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Tschechien denkt über Alternativen zu Gripen-Abfangjägern nach

Tschechien denkt über Alternativen zu den von Schweden geliehenen Gripen-Abfangjägern nach. Die schwedische Seite habe sich bei den Verhandlungen über eine Verlängerung des Leasing-Vertrags „erstaunlich wenig entgegenkommend“ gezeigt, bemerkte Premier Petr Nečas bei der Kabinettssitzung am Mittwoch. Zwar werde man bis Ende November weiter ausschließlich mit Stockholm verhandeln, zugleich werde das Verteidigungsministerium aber auch die Unterlagen für eine öffentliche Ausschreibung sammeln. Der Leasing-Vertrag für die 14 Abfangjäger vom Typ Gripen läuft noch bis 2014. Tschechien zahlt für das zehnjährige Leihgeschäft umgerechnet insgesamt knapp 800 Millionen Euro.

Das Leasing-Geschäft hatte das Kabinett des sozialdemokratischen Premiers Vladimír Špidla im Jahr 2014 abgeschlossen. In mehreren Ländern ermittelt die Polizei allerdings wegen möglicher Korruption bei der Übereinkunft zwischen Tschechien und Schweden.

Kabinettssitzung: Innenminister muss Polizeigehälter einfrieren

Das Regierungskabinett hat von Innenminister Jan Kubice gefordert, die Ausgaben der Polizei für Gehälter im kommenden Jahr einzufrieren. Ursprünglich wollte Kubice umgerechnet knapp 20 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. Das Kabinett beschloss indes am Mittwoch, dass die Ausgaben für die Gehälter der insgesamt knapp 39.000 Polizisten nicht steigen sollen. Kubice soll nun bis zum nächsten Regierungstreffen in vier Wochen einen Vorschlag für Einsparungen ausarbeiten.

Kreisgericht kassiert Entscheidung zum Weiterbau der Autobahn D8

Das Kreisgericht im nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig hat eine Entscheidung des Kreisamtes zum Bau der Autobahn D8 in Richtung deutscher Grenze gekippt. Das Kreisamt hatte einen Einspruch von Umweltschützern gegen die Baugenehmigung für das letzte Teilstück abgelehnt und damit die Aufnahme der Arbeiten ermöglicht. Ob der Richterspruch nun die Bauarbeiten stoppt, ist laut einem Bericht der Presseagentur ČTK bisher nicht klar. Die Straßen- und Autobahndirektion will sich erst äußern, wenn ihr der Urteilsspruch vorliegt.

Mit den Bauarbeiten an der D8, an die sich hinter der Grenze die deutsche A17 nach Dresden anschließt, war bereits 2007 begonnen worden. Umweltschützer hatten die Arbeiten aber mit Gerichtsklagen immer wieder gestoppt. Deswegen fehlen bis heute knapp 13 Kilometer der D8 durch ein Landschaftsschutzgebiet. Der fehlende Abschnitt soll nach den derzeitigen Plänen bis zum Jahreswechsel 2014 / 2015 fertiggestellt werden.

Umfrage zur Präsidentschaftswahl: Ex-Premier Zeman erstmals auf Rang zwei

Bei der neuesten Umfrage zur ersten direkten tschechischen Präsidentschaftswahl liegt Ex-Premier Miloš Zeman erstmals auf dem zweiten Platz. Mit 22,2 Prozent würde weiterhin der parteilose ehemalige Regierungschef Jan Fischer die meisten Stimmen auf sich vereinen. Zeman läge mit 18,2 Prozent nun vor Jan Švejnar. Der Wirtschaftsprofessor Švejnar, der seine Kandidatur noch nicht bestätigt hat, käme auf 12,2 Prozent der Stimmen. Dies geht aus der Juni-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Factum Invenio hervor. Von den Kandidaten der großen Parteien hat der Sozialdemokrat Jiří Dienstbier derzeit die besten Aussichten. Er würde 8,2 Prozent erreichen.

Umfrage: Firmen sehen keine Belebung des tschechischen Arbeitsmarktes

Tschechische Firmen sehen derzeit keine Chance auf eine Belebung des Arbeitsmarktes hierzulande. Dies hat eine Umfrage des Verbandes für Industrie und Verkehr ergeben, an der rund 200 Unternehmen teilnahmen. Die Firmen gaben einen leichten Rückgang der Aufträge an und erwarten kaum Steigerungen bei den geplanten Investitionen. Deswegen werde für dieses Jahr von einem Rückgang der Beschäftigungsrate um 1,1 Prozent ausgegangen, hieß es. Die Arbeitslosenrate in Tschechien lag im Juni bei 8,1 Prozent.

