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Verletzte Touristen werden mit einer Sondermaschine aus Kroatien nach Tschechien geflogen

Mit einer Sondermaschine der tschechischen Armee wurden am Sonntag Passagiere des Reisebusses in Kroatien abgeholt, der am Samstag schweren Unfall hatte. Beim Busunglück kamen acht Menschen ums Leben, mehr als 40 Reisende erlitten Verletzungen und wurden in Krankenhäuser in Gospič und in Zagreb eingeliefert. Der Gesundheitszustand der in Gospič behandelten Touristen habe sich verbessert, teilte die Leiterin des dortigen Krankenhauses am Sonntag mit. Sie bestätigte, dass 27 Menschen, die leicht verletzt wurden, am Sonntag abreisen können. Weitere 14 Patienten könnten binnen drei Tage die Klinik verlassen, informierte der tschechische Konsul in Split, Pavel Bednář. Drei schwer Verletzte wurden nach dem Unfall in eine Spezialklinik in Zagreb eingeliefert.

Der Reisebus mit 51 tschechischen Bürgern an Bord brach am Samstagmorgen bei Sveti Rok im Hinterland der Adriastadt Zadar die Leitplanken durch und überschlug sich. Mit dem Bus reisten Klienten des Brünner Reisebüros Atlas Adria nach Baška Voda.

Außenministerium kontaktierte Verwandte der Opfer des Busunglücks

Das tschechische Außenministerium hat am Samstag die Polizei um Kontakte an Verwandte der Opfer des Busunglücks in Kroatien ersucht. Das Ministerium entsandte gleich nach dem Unglück seine Mitarbeiter von der Botschaft in Zagreb sowie von den Konsularabteilungen in Split und in Rijeka an den Unfallort sowie in die Krankenhäuser, wo die verletzten Touristen behandelt werden. Der kroatische Gesundheitsminister Rajko Ostojič besuchte am Samstag die drei schwer verletzten Tschechinnen, die in eine Spezialklinik in Zagreb eingeliefert wurden. Über die Situation wurde auch der tschechische Vizepremier und Außenminister Karel Schwarzenberg ausführlich informiert. Er fühle mit den Familien der Opfer des Busunglücks, sagte er. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, eine nahe Person wegen einem Verkehrsunfall zu verlieren, “ so der Außenminister weiter.

Klaus in Ležáky: Vertreibung der Deutschen war logisch

Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus bezeichnete die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg als eine logische Mündung eines tragischen Geschichtskapitels. Das sagte der Präsident in seiner Rede während einer Gedenkveranstaltung, die am Sonntag anlässlich des 70. Jahrestags der Niederbrennung der Gemeinde Ležáky durch die SS stattfand. Klaus zufolge haben der „Nazi-Terror und der fanatische Widerstand der Deutschen“ das Vertrauen zwischen den Tschechen und Deutschen vernichtet. Der Präsident würdigte erneut den Brief von Bundespräsident Joachim Gauck vom Anfang Juni. Er achte diese entschuldigende und entgegenkommende Geste, sagte Klaus. An der Gedenkveranstaltung nahmen einige Tausend Menschen teil, bedeutend mehr als in den vergangenen Jahren. Anwesend war auch Marie Jeřábková, eine von zwei Schwestern, die das Massaker überlebt haben. In der Zeit, als sie zur Umerziehung nach Deutschland geschickt wurden, waren sie ein beziehungsweise 2,5 Jahre alt.

Dorf Ležáky wurde am 24. Juni 1942 durch die Nazis niedergebrannt. Die Ruinen der Gemeinde wurden beseitigt. Alle 41 erwachsenen Bewohner des Dorfes wurden hingerichtet. Elf Kinder wurden später im Vernichtungslager Chelmno vergast.

