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Tschechische Armee entsendet Soldaten zum Schutz des baltischen Luftraums

Die tschechische Armee beteiligt sich in den kommenden vier Monaten am Schutz des Luftraums über dem Baltikum. Am Dienstag wurden die ersten der insgesamt 64 tschechischen Soldaten für die Nato-Mission nach Litauen entsandt. Es handle sich um Bodenpersonal, also Techniker und Logistikexperten, sowie Führungspersonal, sagte der stellvertretende Einsatzleiter David Schreier. Vier Jagdflugzeuge der tschechischen Armee vom Typ Gripen sollen erst am 30. August abheben. Tschechien nimmt nach 2009 zum zweiten Mal an der Mission zum Schutz des Luftraums von Litauen, Lettland und Estland teil.

Überfüllte Gefängnisse: Justizminister will elektronische Fußfesseln anstatt Haft

Justizminister Pavel Blažek will mit einem verstärkten Einsatz elektronischer Fußfesseln die überbelegten tschechischen Gefängnisse entlasten. Die Insassen sollten häufiger ab der Hälfte ihrer Strafe mit einer Fußfessel nach Hause entlassen werden, in manchen Fällen auch bereits nach einem Drittel der Strafe, sagte Blažek am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Prag.

In Tschechien sind derzeit mehr als 23.000 Menschen inhaftiert. Die Kapazität der Gefängnisse wird bereits seit längerer Zeit um etwa 10 Prozent überschritten, einzelne Gefängnisse sind sogar um 30 Prozent überbelegt. Die elektronische Fußfessel wurde bereits zu Beginn des Jahres 2010 hierzulande eingeführt. Seitdem hat ihre Anwendung bereits zu Einsparungen von 73 Millionen Kronen (2,9 Millionen Euro) geführt, wie es aus dem Ministerium hieß.

Gedenken an Einmarsch des Warschauer Paktes vor 44 Jahren

In Tschechien wird am Dienstag an den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes vor 44 Jahren erinnert. Der offizielle Gedenkakt fand am Vormittag vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks statt, der Rundfunk war damals als strategische Institution umkämpft. Die Vorsitzenden beider tschechischen Parlamentskammern und der Prager Oberbürgermeister legten Kränze am dortigen Mahnmal nieder.

Am 21. August 1968 marschierten die Truppen des Warschauer Paktes in die damalige Tschechoslowakei ein und schlugen so die Reformbewegung des Prager Frühlings nieder. In der größten Militäroperation Europas nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten eine halbe Million Soldaten aus der Sowjetunion, Polen, Ungarn und Bulgarien innerhalb weniger Stunden alle strategisch wichtigen Positionen der Tschechoslowakei. Die Bevölkerung leistete zivilen Ungehorsam. Obwohl die Proteste der Bevölkerung größtenteils friedlich verliefen, kam es zu gewaltsamen Übergriffen von. Am ersten Tag des Einmarsches starben 60 Menschen. In der Folge des Einmarschs wurden die Reformer wurden aus ihren Funktionen entfernt und aus der Partei ausgeschlossen, viele gingen in die Emigration. Die sowjetischen Truppen blieben bis 1991 im Land.

EU überweist wieder Gelder nach Tschechien

Die Tschechische Republik hat im August 9,3 Milliarden Kronen (370 Millionen Euro) von der Europäischen Union erhalten. Es ist die erste Zahlung, nachdem Tschechien wegen Problemen bei der Kontrolle einzelner Programme auf die weitere Beantragung europäischer Mittel verzichtet hatte. Die Programme wurden in dieser Zeit aus tschechischen Mitteln weitergeführt. Ende August wird eine weitere Tranche in Höhe von zwei Milliarden Kronen aus Brüssel erwartet. Finanzminister Miroslav Kalousek erklärte am Dienstag, Tschechien erfülle nun alle Anforderungen der EU aus dem so genannten Aktionsplan, daher können die Gelder nun wieder abgeschöpft werden. Daneben sei die Unabhängigkeit der Prüfer gestärkt worden, so Kalousek weiter.

Pardubice: Stickoxid-Wolke aus Chemiefabrik entwichen

Nach der Explosion eines Kessels in der Chemie- und Sprengstoff-Fabrik Synthesia im ostböhmischen Pardubice ist eine orangefarbene Wolke aus giftigen Stickoxiden (Nitrose-Gase) ausgetreten. Die Behörden riefen die 90.000 Einwohner der Stadt auf, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten. Nach Angaben der Betriebsleitung haben die extrem heißen Temperaturen der vergangenen Tage die Explosion begünstigt. Die Produktion wurde aus Sicherheitsgründen gestoppt. Bereits am Montag waren bei Synthesia Stickoxide entwichen, niemand war dabei zu Schaden gekommen.

