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Polizei ermittelt gegen Ex-Manager der Braunkohlegesellschaft MUS

Die tschechische Polizei hat gegen sechs ehemalige Manager der Braunkohlegesellschaft MUS (Mostecká uhelná společnost) Ermittlungen wegen des Missbrauchs von Insiderinformationen eingeleitet. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit der Privatisierung des Unternehmens Ende der 90er Jahren. Laut einem Sprecher der Antikorruptionseinheit der Polizei sollen die Manager damals 150 Millionen Dollar aus dem Unternehmen abgezweigt und für den Kauf von Aktien der MUS genutzt haben.

Sieben ehemaligen Managern der Braunkohlegesellschaft soll zudem in der Schweiz der Prozess gemacht werden. Die Schweizer Behörden hatten bereits vor einiger Zeit 400 Millionen Euro sichergestellt. Das Geld sollen Provisionszahlungen unter anderem an Politiker gewesen sein.

Tschechien stellt weitere Hilfsgelder für Zivilisten in Syrien bereit

Die Tschechische Republik hat weitere 3,5 Millionen Kronen (140.000 Euro) als Hilfe für syrische Zivilisten zur Verfügung gestellt. Die Mittel gehen an den internationalen Ausschuss des Roten Kreuzes, der seit Beginn der Krise in Syrien arbeitet. Das teilte das Außenministerium der Presseagentur ČTK am Donnerstag mit. Tschechien hat bereits im März dieses Jahres 3 Millionen Kronen (120.000 Euro) als Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien, der Türkei, im Libanon und Irak bewilligt.

Umweltministerium: Fällen von Bäumen in Nationalpark EU-konform

Das tschechische Umweltministerium hält das Fällen von borkenkäfergeschädigten Bäumen in den Schutzzonen des Nationalparks Böhmerwald für EU-konform. Dieses Vorgehen sei sogar notwendig, um den Richtlinien der Natura 2000 zu entsprechen, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Das Ministerium reagierte damit auf einen Brief von EU-Umweltkommissar Potočnik. In dem Brief drückt Potočnik laut Presseberichten seine Beunruhigung über das Vorgehen der Nationalparkleitung im Böhmerwald aus und fordert Änderungen. Umweltschützer und viele Wissenschaftler in Tschechien haben das Fällen von Bäumen in den Schutzzonen des Parks verurteilt.

Kommende Woche will die Nationalparkverwaltung erneut damit beginnen, geschädigte Bäume fällen zu lassen. Umweltschützer haben erneut Blockaden in dem betroffenen Gebiet angekündigt.

Wählerumfrage von CVVM: Sozialdemokraten verlieren, aber bleiben vorn

Laut der neuesten Wählerumfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM haben die Sozialdemokraten (ČSSD) an Boden verloren, liegen aber weiter vorne. Bei der Erhebung im Juni kamen sie auf 31 Prozent, im Mai waren es noch 36 Prozent gewesen. Fast gleichauf auf den Plätzen zwei und drei liegen die Kommunisten (KSČM) mit 20,5 Prozent und die Bürgerdemokraten (ODS) von Premier Nečas mit 20 Prozent. Den Einzug ins tschechische Abgeordnetenhaus würden nach der Juni-Umfrage zudem noch die Partei Top 09 von Außenminister Schwarzenberg mit 10 Prozent und die derzeit außerparlamentarischen Christdemokraten (KDU-ČSL) mit 7 Prozent schaffen. Die Grünen, die bei den letzten Wahlen wie die Christdemokraten aus dem Abgeordnetenhaus gewählt wurden, blieben knapp unter der Fünfprozentklausel.

Gericht entscheidet: Prager Aktionskünstler Týc muss nicht ins Gefängnis

Der Prager Aktionskünstler Roman Týc muss kein weiteres Mal ins Gefängnis. Seine Auseinandersetzung mit zwei Polizisten im Februar habe nicht den Straftatbestand eines Angriffs auf eine Amtsperson erfüllt, entschied am Donnerstag das Gericht im ersten Prager Stadtbezirk. Laut der zuständigen Richterin könne das Verhalten des Künstlers maximal als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Týc und die Polizisten waren Anfang Februar vor dem Prager Nationaltheater aneinandergeraten, als sich der Künstler für eine Autofahrerin einsetzte. Týc wurde von den Polizisten festgenommen und auf eine Polizeistation gebracht. Die Polizisten gaben an, der Künstler habe sie beleidigt und tätlich angegriffen. Týc warf wiederum den Polizisten vor, ihn grob behandelt zu haben.

Týc hatte im Frühjahr ein Monat im Gefängnis verbringen müssen. Das Mitglied der Künstlergruppe Ztohoven hatte sich geweigert das Strafgeld für eine Aktion zu bezahlen, bei der er Ampelmännchen in Prag ausgetauscht hatte.

