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Premier Nečas übt scharfe Kritik an Polizeipräsident Lessy

Premier Petr Nečas hat Polizeipräsident Petr Lessy scharf kritisiert. Lessy habe den Weg eines politischen Aktivisten eingeschlagen, so Nečas am Dienstag gegenüber Journalisten. Das sei mit der Leitung eines politisch unabhängigen Polizeiapparats nicht vereinbar, sagte der Premier. Lessy hatte am Montag Politiker davor gewarnt, Einfluss auf Ermittlungen in brisanten Korruptionsfällen zu nehmen. Die Unabhängigkeit der Polizei stehe „auf Messers Schneide“, erklärte Lessy. Wegen der Spannungen zwischen dem Polizeipräsidenten und Regierungspolitikern will sich Staatspräsident Václav Klaus am Mittwoch mit Lessy zu einem Gespräch treffen.

Vergangene Woche hatte der oberste tschechische Polizeibeamte bereits Finanzminister Miroslav Kalousek (Top 09) beschuldigt, er habe Ermittler mit Telefonanrufen einschüchtern wollen. Dabei ging es um die Ermittlungen gegen Ex-Verteidigungsministerin Vlasta Parkanová. Ihr wird der überteuerte Kauf von vier Militärtransportflugzeugen im Jahr 2009 vorgeworfen.

Industrieminister will zwei Drittel der Kohleenergie durch Atomstrom ersetzen

Industrieminister Martin Kuba möchte zwei Drittel der Kohleenergie durch Atomstrom ersetzen. Bis 2040 solle der Anteil der Kohle an der Stromproduktion von derzeit 60 Prozent auf 20 Prozent fallen, teilte Kuba am Dienstag gegenüber Journalisten mit. In den Plänen für das aktualisierte Energiekonzept der Tschechischen Republik rechnet der Minister zugleich mit dem Ausbau der Atomkraft. Das südböhmische Atomkraftwerk Temelín soll um zwei Blöcke und der Meiler Dukovany um einen Block erweitert werden.

Weiter plant Kuba, dass die Effektivität der Kohlekraftwerke stark erhöht und der Stromexport finanziell belastet wird. Im vergangenen Jahr wurde ein Rekordumfang an Elektrizität ins Ausland exportiert. Insgesamt waren es mehr als 17 Terawattstunden.

Bildungsminister plant Änderungen am staatlichen Zentralabitur

Nach den Problemen mit dem staatlichen Zentralabitur in diesem Jahr plant Bildungsminister Petr Fiala nun Änderungen für das kommende Jahr. So soll es nur noch einen anstatt zwei Schwierigkeitsgrade geben, und die Korrektur der schriftlichen Tschechischprüfungen geht zurück an die Schulen. Mit den Änderungen möchte der Minister nicht nur erneute Probleme vermeiden, sondern auch umgerechnet mehrere Millionen Euro sparen, wie er am Dienstag mitteilte.

Beim Zentralabitur, das die Firma Cermat in diesem Jahr für das Bildungsministerium erstellt hatte, waren Probleme bei den Mathematiktests und den Tschechischprüfungen aufgetaucht. Bei den Mathematikaufgaben war die Zeit für die freiwillige schwierigere Variante zu knapp berechnet gewesen, und die schriftlichen Tschechischprüfungen wurden zu schematisch bewertet. Deswegen hat eine Rekordzahl von 8000 Abiturienten Einspruch gegen die Wertung der Prüfungen eingelegt. Im vergangenen Jahr waren es nur etwas mehr als 1400 gewesen.

Senator Sobotka offizieller Präsidentschaftskandidat der ODS

Der stellvertretende Vorsitzende des Senats, Přemysl Sobotka, von der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) ist nun auch offizieller Präsidentschaftskandidat seiner Partei. Sobotka habe für die erste Direktwahl eines tschechischen Staatsoberhauptes die Unterstützung aller bürgerdemokratischen Senatoren und Abgeordneten, gab Premier Petr Nečas am Dienstag in Prag bekannt. Nečas ist zugleich Vorsitzender der Partei. Sobotka will nun mit der Suche nach Sponsoren für seine Präsidentschaftskampagne beginnen, wie er sagte. Die Demokratische Bürgerpartei hat für die Kampagne umgerechnet 600.000 Euro aus den Parteikassen versprochen.

Tschechische EP Energy erwirbt Anteile am Kohlekraftwerk Schkopau

Der tschechische Stromkonzern EP Energy ist neuer Aktionär des Braunkohlekraftwerks Schkopau in Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen erwarb 41,9 Prozent der Aktien. EP Energy besitzt bereits die Mitteldeutsche Braunkohle AG (Mibrag). Die Teilhabe in Schkopau sichere längerfristig die Abnahme der Mibrag-Kohle, teilte EP-Energy-Generaldirektor Jan Špringl mit. Der tschechische Konzern erwarb seinen Anteil von der amerikanischen Firma NRG Energy, laut der Presseagentur ČTK lag der Kaufpreis bei 141 Millionen Euro. Die Mehrheit an dem Kraftwerk gehört E.on.

