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Magistrat verbietet Protestmarsch der Radar-Gegner während des Obama-Besuchs

Der Prager Magistrat hat am Freitag einen für Sonntag beantragten Protestmarsch von Gegnern des geplanten US-amerikanischen Raketenabwehrradars verboten. Die Demonstration sollte während des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Obama stattfinden und durch das Zentrum Prags führen. Nach Aussagen der Organisatoren soll der Protestmarsch trotz des Verbots stattfinden. Zur Begründung gab der Magistrat an, der Protestmarsch würde den Verkehr zu stark einschränken und mit einigen Sicherheitsmaßnahmen während des Aufenthalts Obamas kollidieren. US-Präsident Obama wird am Sonntag auf dem Burgplatz in Prag seine erste öffentliche Rede in Europa halten. Dafür sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden.

Handy und Schlüsselbund bei Obama-Rede in Prag doch erlaubt

Die Polizei hat Berichte zurückgewiesen, nach denen Besucher der Rede des US-Präsidenten Barack Obama am Sonntag in Prag kein Mobiltelefon, keine Kameras und keinen Schlüsselbund bei sich tragen dürfen. Früheren Berichten zufolge waren diese Gegenstände auf einer Sicherheitsliste erwähnt worden. Eine Liste der verbotenen Gegenstände – darunter Regenschirme und Rucksäcke – hat die amerikanische Botschaft in Prag auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Wegen der Sicherheitsmaßnahmen wird den Besuchern empfohlen, bereits früh vor Ort zu sein. Der Einlass soll ab sieben Uhr erfolgen.

Bewährungsstrafen für Angriff auf einen Angehörigen der jüdischen Gemeinde

Wegen Körperverletzung und rassistisch motivierter Diskriminierung wurden am Freitag von einem Bezirksgericht in Prag drei Männer zu einer einjährigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Männer hatten im vergangenen November einen Angehörigen der jüdischen Gemeinde aufgrund seiner Kopfbedeckung, der Kippa, zunächst beleidigt und dann mit Pflastersteinen und Tritten angegriffen. Zuvor hatten die Gewalttäter schon einen angeblichen Punker in der Metro angegriffen. Die Bewährungsfrist beträgt fünf Jahre.

Firmenfusion lässt großen agrochemischen Konzern in Tschechien entstehen

Das tschechische Kartellamt hat der Fusion der Firmen Agrofert Holding und Agropol Group zugestimmt. Die Übernahme des Konkurrenten bestätigte am Freitag auch Agrofert-Eigner Andrej Babiš. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Durch den Zusammenschluss entsteht eine der größten agrochemischen Konzerne in Mittel- und Osteuropa. Den Unternehmensergebnissen nach hatten beide Konzerne zusammen im Jahr 2007 einen konsolidierten Umsatz von knapp 100 Milliarden Kronen (3,7 Milliarden Euro).

Polizei entdeckt Großanbau von Marihuana in Sokolov

Die Polizei hat am Freitag einen Großanbau von Marihuana-Pflanzen im westböhmischen Sokolov entdeckt. In fünf Räumen befanden sich nach Polizeiangaben weit über 2000 Marihuana-Pflanzen. Zwei Verdächtige wurden vor Ort festgenommen. Nach Informationen der Presseagentur ČTK handelt es sich um Vietnamesen. In der letzten Zeit stößt die Polizei im Kreis Karlsbad immer häufiger auf illegale Marihuana-Anpflanzungen von Vietnamesen.

František Oldřich Kinský im Alter von 72 Jahren gestorben

František Oldřich Kinský aus dem bekannten böhmischen Adelsgeschlecht ist am Mittwoch im Alter von 72 Jahren in Buenos Aires gestorben. Kinský hatte seit vielen Jahren gegen den tschechischen Staat Prozesse in Eigentumsfragen geführt. Er forderte unter anderem die Rückgabe von Schlössern und Gütern – darunter auch das Palais Kinský in Prag. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie Kinský auf Grundlage der Beneš-Dekrete enteignet, da sie angeblich mit den Nationalsozialisten kollaboriert hat. Zur Zeit der Enteignung sollen die Besitztümer jedoch dem damals minderjährigen František Oldřich gehört haben. Insgesamt soll es um einen Streitwert von umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro gehen.

Ortsschilder können auch in den Sprachen nationaler Minderheiten beschriftet werden

Ein neuer Erlass des Verkehrsministeriums ermöglicht, Ortsschilder auch in den Sprachen regionaler nationaler Minderheiten zu beschriften. Das gab am Freitag Verkehrsminister Bendl bekannt. Er rechne zwar nicht damit, dass die Gemeinden die Möglichkeit häufig nutzen, es gebe aber zum Beispiel Interesse in Ostböhmen nahe an der Grenze zu Polen, sagte Bendl.

Die Stadtverwaltung Ostrava hat die beste Kommunikationsstruktur in Europa

Der Magistrat der nordmährischen Großstadt Ostrava / Ostrau ist die beste Stadtverwaltung in Europa, was ihre Kommunikationsstruktur betrifft. Das geht hervor aus der diesjährigen europaweiten Untersuchung der Gesellschaft Westminster. Die Stadt Ostrava belegt den ersten Platz von 337 Konkurrenten. Auf den Plätzen zwei und drei liegen die Stadtverwaltung von Bilbao in Spanien und das Mährisch-schlesische Kreisamt. Den Preis nahmen am Freitag Vertreter der Stadt Ostrava in Prag entgegen.

Fußball: Tschechien verliert WM-Qualifikationsspiel gegen Slowakei mit 1:2

Die tschechische Fußballnationalmannschaft ist auf dem Weg zur WM in Südafrika gestrauchelt: Am Donnerstag verlor sie ihr Heimspiel gegen die Slowakei mit 1:2. Den slowakischen Siegtreffer nach dem Halbzeitstand von 1:1 schoss in der 83. Minute Erik Jendrišek vom deutschen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Der tschechische Nationaltrainer Petr Rada sagte nach dem Spiel, sein Team habe nur noch eine kleine Chance auf die Qualifikation zur WM; Tschechien werde aber um die Teilnahme an dem Turnier kämpfen. Über einen möglichen Rücktritt wollte Rada zu dem Zeitpunkt nicht spekulieren. Tschechien liegt nach der Niederlage auf dem vierten Rang in der dritten Qualifikationsgruppe.

Eishockey: Kometa Brünn kauft Lizenz für Extraliga von Znojmo

Der Verein Kometa Brno / Brünn kauft von Znojmo / Znaim die Lizenz für die höchste tschechische Eishockeyspielklasse und wird kommende Saison in der Extraliga antreten. Über den Verkauf haben sich am Donnerstag die Eigner beider Vereine geeinigt. Brünn zahlt für die Startberechtigung zur Extraliga 25 Millionen Kronen (900.000 Euro) und gibt zugleich seine Lizenz für die Erste Liga an Znojmo ab. Bestandteil des Handels ist auch ein Austausch von Spielern.

An der Spielberechtigung für die Extraliga hatte neben Brünn vor allem auch der Eishockeyverein aus dem nordböhmischen Chomutov Interesse. Entscheidend sei aber die Nähe zu Brünn gewesen, hieß es von der Vereinsführung in Znojmo.

Das Wetter für Freitag, den 3. April

Am Freitag wird es in Tschechien wieder heiter bis sonnig. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf frühlingshafte 16 bis 20 Grad Celsius an.