Zukunftsfonds bewilligt 780.000 Euro für tschechisch-deutsche Partnerschaftsprojekte

Der Verwaltungsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) hat beschlossen, wieder über 780.000 Euro für tschechisch-deutsche Partnerschaftsprojekte freizugeben. Auf seiner Vierteljahressitzung im Prager Außenministerium gab das Gremium damit am Donnerstag grünes Licht für 174 Förderanträge. Die Initiative der Menschen für eine gute Nachbarschaft zwischen Tschechen und Deutschen lasse nicht nach. Dass dies auch in Zeiten anhalte, die vor allem als krisenhaft wahrgenommen würden, stimme froh, so der tschechische Geschäftsführer des Fonds, Tomáš Jelínek. Der deutsche Geschäftsführer Joachim Bruss erinnerte an über 14 Jahre Fördertätigkeit des Zukunftsfonds. Egal ob Jugendaustausch, Kultur oder Geschichtsforschung - die deutsch-tschechischen Beziehungen würden leben, sagte Bruss. Allein in den wichtigen Bereich Jugend- und Schulprojekte werden aktuell über 260.000 Euro fließen.

Fremdsprachenkenntnisse der Tschechen unter EU-Durchschnitt

Tschechische Bürger liegen bei den Fremdsprachenkenntnissen unter dem EU-Durchschnitt. Laut dem neuesten Eurobarometer beherrschen 49 Prozent der Menschen hierzulande mindestens eine Fremdsprache, der europäische Schnitt liegt bei 54 Prozent. Seit 2005 ist der Trend in Tschechien rückläufig, damals konnten sich noch 12 Prozent mehr Menschen in einer weiteren Sprache unterhalten. Dabei werden Fremdsprachenkenntnisse ganz allgemein in Europa für wichtig angesehen. Neun von zehn EU-Bürgern sagen, das Beherrschen einer Fremdsprache sei nützlich.

Staatspräsident Klaus fährt nicht zu EM-Viertelfinale nach Warschau

Staatspräsident Václav Klaus ist nicht zum EM-Viertelfinale nach Warschau gefahren. Die Begegnung des tschechischen Teams gegen Portugal verfolge Klaus aber am Donnerstagabend „mit Interesse“ am Fernsehgerät, wie ein Sprecher des Staatsoberhauptes mitteilte. Einziger tschechischer Politiker im Nationalstadion in der polnischen Hauptstadt dürfte daher Verkehrsminister Pavel Dobeš sein. Klaus hatte – abhängig von seinem Arbeitsprogramm – noch am Mittwoch eine Fahrt nach Warschau erwogen. Zuvor hatte bereits Verteidigungsminister Alexandr Vondra seine Reise abgesagt. Vondra wollte die Fahrt eigentlich mit einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen verbinden. Das hatte ihm aber Kritik der tschechischen Medien eingebracht.

Fahndungserfolg: Polizei entdeckt bislang größte Marihuana-Züchtung

Die Polizei hat im Kreis Karlsbad / Karlovy Vary die bislang größte Marihuana-Züchtung Tschechiens entdeckt. Die Ermittlungen liefen über mehrere Monate. 13 Menschen wurden festgenommen - sieben Tschechen und sechs Vietnamesen - sowie 5600 Hanfpflanzen beschlagnahmt. Ein Sprecher der nationalen Anti-Drogen-Zentrale erklärte, aus den Pflanzen hätten mindestens 500 Kilogramm Marihuana im Marktwert von etwa 40 Millionen Kronen (1,6 Millionen Euro) gewonnen werden können.

Mit der Aufdeckung der Drogenzucht hängt auch ein Fall moderner Sklaverei zusammen. Ein Vietnamese sei in einer der insgesamt vier Plantagen eingemauert gewesen und habe sich um die Hanf-Pflanzen kümmern müssen. Essen sei ihm durch eine Öffnung in der Mauer gereicht worden, so der Polizeisprecher.

Fußball: Rosický gegen Portugal auf der Bank

Tschechiens Mittelfeldstar Tomáš Rosický wird im EM-Viertelfinale gegen Portugal am Donnerstag vorerst auf der Bank Platz nehmen. Der Spielmacher vom FC Arsenal hatte am Mittwoch nach Achillessehnenproblemen erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert und zeigte sich noch am Mittwochabend in Warschau optimistisch. Am Donnerstag aber musste Rosický passen. Die Entzündung an der Achillessehne schmerze zu sehr. Falls nötig sei ein Einsatz als Einwechselspieler aber durchaus möglich, so Teammanager Vladimír Šmicer gegenüber dem Tschechischen Fernsehen.

Tschechien und Portugal bestreiten im Nationalstadion in Warschau am Donnerstagabend das erste Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Tschechiens Trainer Michal Bílek gab sich vor dem Viertelfinale zuversichtlich, warnte aber davor, das portugiesische Team nur auf Superstar Cristiano Ronaldo zu reduzieren. Er sei nicht der einzige gefährliche Spieler und man wolle sich nicht nur auf ihn vorbereiten, erklärte Bílek.

Das Wetter am Freitag, 22. Juni: erst bewölkt, dann heiter, bis 26 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien bewölkt mit vereinzelten Schauern, im Osten des Landes sind die Wolken dichter und die Niederschläge häufiger. Am Nachmittag lockert dann von Westen her die Bewölkung auf und die Niederschläge gehen zurück. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bei 17 Grad Celsius.