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Antikorruptionspolizei durchsucht Büros der Investitionsagentur CzechInvest

Die Antikorruptionseinheit der tschechischen Polizei hat am Mittwoch die Büros der staatlichen Investitionsagentur CzechInvest in Prag durchsucht. Gründe für die Razzia gab die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht an. Eine Sprecherin des Industrie- und Handelsministeriums teilte indes mit, die Durchsuchung beträfe einen Auftrag zur Auswahl von Gewerbeflächen für in- und ausländische Investoren. Czechinvest vertritt kleinere und mittlere Unternehmen, soll ausländische Investoren nach Tschechien holen und betreut auch einige von der EU geförderte Programme.

Nato-Botschafter warnt vor Kürzungen bei Verteidigungsausgaben

Der scheidende tschechische Botschafter bei der Nato und sein Nachfolger haben vor einer weiteren Kürzung der Verteidigungsausgaben im In- und Ausland gewarnt. Die Lage sei ernst, sagte der scheidende Botschafter Martin Povejšil. Sollte der Trend nicht umgekehrt werden und die Ausgaben in den meisten Nato-Staaten weiter sinken, drohten ernste Gefahren bis hin zu einer Krise der Verteidigungsfähigkeit. Povejšils Nachfolger Jiří Šedivý ermahnte, dass Tschechien bei sinkenden Verteidigungsausgaben der Allianz andere Formen der Beteiligung anbieten müsste.

In Tschechien sind die Ausgaben in den vergangenen Jahren am schnellsten von allen Nato-Ländern gesunken. Derzeit liegt ihre Höhe bei 1,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Allianz fordert indes 2 Prozent.

Weniger Roma-Kinder in tschechischen Sonderschulen

Die Zahl von Kindern der Roma-Minderheit in tschechischen Sonderschulen sinkt. Dies berichtet die Schulinspektion. In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil von 35 Prozent auf rund 26 Prozent gefallen, haben die Untersuchungen ergeben. Immer mehr Schulen würden versuchen, Roma-Kinder in den Hauptbildungszweig zu integrieren, erklärte eine Sprecherin des tschechischen Bildungsministeriums. Hintergrund ist eine neue Verordnung, die für die schulische Einstufung der Kinder sowohl eine Untersuchung durch eine Beratungsstelle als auch die Zustimmung der Eltern vorschreibt.

Den hohen Anteil von Roma-Kindern in Sonderschulen, die mittlerweile offiziell „praktische Schulen“ heißen, haben Menschenrechtsorganisationen aus dem In- und Ausland mehrfach kritisiert.

Tschechische Prominente unterstützen Kirchenrestitution

Fast 40 tschechische Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft setzen sich für das Gesetz über die Rückerstattung des Kircheneigentums ein. In einem Aufruf schreiben sie, dass nun 20 Jahre nach der politischen Wende erstmals die Chance bestehe, Kirchen und Gläubige für das Unrecht des kommunistischen Regimes zu entschädigen. Unterschrieben haben den Aufruf unter anderem die Witwe von Ex-Präsident Havel, Dagmar Havlová, der Schriftsteller Miloš Urban und der Grafiker Adolf Born.

Laut dem Regierungsbeschluss sollen die Glaubensgemeinschaften in Tschechien Eigentum im Wert von 2,9 Milliarden Euro zurückerhalten. Für den anderen Teil sollen sie mit umgerechnet knapp 2,4 Milliarden Euro entschädigt werden. Das Abgeordnetenhaus hat das Gesetz bereits verabschiedet, ab Mittwoch liegt es dem Senat zur Beurteilung vor. Dort will sich die linksgerichtete Mehrheit gegen die Vorlage aussprechen.

Ostrau: Bauamt will Räumungsbefehl für Roma-Siedlung gerichtlich durchsetzen

Das Bauamt des Stadtteils Přívoz in Ostrava / Ostrau will seinen Räumungsbefehl gegen eine Roma-Siedlung nun gerichtlich durchsetzen. Man habe deswegen ein Gesuch an das zuständige Bezirksgericht übermittelt, sagte eine Sprecherin des Amtes am Mittwoch. Die Bewohner der Siedlung hätten ihre Wohnungen bereits bis Sonntag räumen sollen, allerdings halten sich weiterhin etwa 140 Personen in den Häusern auf, darunter viele Kinder. Eine erneute Begehung durch Mitarbeiter des Bauamtes am Montag hatte unverändert Mängel festgestellt, die die Gesundheit der Bewohner gefährden. So seien elektrische Leitungen herausgerissen, es fehlten Abdeckungen von Fenstern und Türen, das Mauerwerk sei feucht, die Dächer undicht und Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen beschädigt.

