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Außenminister Kohout fordert zügige Sondierungsgespräche über Posten des EU-Kommissars

Die Sondierungsgespräche über den künftigen tschechischen EU-Kommissar sowie über das Ressort sollten schon während der Sommerferien beginnen. Das forderte am Freitag der tschechische Außenminister Jan Kohout gegenüber Journalisten. Er respektiere zwar die Einigung der großen politischen Parteien, den Kandidaten erst nach den vorgezogenen Parlamentswahlen im Herbst bekannt zu geben. Aber für eine anschließende zügige Einigung müssten die Verhandlungen bereits in den kommenden Wochen anlaufen, erklärte Kohout nach Gesprächen mit den Chefs der Parlamentsausschüsse für europäische und außenpolitische Angelegenheiten.

Zweite Lissabon-Verfassungsprüfung wird in rund zwei Wochen beantragt

Eine zweite Verfassungsprüfung des EU-Reformvertrags von Lissabon wollen tschechische Senatoren der Bürgerdemokraten in rund zwei Wochen einreichen. Das gab am Freitag Senator Oberfalzer gegenüber dem Tschechischen Rundfunk bekannt. Die notwendigen Unterschriften habe man bereits zusammen, erklärte Oberfalzer. Ende vergangenen Jahres war eine erste Teil-Beschwerde gescheitert. Nun soll der Lissabon-Vertrag als Ganzes geprüft werden. In Deutschland, Polen und Tschechien ist der Vertrag zwar von den Parlamenten gebilligt, jedoch noch nicht von den Staatsoberhäuptern ratifiziert worden. In Irland soll im Herbst ein zweites Referendum abgehalten werden.

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung stellt Tschechien ein gutes Zeugnis aus

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) hat Tschechien ein gutes Zeugnis ausgestellt. Laut Jahresbericht des Amtes für 2008 zählt Tschechien zu den EU-Staaten mit den wenigsten Fälle von Missbrauch europäischer Finanzmittel. Gegenwärtig werden in Tschechien nur zwei solcher Fälle untersucht, einer im Bereich der Agrarsubventionen, der zweite im Bereich Zollwesen. Mehr als die Hälfte aller Betrugsfälle entfallen auf die sechs EU-Mitgliedsländer Belgien, Bulgarien, Italien, Deutschland, Rumänien und Großbritannien.

Chef des Roma-Zentrums in Toronto weist Kritik an Vermittlertätigkeit zurück

Der Vorsitzende des Roma-Zentrums in Toronto, Paul St. Clair, hat die Beschuldigung zurückgewiesen, er schlage aus den Asylanträgen tschechischer Roma Kapital. Für die Hilfe bei Asylanträgen bekomme er nur sein Gehalt als Chef des Roma-Zentrums; die tschechische Regierung wolle die Schuld für die Auswanderung der Roma nur abwälzen, sagte St. Clair gegenüber der Presseagentur ČTK. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht eines staatlichen Instituts arbeite St. Clair sowohl für die kanadischen Flüchtlingsbehörden als auch beratend für die Asyl beantragenden Roma.

Allein von Januar bis April hatten über 1000 tschechische Roma wegen angeblicher rassistischer Verfolgung Asyl in Kanada beantragt. Kanada erwägt nun die Wiedereinführung von Visa für tschechische Bürger.

Lidové noviny: Alle 30 Panzer der tschechischen Armee sollen aus dem Verkehr gezogen werden

Alle 30 Panzer der tschechischen Armee sollen aus dem Verkehr gezogen werden. Das berichtet am Freitag die Tageszeitung Lidové noviny. Grund seien Kürzungen im Militärhaushalt. Die für die Modernisierung der Panzer notwendigen umgerechnet etwa 170 Millionen Euro könne die Armee derzeit nicht aufbringen, hieß es. Laut dem Bericht erwäge die Armee nun eine Lagerung der Panzer in klimatisierten Hallen. Eine endgültige Entscheidung wolle der Generalstab erst im Herbst treffen, wenn das Ausmaß der Kürzungen im Etat fest stehe, schreibt die Zeitung.

Bei Explosion in Prager Restaurant werden vier Gäste verletzt

In einem Restaurant im Prager Stadtzentrum sind am späten Donnerstagabend vier Gäste bei der Explosion einer Handgranate verletzt worden, die in einem Handkoffer versteckt war. Der 63-jährige Besitzer des Koffers erlitt schwere Verletzungen und ist noch nicht vernehmungsfähig. Die Polizei ließ bisher offen, ob es sich um ein Verbrechen oder einen Unfall handle. Zum diesem Zeitpunkt waren im Restaurant etwa 30 Gäste. Die Angestellten leisteten den Verletzten erste Hilfe. Die Handgranate war ein Fabrikat aus dem Jahr 1968.

Fast zwei Drittel aller Tschechen plädieren für die Todesstrafe

Fast zwei Drittel aller Tschechen sind der Meinung, dass in Tschechien die Todesstrafe eingeführt werden sollte. Das geht hervor aus der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM. Die Befürworter hielten die höchste Strafe als Genugtuung für die Opfer und ihre Hinterbliebenen für gerechtfertigt, so die Umfrage-Ergebnisse. Etwas über 30 Prozent aller Befragten sprachen sich bei der Untersuchung gegen die Todesstrafe aus. Dieser Trend stimmt mit den Umfragen des Vorjahres überein. Die größte Zustimmung mit der Todesstrafe herrschte mit 76 Prozent im Jahre 1994.

Hollywoodstar Antonio Banderas auf Internationalem Filmfestival in Karlsbad eingetroffen

Am Freitag ist der Hollywoodstar Antonio Banderas auf dem Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary / Karlsbad eingetroffen. Vor dem Grandhotel Pupp wurde Banderas vom Festivalpräsidenten Jiří Bartoška begrüßt. Banderas wird auf dem Filmfestival seinen Film „Sommerregen“ vorstellen, für den er auf der Berlinale 2007 den Preis Europa Cinemas Label erhielt. Als Regisseur hatte Banderas sein Debut 1999 mit dem Film „Verrückt in Alabama“.

Das viertägige Musikfestival Colours of Ostrava hat begonnen

Am Donnerstagabend hat im Zentrum des mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau das Musikfestival „Colours of Ostrava“ begonnen. Den Konzertreigen eröffnete der britische Filmkomponist Michael Nyman mit seiner 11-köpfigen Band. Insgesamt werden auf dem Festival bis zum Sonntag fast 500 Interpreten auf elf Bühnen auftreten. Zu den Stars der diesjährigen Ausgabe des Festivals gehören unter anderem der Jazz-Pop-Künstler Jamie Cullum, die Londoner Band Asian Dub Foundation, der amerikanische Funkmusiker Maceo Parker und die tschechische Band Tatabojs. Zudem wird den Besuchern ein umfangreiches Begleitprogramm geboten aus Theater- und Filmaufführungen, Tanzworkshops und Führungen durch die Industriedenkmäler der drittgrößten tschechischen Stadt.

Das Wetter für Samstag, den 11. Juli

Auch am Samstag ist es in Tschechien wechselhaft bewölkt mit Schauern, örtlich auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad Celsius.