimmen aufheben.

Nachprüfungen für das Zentralabitur: Ein Drittel fällt durch

Bei den Nachprüfungen für das tschechische Zentralabitur sind 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler durchgefallen. Insgesamt 17.600 Prüflinge hatten die Möglichkeit genutzt, noch einmal die Reifeprüfung zu probieren oder erstmals teilzunehmen, weil sie beim regulären Termin im Frühjahr verhindert gewesen waren. 5900 fielen durch. Weitere 3900 hatten sich zwar zur Nachprüfung angemeldet, waren aber nicht zum Termin erschienen. Dies geht aus den Zahlen der Firma Cermat hervor, die im Auftrag des Bildungsministeriums das Zentralabitur gestaltet und koordiniert.

Am häufigsten wurde die Mathematik zum Verhängnis: 56 Prozent der Teilnehmer scheiterte an diesem Prüfungsteil. Rund 30 Prozent kamen nicht mit dem Test in der deutschen Sprache zurecht, 19 Prozent mit dem im Englischen und 10 Prozent mit dem in Tschechisch.

Beliebter tschechischer Schauspieler Brzobohatý gestorben

Der beliebte tschechische Schauspieler Radoslav Brzobohatý ist am Mittwoch im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Tod habe ihren Mann mitten in einem Fernsehengagement ereilt und außerdem einen Tag vor seinem 80. Geburtstag, teilte seine Frau der Presseagentur ČTK mit. Brzobohatý hatte seit Mitte der 50er Jahre unzählige Auftritte in Film, Fernsehen und im Theater. Unter anderem spielte er im Film über das Attentat auf Reinhard Heydrich von Regisseur Jiří Sequens, der 1965 bei den Moskauer Filmfestspielen den Hauptpreis gewonnen hatte. Über 30 Jahre lang trat Brzobohatý zudem am Prager Theater „Divadlo na Vinohradech“ auf.

Pilsen: Theaterfestival „Divadlo“ beginnt

In Pilsen startet am Mittwoch das 20. internationale Theaterfestival Divadlo (Theater). Das Festival bietet bis zum 20. September über 40 Vorstellungen von Theaterensembles aus dem In- und Ausland. Am Eröffnungsabend wird das Katony-Theater aus Budapest Tschechows Stück Iwanow aufführen.

Fußball: Tschechien verliert Testspiel gegen Finnland

Die tschechische Fußballnationalmannschaft hat am Dienstagabend im nordböhmischen Teplice / Teplitz ein Testspiel gegen Finnland mit 0:1 verloren. Das Tor für Finnland schoss in der 43. Minute Stürmer Teemu Pukki vom Bundesligaklub Schalke 04. Der tschechische Nationaltrainer Michal Bílek bezeichnete nach der Begegnung die Einstellung seiner Spieler besonders in der ersten Halbzeit als „sehr schlecht“. Erst in der zweiten Hälfte habe der Einsatz gestimmt, auch wenn nichts Zählbares herausgekommen sei. Das tschechische Nationalteam wartet seit 378 Minuten auf ein eigenes Tor.

Das Wetter am Donnerstag, 13. September: Wolken und Regen

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist bedeckt, mit Regen oder Schauern. Vereinzelt sind auch Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 12 bis 16 Grad Celsius. Im östlichen Landesteil ist es etwas wärmer bei Höchstwerten von bis zu 23 Grad. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Maxima 11 Grad Celsius.