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Fall Casa: Finanzminister Kalousek soll dem Polizeipräsident gedroht haben

Finanzminister Miroslav Kalousek soll im Fall der Militärflugzeuge Casa nicht nur den Ermittlern gedroht haben, sondern auch Polizeipräsident Petr Lessy. Dies gab Lessy bei einer außerordentlichen Sitzung des Sicherheitssausschusses im Abgeordnetenhaus bekannt. Kalousek soll bei einem Telefonat mit Lessy am 4. Juli gedroht haben, alle (Ermittelnde) müssten sich schon bald vor Gericht verantworten. Am selben Tag soll der Minister noch zweimal angerufen und sich dabei unter anderem für seine Worte entschuldigt haben. Kalousek wies Lessys Vorwürfe zurück. Der Polizeipräsident solle Beweise für seine Anschuldigungen vorlegen oder zurücktreten, so der Politiker von der Partei Top 09.

Im Fall Casa muss sich Kalouseks Parteikollegin Vlasta Parkanová vor Gericht verantworten. Sie soll in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin (2007-2009) für den Kauf der Militärflugzeuge zu weit überhöhtem Preis verantwortlich gewesen sein. Das Abgeordnetenhaus hatte am Mittwoch dem Antrag der tschechischen Polizei entsprochen und die Immunität Parkanovás aufgehoben. Kalousek hatte sich bei der Debatte sehr vehement gegen eine Auslieferung von Parkanová an die Justiz ausgesprochen.

Hohe Haftstrafen wegen Korruption bei EU-Subventionen

Wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit Anträgen auf EU-Subventionen hat das Kreisgericht in Ústí nad Labem / Aussig am Donnerstag einen ehemaligen hochgestellten Beamten zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Der langjährige Leiter des regionalen Amtes für EU-Programme im Nordwesten Tschechiens (ROP) muss für 7,5 Jahren hinter Gitter. Zudem wurden ihm umgerechnet 30.000 Euro Strafe auferlegt. Laut den Richtern soll der Beamte von Antragsstellern insgesamt knapp 70.000 Euro Bestechungsgeld gefordert haben, rund 10.000 Euro nahm er entgegen. Auch sechs Mittäter wurden verurteilt: Drei erhielten jeweils fünf Jahre Haft, die restlichen drei erhielten Strafen auf Bewährung.

Inhaftierter ehemaliger Kreishauptmann Rath legt erneut Verfassungsbeschwerde ein

Der inhaftierte Abgeordnete und ehemalige Kreishauptmann von Mittelböhmen, David Rath, hat Verfassungsbeschwerde gegen seine Untersuchungshaft eingelegt. Die Beschwerde sei am Mittwoch eingegangen, erklärte eine Sprecherin des Verfassungsgerichts am Donnerstag gegenüber der Presseagentur ČTK. Rath beschwert sich, das Gericht habe sich nicht mit angeblichen Fehlern des Ermittlungsverfahrens beschäftigt. Dabei gehe es um die Bedingungen, unter denen Beweise gegen Rath beschafft wurden. Es ist bereits die zweite Beschwerde des Politikers. Die erste hat das Gericht im Juni abgelehnt. Es ist noch nicht absehbar, wann sich das Gericht mit der aktuellen beschäftigen wird. Mit Beschwerden während eines laufenden Verfahrens beschäftigt sich das Verfassungsgericht nur ausnahmsweise.

Rath wird beschuldigt, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Bei seiner Festnahme hatte er einen Karton mit sieben Millionen Kronen (280.000 Euro) in bar dabei. Er sei davon ausgegangen, es habe sich um Wein gehandelt, verteidigte sich der Landeshauptmann bei seiner Festnahme.

Umfrage: Tschechen gegen Frauenquote in Firmenleitungen

Die meisten Tschechen sind gegen eine Frauenquote in der Leitung von Firmen. Nur 19 Prozent der Tschechen stimmen der Einführung einer Quote zu, 56 Prozent lehnen dies hingegen ab, zeigt eine Studie der Wirtschaftsberatungsfirma KPMG. Die Studie stützt sich auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Hintergrund der Umfrage sind die Überlegungen der Europäischen Union, eine Quote von 30 Prozent in den Führungsorganen großer Firmen vorzuschreiben. In den Vorständen der 100 größten tschechischen Firmen befinden sich derzeit nur acht Prozent Frauen. Europaweit liegt der Schnitt bei zwölf Prozent.

Justizminister Blažek trifft Kandidatin für Prager Oberstaatsanwaltschaft

Der neue Justizminister Pavel Blažek hat am Donnerstag mit der stellvertretenden Bezirksstaatsanwältin aus Ústí nad Labem / Aussig, Lenka Bradáčová, über ihre mögliche Ernennung zur Prager Oberstaatsanwältin gesprochen. Eine Entscheidung über die Ernennung wurde dabei noch nicht getroffen. Man wolle sich kommende Woche erst einmal gemeinsam mit dem Oberstaatsanwalt Pavel Zeman treffen, gaben im Anschluss beide gegenüber den Medien bekannt.

Blažeks Amtsvorgänger Jiří Pospíšil hatte die als unbeeinflussbar geltende Bradáčová als Nachfolgerin für den umstrittenen Prager Oberstaatsanwalt Vlastimil Rampula vorgesehen. Nach der überraschenden Entlassung von Pospíšil hielt sich das Gerücht, der Justizminister sei wegen der geplanten Berufung von Bradáčová entlassen worden. Sein Nachfolger Blažek hat aber erklärt, er habe prinzipiell nichts gegen Brádačová, wolle sich aber zunächst mit ihr treffen.