Tschechische Bauern erhalten vorzeitig Hilfsmittel wegen Ernteausfällen

Tschechische Bauern sollen für Ernteausfälle wegen Trockenheit bereits jetzt umgerechnet insgesamt rund 370 Millionen Euro erhalten. Da die Ernteergebnisse im Schnitt um 20 Prozent unter der besonders guten Ernte des vergangenen Jahres liegen, will Landwirtschaftsminister Petr Bendl die Hälfte der möglichen Hilfsmittel vorzeitig loseisen. Dies gab der Ressortchef am Dienstag in Prag bekannt. Mit der Auszahlung von Subventionen wurde ansonsten erst ab Mitte Oktober gerechnet.

Polizei nimmt Männer fest, die Pervitin auch nach Österreich verkauften

Die tschechische Polizei hat in Südmähren zwei Männer festgenommen, die in großem Umfang Pervitin hergestellt und teilweise auch nach Österreich verkauft haben. Die Männer im Alter von 39 und 31 Jahren importierten aus Polen die Medikamente für die Herstellung der Droge, gab die Polizei bekannt. Über mehrere Verteiler wurde das Pervitin, das auch als Crystal Speed bekannt ist, dann in Mähren und in Österreich verkauft. Man gehe davon aus, dass die Männer insgesamt mehrere Kilogramm Pervitin hergestellt haben, sagte ein Polizeisprecher. Die Verdächtigen wurden auf frischer Tat ertappt, dabei seien 50 Gramm Pervitin sowie 20 Cannabis-Pflanzen sichergestellt worden, hieß es.

Mehrere Wochen alter Junge in Babybox in Pilsen abgegeben

In der Babybox in Plzeň / Pilsen wurde am Dienstagmorgen ein etwa zwei Wochen alter Junge abgelegt. Es ist das erste Kind, das in der Pilsener Babybox seit der Einrichtung im März 2011 abgegeben wurde. Der Junge sei gesund und habe bereits den Namen Norbert bekommen, so ein Sprecher des Babybox-Projekts. Insgesamt wurden in der Tschechischen Republik in sieben Jahren 76 Kinder in einer der Boxen abgegeben, im ganzen Land gibt es 51 dieser Einrichtungen. Sie sollen es Eltern ermöglichen, ohne Furcht vor Entdeckung oder Strafverfolgung unerwünschte Kinder zur Adoption freizugeben.

Handelsinspektion verhängt Rekordstrafe gegen Benzinpanscher

Wegen eines Rekordanteils an Ethanol im Benzin hat die Tschechische Handelsinspektion eine Rekordstrafe gegen eine Tankstelle verhängt. Bei einer Filiale der Firma Oil Group im Prager Stadtteil Bubny hatten die Inspektoren 50 Prozent Ethanol im Benzin gemessen, erlaubt sind maximal 5 Prozent. Der Tankstelleninhaber muss nun umgerechnet 80.000 Euro Strafe zahlen, wie die Handelsinspektion am Dienstag auf ihren Webseiten bekanntgab. Das Benzin sei wahrscheinlich gezielt gepanscht worden, sagte eine Sprecherin des Amtes dem Nachrichtenserver idnes.cz.

Fußball: Nationalspieler Pilař wird am Mittwoch am Knie operiert

Fußball-Nationalspieler Václav Pilař wird am Mittwoch in Augsburg am Knie operiert. Beim Länderspiel am Mittwoch in der Ukraine hatte sich der tschechische Mittelfeldspieler am Kreuzband verletzt. Pilař wird nach der Operation ein halbes Jahr sowohl dem Nationalteam in der WM-Qualifikation, als auch seinem Verein VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga fehlen. Den Eingriff nimmt der Spezialist Ulrich Boenisch vor.

Pilař war erst im Sommer nach Wolfsburg gewechselt. In der vergangenen Saison spielte der 24-Jährige beim tschechischen Erstligisten Viktoria Pilsen auf Leihbasis von seinem Stammverein FC Hradec Králové.

Das Wetter am Mittwoch, 22. August: Wolken, Gewitter und warm

Am Mittwoch ist es in Tschechien meist bewölkt, von Westen her setzen Schauer ein und Gewitter. Nur im Osten des Landes ist es anfangs noch heiter. Zum Abend hin lassen im böhmischen Landesteil die Niederschläge nach und die es klart auf. Die Temperaturen liegen unterschiedlich hoch: Im böhmischen Landesteil werden maximal 24 bis 28 Grad Celsius erreicht, in Mähren bis zu 35 Grad. In Höhenlagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 19 bis 23 Grad Celsius.