Über die Ursachen der Mängel streiten sich die Gemeinde und der Besitzer der Häuser. Der Eigentümer habe die Häuser nach dem Kauf renovieren wollen, allerdings wollte die Stadt nicht die Kanalisation reparieren, die zur Siedlung führt. Die Gemeinde behauptet dagegen, dies liege nicht in ihrer, sondern in der Zuständigkeit des Besitzers.

Senat möchte ältere Autofahrer später zum ärztlichen Check schicken

Der tschechische Senat möchte das vorgeschriebene Alter für die erste Fahrtauglichkeitsuntersuchung von derzeit 60 Jahren auf 68 Jahre verschieben. In Tschechien müssen sich ältere Fahrer, anders als in Deutschland, ab dem 60. Lebensjahr regelmäßig auf ihre Fahrtüchtigkeit untersuchen lassen. Zur Begründung für die Verschiebung der ersten Untersuchung erklärte Senator Jaroslav Kubera, Alter habe auf die Führung eines Autos weniger Einfluss als bisher angenommen. Die schlimmsten Unfälle würden betrunkene und junge Fahrer verursachen. Außerdem wolle man die Menschen erst mit 68 Jahren in die Rente schicken, warum sollten sie also bis dahin nicht Autofahren dürfen, so der Senator weiter. Mit dem Antrag des Senats muss sich nun das Abgeordnetenhaus auseinandersetzen.

Arbeitslosenrate in Tschechien im Juli leicht auf 8,3 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosenrate in Tschechien ist im Juli auf 8,3 Prozent gestiegen. Dies sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vormonat Juni. Konkret waren 485.597 Menschen ohne Arbeit. Das gab das Arbeits- und Sozialministerium am Mittwoch bekannt. Wirtschaftsanalytiker begründeten den Anstieg der Arbeitslosenzahlen mit den Abiturienten, die auf den Arbeitsmarkt drängen.

Mit 15,8 Prozent am höchsten lag die Arbeitslosenrate in der nordböhmischen Industriestadt Most / Brüx, mit 3,3 Prozent am geringsten lag sie hingegen im Bezirk Prag-Ost.

Tschechien droht, seine Vormachtstellung beim Anbau von Nutzmohn zu verlieren

Tschechien scheint seine Vormachtstellung beim Anbau von Mohn als Nahrungsmittel zu verlieren. Seit 2008 sei die Ackerfläche mit Nutzmohn hierzulande auf ein Viertel gesunken, gaben Agrarkammer und Landwirtschaftsministerium am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Prag bekannt. Als einen Grund nannten die Kammer und das Ministerium betrügerische tschechische Produzenten, die billigen Industriemohn unter den Naturmohn mischten und ins Ausland verkauften. Dadurch würde der gute Ruf der tschechischen Exporteure beschädigt, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Mohnbauern, Petr Šimek.

Tschechien exportiert rund 90 Prozent seiner Produktion von Nutzmohn ins Ausland, dort verliert es in den letzten Jahren seine Vormachtstellung immer mehr an die Türkei.

Olympia: Zehnkämpfer Šebrle gibt wegen Verletzung auf

Der frühere Olympiasieger und Ex-Weltrekordler Roman Šebrle hat den olympischen Zehnkampf in London nach der ersten Disziplin wegen einer Verletzung vorzeitig beendet. Beim 100-Meter-Sprint am Mittwochmorgen belegte der 37-jährige Tscheche in 11,54 Sekunden nur den letzten Platz. In den vergangenen zwei Wochen hatte Šebrle über Probleme mit der Achillessehne geklagt. Seine Chancen, den Wettkampf zu überstehen, hatte er am Dienstag mit 50:50 bewertet. Gegenüber der Presseagentur ČTK sagte der Leichtathlet, er wolle seine Karriere aber noch nicht beenden und plane eine weitere Saison dranzuhängen. 2013 finden eine Hallen-EM in Göteborg und die Freiluft-Weltmeisterschaften in Moskau statt.

Olympia: Basketballspielerinnen scheitern im Viertelfinale an Frankreich

Die tschechischen Basketballspielerinnen sind beim olympischen Turnier im Viertelfinale gescheitert. Nach einer guten Leistung unterlagen sie am späten Dienstagabend den bisher unbesiegten Französinnen knapp mit 68:71. Zwischenzeitlich hatte das tschechische Team mit 13 Punkten in Führung gelegen, doch zum Schluss entschieden die besseren individuellen Fähigkeiten der Französinnen. Tschechien belegt wie vor vier Jahren in Peking abschließend den siebten Platz. Ihr bisher bestes Olympia-Ergebnis erzielten die tschechischen Basketballspielerinnen 2004 in Athen. Damals wurden sie Fünfte.

Das Wetter am Donnerstag, 9.8.: erst schön, dann Wolken, bis 24 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien zunächst klar oder leicht bewölkt. Im Laufe des Tages nehmen die Wolken zu, und von Nordwesten her beginnen örtlich Schauer und vereinzelt auch Gewitter einzusetzen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Werte maximal 17 Grad Celsius.