Entführtes Baby kehrt erst nach zweifelsfreier Klärung der Identität nach Tschechien zurück

Das tschechische Baby, das am Montag aus den Händen von Entführern in Rheinland-Pfalz befreit wurde, kann erst nach der zweifelsfreien Klärung der Identität zu seiner Mutter zurückkehren. Dies teilte ein Sprecher der sächsischen Polizei in Dresden am Donnerstag der tschechischen Presseagentur ČTK mit. Die Ergebnisse der DNA-Analyse lägen frühestens am Freitag vor, wahrscheinlich aber eher nach dem Wochenende, so der Sprecher.

Das kleine Mädchen war vergangene Woche im nordböhmischen Ústí nad Labem /Aussig vor den Augen seiner Mutter aus dem Kinderwagen geraubt worden. Die deutsche Polizei fand das drei Wochen alte Baby am Montag in Neuwied und nahm zwei Tatverdächtige fest. Nach den Angaben handelt es sich um eine 47 Jahre alte Frau aus Rheinland-Pfalz und einen 50-jährigen Mann aus Thüringen. Sie sitzen seit Dienstag wegen Verdachts auf Entführung in Untersuchungshaft.

Prager Ausfallstraße in Richtung Flughafen wird wieder für Verkehr freigegeben

Die wichtige Prager Ausfallstraße Evropská, die in Richtung Flughafen führt, soll am Freitagmittag wieder für den Autoverkehr freigegeben werden. Am Donnerstagmorgen wurde dort bereits der Straßenbetrieb wieder aufgenommen. Seit Sonntag wird der Verkehr von der Evropská umgeleitet, nachdem ein vier auf vier Meter großer Krater entstanden war. Der Grund dafür wurde bisher noch nicht vollständig geklärt. Nach den vorläufigen Erkenntnissen sei es jedoch unwahrscheinlich, dass das Absacken des Asphalts ursächlich mit dem Bau einer neuen Station für die Metrolinie A zusammenhängt, schreibt die Presseagentur ČTK. Der Grund sei wahrscheinlich der aufgeweichte Untergrund nach anhaltenden Regenfällen gewesen.

Autoverkauf: Škoda verzeichnet neuen Halbjahresrekord

Škoda Auto hat in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Verkaufsrekord erzielt. Insgesamt 493.000 Wagen seien verkauft worden, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Das entspreche 8,4 Prozent Zuwachs gegenüber der ersten Hälfte 2011. Höheren Umsatz verzeichnete der Autohersteller aus dem mittelböhmischen Mladá Boleslav / Jungbunzlau auf allen wichtigen Märkten außer in Westeuropa. Am größten war die Rate auf dem neuen indischen Markt: Ein Plus von 40 Prozent notierte das Unternehmen wegen seiner neuen Kompaktlimousine Rapid. In Westeuropa ging der Umsatz hingegen leicht um 0,7 Prozent zurück.

Alpin-Ski: Záhrobská operiert, gutartiger Tumor entfernt

Die schwer erkrankte Skifahrerin Šárka Záhrobská ist am Mittwoch in einem Prager Krankenhaus operiert worden. Die Ärzte entfernten ihr einen gutartigen Tumor aus einer Stelle unterhalb des Gehirns. Die frühere Slalom-Weltmeisterin habe sich bereits am Abend nach dem Eingriff gut gefühlt, hieß es in einer Presseerklärung ihres Managers. Prognosen für eine Rückkehr von Záhrobská ins Training seien indes verfrüht. Die 27-jährige Sportlerin wird seit Mai vom Österreicher Klaus Mayrhofer trainiert. Vor zwei Wochen war sie ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Eisschnellläuferin Sábliková tritt für niederländisches Radteam an

Die tschechische Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Martina Sábliková verstärkt ab Ende Juli das niederländische Profi-Frauen-Radteam Dolmans-Boels Cycling. Wie der Rennstall mitteilte, wird sich die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver gemeinsam mit niederländischen und belgischen Radrennfahrerinnen auf die Straßen-Weltmeisterschaften vorbereiten. Die WM wird vom 16. bis 23. September in den Niederlanden ausgetragen. Radrennen gehören zum Sommertrainingsprogramm der 25 Jahre alten Einzelstrecken-Weltmeisterin über 3000 und 5000 Meter. Ihr langjähriger Eisschnelllauf-Trainer und Entdecker Petr Novák wird zusammen mit den Dolmans-Boels-Betreuern Sáblíkovás Radprogramm ausarbeiten.

Sábliková ist seit einigen Jahren im Sommer als Radrennfahrerin unterwegs. 2008 wurde sie bei der U-23-Europameisterschaft Dritte im Zeitfahren. 2010 war sie tschechische Meisterin im Zeitfahren. Im vergangenen September kam sie bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen im Zeitfahren auf Platz 28 ins Ziel. Als Eisschnellläuferin wird Sábliková mindestens bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi aktiv bleiben.

Das Wetter am Freitag, 13. Juli: Wolken, Regen und Schauer, bis 20 Grad

Am Freitag überwiegen in Tschechien die Wolken. Zeitweise regnet es oder es kommt zu Schauern. Am Abend lassen im böhmischen Landesteil die Niederschläge nach. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 20 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter um 12 Grad Celsius.