Finanzminister Kalousek kritisiert Beschuldigung von Parkanová

Der tschechische Finanzminister Miroslav Kalousek kritisierte scharf die Beschuldigung der Ex-Verteidigungsministerin Vlasta Parkanová wegen Kauf der Casa-Flugzeuge. Kalousek sagte am Sonntag gegenüber dem Tschechischen Fernsehen, die Beschuldigung von Parkanová sei ein Angriff der Polizei auf das demokratische System. Die Ex-Verteidigungsministerin wird beschuldigt, dass sie kein Gutachten ausarbeiten ließ, auf dessen Grundlage die Führung des Verteidigungsministeriums imstande gewesen wäre, einen besseren Preis für den Kauf von Flugzeugen auszuhandeln. Der Kauf wird für überteuert gehalten. Kalousek stimmt der Meinung der Polizei nicht zu. Der Finanzminister sieht hinter der Beschuldigung seiner Parteikollegin Parkanová „bösen Willen“.

Kalousek: Geplantes Haushaltsdefizit soll nicht überschritten werden

Das gebilligte Haushaltsdefizit von 4,5 Milliarden Euro soll Ende des Jahres nicht überschritten werden. Das sagte Finanzminister Miroslav Kalousek am Sonntag gegenüber dem Tschechischen Fernsehen unter Berufung auf die bisherige Entwicklung. Ein Risiko für Tschechien stellten jedoch, so Kalousek, die Entwicklung in der Eurozone sowie Probleme mit den EU-Geldern. Das Haushaltsdefizit stieg Ende Mai auf 3,1 Milliarden Euro.

Böhmerwald: In der verschwundenen Gemeinde Přední Paště wurde eine Kapelle erneuert

Am Ort, wo sich früher dei Böhmerwald-Gemeinde Přední Paště / Vorderwaid befand, wurde eine Marienkapelle erbaut. Sie entstand dank Freiwilligen auf den Ruinen der ursprünglichen Kapelle unweit der dortigen Stollen. Dort hatten die Bergleute schon im Mittelalter gebetet. An der Erneuerung der Kapelle beteiligten sich vor allem freiwillige Helfer. Geholfen hat auch die Verwaltung des Nationalparks Böhmerwald. Přední Paště war gemeinsam mit den Nachbargemeinden Zadní Paště und Prostřední Paště nach der Vertreibung der Bewohner menschenleer. Von den Gemeinden, die sich während des Kommunismus im Militärsperrgebiet befanden, ist fast nichts mehr erhalten geblieben.

Umfrage: Patrik Eliáš mit Trophäe „Goldener Eishockeyschläger“ geehrt

Der 36-jährige Stürmer Patrik Eliáš ist am Samstagabend in Karlovy Vary / Karlsbad zum besten tschechischen Eishockeyspieler der Saison gekürt worden. Der Spieler des NHL-Klubs New Jersey Devils setzte sich in der Umfrage „Zlatá hokejka“ (Goldener Eishockeyschläger) mit 594 Punkten gegenüber der tschechischen Eishockeylegende Jaromír Jágr durch, der um 185 Punkte weniger erhalten hatte. Dritter war in der Umfrage Milan Michálek vom NHL-Klub Ottawa Senators.

Kanu-EM in Zagreb: Gold im Canadier-Zweier für Radoň und Dvořák

Jaroslav Radoň und Filip Dvořák haben am Sonntag auf der Kanu-EM in Zagreb den EM-Titel gewonnen. Im Canadier-Zweier überholten die Tschechen über 500 Meter die zweitplacierten Rumänen um fast eine halbe Sekunde. Erfolg feierten auch weitere tschechische Kanuten. Im Kajak-Einer gewann Josef Dostál über 500 Meter die Silbermedaille. Silber gewann auch Martin Fuksa im Canadier-Einer über 500 Meter.

Cross-Country in Mont-Sainte-Anne: Kulhavý dritter im Weltcup-Rennen

Der tschechische Weltmeister Jaroslav Kulhavý hat im Cross-Country-Rennen in Mont-Sainte-Anne in Kanada den dritten Platz belegt. Erster war Nino Schurter aus der Schweiz, zweiter Antonio Hermida Ramos aus Spanien. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt Kulhavý auf Platz zwei.

Das Wetter am Montag, 25. Juni: bewölkt mit Schauern, bis 22 Grad

Am Montag ist es in Tschechien bedeckt bis bewölkt mit örtlichen Regenschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18 bis 22 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bei 13 Grad Celsius.