Skandal-Künstler David Černý zeigt spektakuläre Installation in London

Die spektakuläre Installation „London Booster“ des tschechischen Künstlers David Černý ist am Dienstag an den Start gegangen. Knallrote Roboter-Arme bringen im Londoner Stadtteil Islington einen tonnenschweren Bus ordentlich in Bewegung. Es erstaune und fasziniere ihn, welche Besessenheit und welchen Wahnsinn der Sport hervorrufen könne, erklärte Černý. Mit seinem Werk „Entropa“ sorgte der exzentrische Künstler 2009 für einen EU-weiten Skandal. Damals zeigte er Bulgarien als ein Land der Hocktoiletten.

Polizei nennt Kindeswunsch als Motiv für Michala-Entführung

Ein unerfüllter Kinderwunsch könnte nach Einschätzung der tschechischen Polizei das Motiv für die Entführung der kleinen Michala nach Deutschland gewesen sein. Die Indizien deuteten darauf hin, zitierten Medien am Mittwoch die Behörden in Nordböhmen. So habe eine der Verdächtigen eine Schwangerschaft vorgetäuscht, hieß es. Ein deutsches Pärchen hatte die Tat gestanden.

Die nur wenige Wochen alte Michala war am 4. Juli in Ústí nad Labem / Aussig entführt und wenige Tage später gesund und wohlauf in Neuwied bei Koblenz im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz entdeckt worden. Dort nahmen die Ermittler später das deutsche Pärchen fest. Der 50 Jahre alte Mann aus Thüringen und seine 47-Jährige Freundin waren zunächst in Untersuchungshaft gekommen. Die tschechische Polizei hat die Zuständigkeit für den Fall an die Staatsanwaltschaft in Koblenz abgegeben. Oberstaatsanwalt Hans-Peter Gandner äußerte sich bisher nicht zu den Angaben aus Tschechien.

Prager Ausstellung über die Pernštejns und ihre Zeit bis September verlängert

Die Ausstellung über das Adelsgeschlecht der Pernštejns und seine Zeit, die im Salm-Palais auf der Prager Burg zu sehen ist, wird bis Anfang September verlängert. Ursprünglich sollte die Ausstellung, die Anfang Mai eröffnet wurde, am kommenden Wochenende zu Ende gehen. Wegen des großen Besucherandrangs habe man sich aber für eine Verlängerung ausgesprochen, sagte eine Sprecherin des Nationalen Denkmalamtes. Bisher hätten 8400 Besucher die Ausstellung gesehen, davon allein 1400 in der vergangenen Woche, so die Sprecherin.

Olympia: Kanute Štěrba vom Dopingverdacht freigesprochen - Nachnominierung

Der tschechische Kanute Jan Štěrba wurde vom Dopingverdacht freigesprochen und soll nun für Olympia nachnominiert werden. Am Mittwoch gab die Anrufungskommission des Internationalen Kanuverbands (IFC) in Lausanne der Beschwerde der tschechischen Seite statt. Der Verband hob die ursprünglich verhängte halbjährige Wettkampfsperre auf. Štěrba hatte nachweisen können, dass das Stimulanzmittel R-Beta-Methylphenylethylamin, das er ohne sein Wissen eingenommen hatte, nicht offiziell auf der Liste verbotener Stoffe geführt wird. Es darf nur am Wettkampftag nicht eingenommen werden, was er indes nicht wusste. Štěrba nahm es über ein Produkt zur Nahrungsmittelergänzung auf.

Der tschechische Kanuverband bemüht sich derzeit, Jan Štěrba für Olympia noch nachzunominieren. Laut Nationaltrainer Martin Doktor soll der Athlet im Zweier- und Viererkajak eingesetzt werden. Dem tschechischen Viererkajak werden Medaillenchancen eingeräumt.

Fußball: Anklage gegen zwei Kölner Fans wegen Angriff auf Kadlec

Vier Monate nach der Prügelattacke gegen den tschechischen Fußballprofi Michal Kadlec von Bayer Leverkusen hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen die beiden mutmaßlichen Täter erhoben. Den 20 und 24 Jahre alten Fans des 1. FC Köln werde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Die beiden Männer sollen im April dieses Jahres den Bayer-Verteidiger Kadlec vor einer Kölner Diskothek beleidigt und auf ihn eingeschlagen haben. Dem tschechischen Nationalspieler wurde dabei das Nasenbein gebrochen. Wann der Prozess beginnt, ist noch nicht bekannt. Da einer der Beschuldigten erst Heranwachsender sei, werde die Anklage vor dem Jugendgericht verhandelt, teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Köln mit. Laut Polizei werden beide Männer in der Datei „Gewalttäter Sport“ des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen geführt.

Das Wetter am Donnerstag, 26. Juli: unterschiedlich bewölkt, bis 30 Grad

Am Donnerstag ist Tschechien wettermäßig zweigeteilt. Im böhmischen Landesteil ist der Himmel meist heiter oder klar, nur örtlich kann es bei stärkerer Bewölkung zu Schauern oder Gewittern kommen. In Mähren und Schlesien überwiegen hingegen die Wolken, mit Regen, Schauern oder Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 26 bis 30 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Metern erreichen die Höchstwerte bis zu 22 Grad Celsius.