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Beide Volksparteien schließen eine große Koalition aus

Die Bürgerdemokraten (ODS) und die Sozialdemokraten (ČSSD) schließen eine große Koalition nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus aus. Der neue Spitzenkandidat der Bürgerdemokraten, Petr Nečas, sagte, die Vorstellungen der Sozialdemokraten über das Staatsdefizit seien absolut unvereinbar mit den Werten seiner Partei. Eine große Koalition sei für ihn ein Schreckgespenst. Der stellvertretende Chef der Sozialdemokraten, Lubomír Zaorálek, schloss seinerseits eine Koalition mit der ODS aus. Man wolle gerade die Maßnahmen und Gesetze umsetzen, welche die Bürgerdemokraten abgeschafft hätten. Für eine große Koalition gebe es keine Grundlage, so Zaorálek.

Premier Fischer übernimmt das Ministerium für Minderheiten und Menschenrechte

Premier Fischer wird das Ministerium für Minderheiten und Menschenrechte bis zu den Wahlen kommissarisch leiten. Das sagte im Tschechischen Fernsehen Minister Kocáb, der am Montag auf Druck der Grünen seinen Rücktritt einreichen wird. Kocáb zeigte sich mit der Übernahme des Ressorts durch Premier Fischer zufrieden und sagte, die Agenda sei in den besten Händen.

Die Grünen hatten sich entschlossen auch den von ihnen benannten Minister Kocáb aus der Regierung abzuberufen, nachdem sie sich mit Premier Fischer nicht über die Neubesetzung des Umweltressorts einigen konnten. Das Umweltministerium wird nun auch vom Landwirtschaftsminister geführt.

Ohne andere Lösung für Kohlekraftwerk gibt es keine grüne Regierungsbeteiligung

Die Grünen machen ihre erneute Regierungsbeteiligung von einem anderen Umgang Premier Fischers mit der Modernisierung des Kohlekraftwerks Prunéřov II abhängig. Parteichef Liška forderte, Fischer müsse vom Kraftwerkbetreiber ČEZ eine „sauberere Modernisierungsvariante“ verlangen sowie die Novelle des Bergbaugesetzes unterstützen. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt würden, sei eine erneute Beteiligung der Grünen an der Regierung Fischer möglich.

Im Streit um die Modernisierung des Kohlekraftwerks war Umweltminister Dusík vergangene Woche zurückgetreten. Am Montag wird auch der zweite von den Grünen bestellte Minister seinen Rücktritt einreichen.

ODS-Spitzenkandidat Nečas will keine großen Regierungsumbildungen

Der neue Spitzenkandidat der Bürgerdemokraten (ODS), Petr Nečas, hat seine Kritik an der Regierungsumbildung durch Premier Fischer bekräftigt. Im Fernsehsender Prima sagte er, die Bürgerdemokraten würden da ihre Unterstützung verweigern, wo die Vereinbarungen über die Übergangsregierung nicht eingehalten würden. Zugleich räumte Nečas ein, große Veränderungen bei den Ministerposten nur zwei Monate vor der Wahl seien überflüssig. Auch der stellvertretende Parteivorsitzende Vodrážka sagte im Tschechischen Fernsehen, man werde sich nicht destruktiv verhalten. Die beiden frei geworden Ministerien sollten erneut durch die Grünen besetzt werden, so Vodrážka. Die lehnen jedoch eine weitere Zusammenarbeit mit der Regierung ab.

Vergangene Woche war Umweltminister Dusík zurückgetreten. Wegen des ungelösten Streits um die Neubesetzung des Postens mit Premier Fischer ziehen die Grünen am Montag auch den Minister für Minderheiten und Menschenrechte, Kocáb, zurück.

Tschechische Experten erwarten geringes Wirtschaftswachstum und hohe Arbeitslosigkeit

In den kommenden Jahren wird es in Tschechien nur ein geringes Wirtschaftswachstum geben und damit einhergehend eine hohe Arbeitslosigkeit. Das meldet die Presseagentur ČTK unter Berufung auf verschiedene Wirtschaftsexperten. Die tschechische Wirtschaft sei erst bei einem Wachstum von mindestens 3,5 Prozent imstande, neue Arbeitsplätze zu schaffen, hieß es. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten jedoch nur eine Wachstumsquote von ein bis zwei Prozent.

Erzbischof Duka möchte sich mit dem Staat über die Nutzung des Veits-Doms einigen

Der neue Prager Erzbischof Dominik Duka möchte gemeinsam mit Vertretern des Staates einen Kompromiss für die Nutzung der Veits-Kathedrale auf der Prager Burg finden. Man müsse die Kathedrale im Kontext ihrer gesamten Geschichte betrachten. Als eines der nationalen Symbole sei der Veits-Dom geeignet, auch Nichtgläubige anzusprechen. Auch deshalb sei es nötig, einen Kompromiss für seine gemeinsame Nutzung zu finden, sagte Duka am Sonntag im Tschechischen Fernsehen.

Nachdem die Kirche nach jahrelangem Streit durch die Gerichte dem Staat zugesprochen worden war, hat die Katholische Kirche im Mai 2009 Beschwerde beim Verfassungsgericht eingelegt.

Karel Gott abermals zum populärsten Fernsehgesicht Tschechiens gekürt

Das populärste Fernsehgesicht Tschechiens gehört Karel Gott. Der Sänger gewann am Samstag abermals die Zuschauerumfrage „Tý Tý“ der Zeitschrift „Tydeník Televize“. Bereits zum 19. Mal in Folge erhielt Karel Gott diesen Titel auch in der Kategorie „Sänger“. In der Kategorie „Sängerin“ gewann Lucie Vondráčková. Die Auszeichnung wird seit 1991 verliehen.

Sehenswürdigkeiten besuchen weniger ausländische Touristen, dafür aber mehr Tschechen

4,8 Millionen Menschen besuchten im vergangenen Jahr Sehenswürdigkeiten in Tschechien, die unter der Verwaltung des staatlichen Denkmalschutzamtes (NPÚ) stehen. Dadurch seien Einnahmen von umgerechnet über 16 Millionen Euro erzielt worden, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von rund einer Million Euro bedeute, wie am Samstag der Generaldirektor des Denkmalschutzamtes, Svoboda, mitteilte. Die Zahl der Besucher sei im Vergleich zu 2008 unverändert geblieben. Zwar seien weniger ausländische Touristen gekommen, dafür habe aber die Zahl tschechischer Besucher zugenommen, wie es hieß.

Vendula Frintová gewinnt Triathlon beim Weltcup in Australien

Die Tschechin Vendula Frintová hat den Weltcup-Auftakt der Triathleten im australischen Mooloolaba gewonnen. Die Duathlon-Weltmeisterin setzte sich über die olympische Distanz von 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen in 2:03:15 Stunden vor Tomoko Sakimoto aus Japan und der Britin Liz Blatchford durch.

Die WETTERvorhersage

Auch am Montag ist es überwiegend bewölkt bis bedeckt, mit Regenschauern ist vor allem im böhmischen Landesteil zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen: 12 bis 16 Grad Celsius.