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Tschechischer Sicherheitsrat billigt Hilfsgelder für Afghanistan

Umgerechnet 3,2 Millionen Euro Entwicklungshilfe will Tschechien in den kommenden Jahren an Afghanistan überweisen. Dazu kommen noch 2,4 Millionen Euro für die afghanischen Sicherheitskräfte. Diese Vorhaben der Regierungskoalition für die Jahre 2014 bis 2017 wurden vom Sicherheitsrat der Tschechischen Republik am Dienstag gebilligt.

Tschechien engagiert sich derzeit in Afghanistan im Rahmen des lokalen Wiederaufbauteams in der Provinz Lugar. Das Team wird aber zu Beginn kommenden Jahres abgezogen. In der benachbarten Provinz Wardak ist zudem eine tschechische Einheit mit der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte beschäftigt und in Kabul unterrichten Instruktoren afghanische Helikopterpiloten im Umgang mit Hubschraubern russischer Bauart.

Deutschland und Tschechien wollen Drogenschmuggel besser bekämpfen

Im Kampf gegen die Droge Pervitin (Crystal Speed) wollen Deutschland und Tschechien enger zusammenarbeiten. Bewaffnete Zöllner beider Länder sollen in Zukunft beiderseits der Grenze auf Streife gehen. Die Verhandlungen darüber seien in einer „entscheidenden Schlussphase“, sagte Hartmut Koschyk, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, am Dienstag nach Gesprächen in Prag. Wie Finanzminister Miroslav Kalousek versicherte, soll der tschechische Zoll bei der Drogenbekämpfung mehr Kompetenzen erhalte.

Der Schmuggel von Pervitin hat an der tschechischen Grenze zu Sachsen und Bayern sprunghaft zugenommen. Nach 361 Kilogramm im Jahr 2010 wurden im vergangenen Jahr bereits 532 Kilogramm der Droge beschlagnahmt. Die Asienmärkte an der Grenze haben laut polizeilicher Erkenntnisse den Schwerpunkt ihrer illegalen Tätigkeit vom Verkauf gefälschter Markenware auf den Drogenverkauf verschoben. Der CSU-Politiker Koschyk sprach sich für eine stärkere Kontrolle der Grundstoffe aus, die für den Betrieb den Drogenküchen benötigt werden. Das könne auf europäischer Ebene koordiniert werden.

„Social Watch“ kritisiert Kürzungspolitik der tschechischen Regierung

Das tschechische Forum „Social Watch“ kritisiert die Kürzungspolitik der Regierung Nečas. Einschnitte bei den Sozialausgaben verbunden mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer träfen die ärmsten Menschen in Tschechien, heißt es im Jahresbericht von „Social Watch“. Das Forum verweist zudem auf die Korruption in Politik und Verwaltung. Dies würde die tschechischen Steuerzahler jährlich umgerechnet bis zu vier Milliarden Euro kosten.

Zum tschechischen Forum „Social Watch“ gehören unter anderem die Ökumenische Akademie Prag, die Organisation Gender Studies, das Forum 50 Prozent und die Masaryk-Akademie für Demokratie. Als internationales Netzwerk war „Social Watch“ 1995 nach dem Weltgipfel der Vereinten Nationen für soziale Entwicklung entstanden. Weltweit sind dem Forum über 700 Nichtregierungsorganisationen angeschlossen.

Tschechiens Wirtschaft rutscht stärker in die Rezession

Laut den neuesten Zahlen des Statistikamtes rutscht die tschechische Wirtschaft immer stärker in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt sank im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und um 0,2 Prozentpunkte zum ersten Quartal. Die Industrie, bisher der Motor der tschechischen Wirtschaft, habe im zweiten Quartal 2012 nachgelassen, zudem halte der Rückgang der Bauwirtschaft weiter an, so das Statistikamt. Auch andere Branchen schwächeln, weder Handel noch Tourismus konnten die Ergebnisse des Vorjahres erzielen.

Wirtschaftsanalysten sehen die bedingungslose Kürzungspolitik der Regierung Nečas als Hemmschuh für die tschechische Wirtschaft. Man dürfe sich nicht wundern, die Reallöhne seien in zwei Quartalen hintereinander gefallen und die Arbeitslosigkeit liege weiter auf Vorjahresniveau, sagte Markéta Šichtařová von Next Finance der Presseagentur ČTK.

Umweltverband Arnika kritisiert Weiterverkauf von MVA-Schlacke als Baumaterial

Wie der Umweltverband Arnika kritisiert, werden dioxinhaltige und weitere giftige Abfälle aus tschechischen Müllverbrennungsanlagen als Baumaterialien deklariert und weiterverkauft. Das toxische Gemisch werde dann als Schüttmaterial vor allem im Straßenbau und bei der Rekultivierung von Deponien eingesetzt, sagte der Arnika-Vorsitzende Jindřich Petrlík am Dienstag in Liberec / Reichenberg. Mehrere Tausend Tonnen giftige Abfälle aus der Verbrennung würden auf diese Weise verwertet und bedrohten damit die Umwelt, so Petrlík. In einem Fall in der nordböhmischen Region Frýdlant hat Arnika deswegen nun die Tschechische Umweltinspektion um eine Untersuchung gebeten.

