Nachrichten
Sozialdemokraten fordern höhere Arbeitslosenunterstützung und Kurzarbeit
Die Sozialdemokraten fordern eine Erhöhung der Unterstützung für eine bestimmte Gruppe von Arbeitslosen. Wenn ein Arbeitsloser innerhalb eines dreijährigen Zeitraumes vor seiner Registrierung beim Arbeitsamt zwei Jahre lang gearbeitet habe, dann solle er eine höhere Unterstützung vom Staat bekommen, sagte Parteichef Paroubek am Freitag auf einer Pressekonferenz. Ebenso fordern die Sozialdemokraten die Einführung von Kurzarbeit bei gleich bleibendem Lohn. Eine Arbeitswoche von vier oder drei Tagen sei eine geeignete Maßnahme gegen die Wirtschaftskrise. Zugleich könnten die Arbeitnehmer die gewonnene Zeit zur Weiterqualifizierung verwenden. Kurzarbeit sei vollständig mit Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zu finanzieren, hieß es.
Hochschulrektoren fordern mehr Geld und Planungssicherheit
Die Kürzungen im Staatshaushalt für 2010 führen nach Ansicht der Hochschulrektoren zu einer Verschlechterung bei der Lehrtätigkeit an den Universitäten. Die Hochschulen bekämen nämlich – die Inflation eingerechnet - im kommenden Jahr rund 30 Prozent weniger Staatsmittel für jeden einzelnen Studenten, sagte der Vorsitzende der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz, Patr Fiala am Freitag gegenüber Journalisten. Die Qualität der Lehre könne so nicht verbessert werden. Darüber hinaus kritisierten die Rektoren die mangelnde Planungssicherheit und fordern für langfristige Kalkulationen auch langfristige finanzielle Zusagen seitens des Staates, hieß es.
Greenpeace-Aktivisten demonstrieren in Prag gegen Präsident Klaus
Aktivisten der Organisation Greenpeace haben am Freitagvormittag mit einem großen Transparent am Rathausturm auf dem Altstädterring vor Verzögerungen beim Klimaschutz gewarnt. Bis zur Klimaschutz-Konferenz in Kopenhagen verblieben nur noch hundert Tage; es sei höchste Zeit zu handeln, hieß es auf dem Greenpeace-Transparent. Zur selben Zeit stellte der tschechische Präsident Václav Klaus, der einen Klimawandel bestreitet, sein neues Buch in einem gegenüberliegenden Café vor. In seinem Buch mit dem Titel „Der blaue Planet in Gefahr“ vertritt Klaus die Ansicht, die globale Erwärmung werde missbraucht, damit die Politik noch radikaler in die menschliche Gesellschaft eingreifen könne. Auf der Kopenhagener Klimakonferenz soll eine Einigung über eine weitere Reduktion der CO2-Emissionen erreicht werden.
Industrieproduktion um 18,4 Prozent gesunken
Die tschechische Industrieproduktion ist im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 18,4 Prozent gesunken. Bei den Erträgen aus der industriellen Produktion wird sogar ein Rückgang von nahezu 20 Prozent verzeichnet. Diese Rohdaten gab am Freitagvormittag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) bekannt. Nach der Bereinigung um saisonbedingte Effekte erwartet die Statistikbehörde ein Sinken der Produktion um 16,4 Prozent. Im Juni betrug der Rückgang der Industrieproduktion im Jahresvergleich noch 12,2 Prozent.
Die Wirtschaftskammer zeigte sich überrascht über die Höhe des Produktionseinbruchs, geht aber von einer Stabilisierung der Lage innerhalb der nächsten Monate aus. Vor allem die leichte Erholung auf dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland gebe Anlass zur Hoffnung.
E.ON senkt Privatkunden-Preis für Gas um 4 Prozent
Die tschechische Tochter des Düsseldorfer Energiekonzerns „E.ON“ senkt ab Oktober den Gaspreis für Privatkunden um 4,07 Prozent. Dies sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Prag. E.ON versorgt rund 110.000 Kunden mit Gas, vorwiegend in Südböhmen. Beteiligungen hält das Unternehmen auch an den Prager Gaswerken („Pražská plynárenská“) und dem südmährischen Gasversorger „Jihomoravská plynárenská“.
„E.ON“ ist hinter dem Essener Unternehmen „RWE“ die Nummer zwei auf dem tschechischen Gasmarkt. „RWE“ hat am Donnerstag eine Gaspreis-Senkung um 2,5 Prozent angekündigt.