EP Energy ist der größte Wärmelieferant in Tschechien und der zweitgrößte Stromlieferant. Zum Konzern gehören zum Beispiel das ostböhmische Kraftwerk Opatovice und die Prager Stadtwerke.

Weltweit anerkannter Chemiker Antonín Holý in Prag gestorben

Im Alter von 75 Jahren ist am Montag in Prag der weltweit anerkannte tschechische Chemiker Antonín Holý gestorben. Auf Holý gehen unter anderem die Ausgangsstoffe für das Aids-Medikament „Truvada“ und - in enger Zusammenarbeit mit dem belgischen Biomediziner Erik de Clercq - das Virostatikum „Viread“ gegen Hepatitis B zurück. Holý war jahrzehntelang am Institut für organische Chemie und Biochemie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag beschäftigt. Dort entwickelte er auch Wirkstoffe zur Behandlung weiterer Virus-Infektionen neben Aids und Hepatitis. Kollegen beschrieben den verstorbenen Forscher als äußerst bescheiden.

Tschechien gehört zu den 20 besten Investitionsstandorten in Europa

Tschechien bleibt ein verhältnismäßig attraktiver Investitionsstandort in Europa. Im vergangenen Jahr konnte CzechInvest eine Rekordzahl von 233 Projekten aus dem Ausland nach Tschechien holen. Die Investitionssumme verdoppelte sich auf 1,34 Milliarden Euro. In der Statistik der Unternehmensberatung Ernst & Young rutschte Tschechien indes leicht ab. Bei der Zahl der Investitionen wurde Platz 16 in Europa erreicht, bei der Zahl der durch die Investitionen neu geschaffenen Arbeitsplätze Platz 12. Im Jahr 2010 hatten hier noch Platz 14 und 11 zu Buche gestanden.

Pkw-Herstellung in Tschechien erreicht Rekordwert für erstes Halbjahr

Die Produktion von Personenkraftwagen in Tschechien hat einen neuen Rekordwert erreicht. Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben die drei Pkw-Hersteller Škoda (in Mladá Boleslav), Hyundai (in Nošovice) und TPCA (in Kolín) mehr als 663.000 Autos produziert. Das entspricht einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das neue Rekordergebnis wird durch zwei weitere Daten untermauert: Der Verkauf der Fahrzeuge auf dem Binnenmarkt stieg um 12 Prozent, der Export um 6 Prozent. Das gab der tschechische Verband der Automobilindustrie (SAP) am Montag bekannt.

Den Angaben des Verbandes zufolge hat in Tschechien auch die Produktion in zwei weiteren Fahrzeugsegmenten zugenommen. Die Herstellung von Bussen stieg im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 8 Prozent. Bei der Herstellung von Motorrädern feierte der einzige Hersteller, die Marke Jawa, indes ein regelrechten Quantensprung. Die Produktion von knapp 1300 Motorrädern bedeutet einen Zuwachs von 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Totes Baby in Grenznähe entdeckt - Tschechien bitte Deutsche um Hilfe

Die tschechische Polizei sucht nach der Mutter eines toten Babys, das vor gut einem Monat in der Gemeinde Rotava / Rothau entdeckt worden war. Wegen der Nähe zur Grenze nach Sachsen und Bayern könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Neugeborene aus Deutschland stammt, teilte das sächsische Landeskriminalamt am Dienstag in Dresden mit. Die Leiche des Jungen sei am 2. Juni entdeckt worden. Nach bisherigen Ermittlungen werde davon ausgegangen, dass der kleine Junge etwa zwei bis drei Tage zuvor starb.

Laut Obduktion sei das Neugeborene körperlich vollkommen ausgereift gewesen und vollständig ausgetragen worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Baby noch einige Stunden nach der Geburt gelebt habe. Die Polizei in Karlsbad sucht jetzt nach einer Frau, die im April/Mai hochschwanger war. Die tschechischen Ermittler sehen nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zu der Entführung der rund vier Wochen alten Michala, hieß es auf Anfrage. Das Mädchen war am 4. Juli vor den Augen ihrer Mutter in Ústí nad Labem / Aussig aus dem Kinderwagen gerissen und von einem deutschen Paar nach Koblenz entführt worden.

Jahresbericht: Tschechen sammeln Pilze und Waldfrüchte in Rekordwert

Die Tschechen haben im vergangenen Jahr in den heimischen Wäldern Pilze und Waldfrüchte im neuen Rekordwert von umgerechnet 250 Millionen Euro gesammelt. Die Gesamtmenge lag bei über 46.000 Tonnen, wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Verwaltung für Waldbestand und Forstwirtschaft hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Insbesondere das Pilzesammeln hat hierzulande Tradition und ist für viele Tschechen ein Grund, einen Großteil ihrer Freizeit im Wald zu verbringen.

Das Wetter am Mittwoch, 18. Juli: bewölkt und regnerisch, bis 24 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien erneut meist bewölkt. Vor allem im Norden des Landes kommt es örtlich zu Regen oder Schauern, vereinzelt auch zu Gewittern. Es wird etwas wärmer bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 bis 24 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter bei 15 Grad Celsius.