Prag: Magistrat beschließt Änderungen im ÖPNV – scharfe Kritik der Stadtteile

Einige Prager Stadtteile kritisieren die zum 2. September geplanten Änderungen im öffentlichen Personennahverkehr. Die Verkehrsbetriebe wollen parallel führende Bus- und Straßenbahnlinien streichen und damit umgerechnet 16 Millionen Euro einsparen. Die ÖPNV-Nutzer würden zu Versuchskaninchen in einem Projekt, das im Verkehrschaos ende, sagte der stellvertretende Bürgermeister des vierten Bezirks, Jiří Bodenlos, gegenüber dem Nachrichtenserver idnes.cz. Auch Vertreter des fünften, sechsten und zehnten Bezirks äußerten Bedenken.

Verkehrsexperten der Prager Technischen Hochschule (ČVUT) hatten Ende Juli bereits empfohlen, die Änderungen zu überarbeiten. Der Prager Magistrat aber entschied am Dienstag, den neuen ÖPNV-Plan in der angedachten Weise umzusetzen.

Atomkraftwerke Temelín und Dukovany haben gemeinsamen Direktor

Die beiden Atomkraftwerke des tschechischen Energiekonzerns ČEZ haben einen gemeinsamen Direktor. Der bisherige Leiter des südböhmischen Meilers Temelín, Miloš Štěpanovský, hat zum Dienstag auch die Leitung von Dukovany übernommen. Hintergrund ist, dass der bisherige Dukovany-Direktor Tomáš Žák die Gültigkeit seiner Sicherheitsüberprüfung nicht verlängern ließ. Das zuständige Amt für Sicherheit hatte bereits im Frühjahr darauf aufmerksam gemacht und eine Frist zum Nachweis der Bescheinigung gesetzt. Die Frist lief nun ab, ohne dass Žák ein neues Dokument beigebracht hatte. Er wurde von ČEZ zum technischen Direktor zurückgestuft.

Finanzinvestor Penta übernimmt Arzneimittelgroßhandel Gehe Pharma aus Deutschland

Der tschechisch-slowakische Finanzinvestor Penta hat von der deutschen Celesio AG für 84,5 Millionen Euro den Arzneimittelvertrieb Gehe Pharma Praha und seine Apothekenkette Lloyds übernommen. Das erklärte der deutsche Konzern in einer Pressemitteilung am Dienstag. Allerdings müsse das tschechische Kartellamt der Übernahme noch zustimmen. Gehe Pharma Praha gehört zu den umsatzstärksten Medikamentengroßhändlern in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2010 konnte die Firma einen Umsatz von 9,9 Milliarden Kronen (400 Millionen Euro) erzielen.

Verkauf von Musik-CDs in Tschechien stark gestiegen

Der Verkauf von Musik-CDs ist in Tschechien nach Jahren der Stagnation erstmals wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr wanderten 2,1 Millionen CDs über die Ladentische, rund 44 Prozent mehr als noch 2010. Grund für den Anstieg sei ein starker Preisverfall, teilte Pavel Bodiš vom Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) mit. Der Durchschnittspreis einer CD sank in Tschechien von umgerechnet 6 Euro auf knapp 4,30 Euro.

In diesem Jahr feiert die Compact-Disk ihr 30-jähriges Bestehen. Am 17. August 1982 hatte die deutsche Polygram in Hannover erstmals den Silberling gefertigt, der später der Schallplatte den Rang ablief.

Tschechische Olympiasieger und Medaillengewinner zurück in Prag

Am Montagabend ist eine Sondermaschine des Militärs mit fünf der insgesamt zehn tschechischen Medaillengewinner aus London in Prag gelandet. An Bord waren die Olympiasieger Barbora Špotáková, David Svoboda und Jaroslav Kulhavý sowie zwei Bronzemedaillengewinner. Die vierte tschechische Olympiasiegerin, die Ruderin Miroslava Knapková, ist bereits vor einer Woche nach Tschechien zurückgekehrt.

Tennis: Kvitová gewinnt Turnier in Montreal

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat das WTA-Turnier in Montreal gewonnen. Im Finale besiegte sie am Montag (Ortszeit) die Chinesin Li-Na mit 7:5, 2:6 und 6:3. Die 22-jährige Tschechin begann ihr Spiel nervös und konnte erst im dritten Satz überzeugen. Kvitovás erster Sieg in Nordamerika brachte ihr ein Preisgeld von 385.000 Dollar ein und einen Sprung von Platz sechs auf Platz fünf in der Damen-Weltrangliste.

Das Wetter am Mittwoch, 15. August: schön und angenehm warm

Am Mittwoch ist es in Tschechien meist klar. Bei schönem Spätsommerwetter erreichen die Tageshöchsttemperaturen 23 bis 27 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 17 Grad, im Böhmerwald bis zu 21 Grad Celsius.