Präsident Klaus plant neues Buch über die Entwicklung des Landes in den letzten 20 Jahren
Der tschechische Präsident Václav Klaus plant eine Buchveröffentlichung zum 20. Jahrestag der Samtenen Revolution. Das sagte Klaus am Freitag bei der Präsentation seines Buches „Der blaue Planet in Gefahr“. Im Buch über die Zeit nach der Wende 1989 werde er seine Ansichten über die Zeit des Kommunismus, seinen Fall und die Folgezeit darlegen. Ebenso werde er sich zur Zukunft der Tschechischen Republik äußern, sagte Klaus. Erst vor kurzem hatte der Präsident in der Zeitung „Lidové noviny“ geschrieben, die Entwicklung nach der Wende sei positiv, die Tschechische Republik sei ein integraler Bestandteil der westlichen Welt; auch wenn der Westen kein Paradies sei, so Klaus.
Kleiner deutscher Tanker verliert Öl auf der tschechischen Seite der Elbe
Beim nordböhmischen Děčín / Teschen ist aus einem kleinen deutschen Tanker Heizöl in die Elbe gelangt. Der Vorfall ereignete sich in einem Hafengebiet. Die Feuerwehr stellte Ölsperren auf und konnte somit verhindern, dass das Öl in den Flusslauf gelangt, wie die Feuerwehr gegenüber der Presseagentur ČTK sagte. Vermutlich habe der Tanker das Öl bei Instandhaltungsarbeiten verloren, hieß es. Der deutsche Besitzer des Tankers hat eine Firma mit der Beseitigung des Öls beauftragt. Die Feuerwehr schätzt, dass die Reinigungsarbeiten bis zu zwei Tage dauern werden.
Finanzminister Eduard Janota lehnt eine Rentenerhöhung ab
Finanzminister Eduard Janota lehnt wegen der angespannten Budgetsituation eine Rentenerhöhung ab. Angesichts der derzeit extrem niedrigen Teuerungsrate bestehe dazu auch kein Anlass, heißt es aus dem Finanzressort. Der Minister reagierte damit auf die Forderung von Arbeitsminister Petr Šimerka nach einer Anhebung der Renten um 2,1 Prozent. Die Altersrenten würden somit im Durchschnitt um 208 Kronen (ca. 8 Euro) steigen. Dies würde zur Erhöhung der Ausgaben des Staatshaushalts um 7,1 Milliarden Kronen (ca. 273 Millionen Euro) führen.
Vor 50 Jahren verstarb der tschechische Komponist Bohuslav Martinů
Am Freitag vor 50 Jahren verstarb der bekannte tschechische Komponist Bohuslav Martinů. Martinů gilt als der bekannteste tschechische Komponist der Moderne. Er verfasste mehr als 400 Werke in allen Musikgattungen und Genres von der Oper über Oratorien bis hin zur Kammermusik. Martinů wurde 1890 im böhmischen Polička geboren und verstarb 1959 in der Schweiz.
Fußball: Nur Prager Klubs in der Gruppenphase der Europa League
In der Qualifikationsrunde zur „Europa League“ waren am Donnerstag nur die Prager Fußballvereine erfolgreich. Sparta siegte zuhause gegen NK Maribor mit 1:0 und steigt damit in die Gruppenphase des europäischen Fußballpokals auf. Ebenfalls erfolgreich war Lokalrivale Slavia Prag, dem eine 1:2 Auswärtsniederlage gegen Roter Stern Belgrad für den Aufstieg reichte. Sigma Olmütz / Olomouc hingegen scheiterte vor eigenem Publikum mit 1:1 am FC Everton. Das gleiche Ergebnis bedeutete das Aus für den FK Teplice, der in Tel Aviv gegen Hapoel ebenfalls über ein 1:1 nicht hinauskam. Slovan Liberec unterlag im eigenen Stadion Dinamo Bukarest nach dem Stand von 0:3 im Elfmeterschießen.
Fußball-Europa-League: schwere Gegner für Slavia, leichteres Los für Sparta
Die beiden Fußballvereine Sparta und Slavia Prag stehen in der Gruppenphase der Europa League vor unterschiedlich schweren Aufgaben. Sparta trifft in Gruppe K auf den PSV Eindhoven, CFR Cluj aus Rumänien und den FC Kopenhagen und hat damit ein vergleichsweise leichtes Los. Slavia erwischte in der Gruppe B ausgesprochen attraktive, aber auch schwere Gegner: FC Sevilla, Olympique Lille und FC Genua. Dies ergab am Freitag die Auslosung in Monte Carlo.
Die Gruppenspiele der Europa League werden ab dem 17. September ausgetragen. Danach folgen vier K.o.-Runden bis zum Finale, das am 12. Mai 2010 in der Hamburger WM-Arena stattfindet.
Das Wetter am Samstag, 29.8:
Am Samstag ist es in Tschechien bewölkt mit vereinzelten Schauern. In den südlichen und östlichen Landesteilen bedeckt und regnerisch. Die Tageshöchsttemperaturen sinken und liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius.







