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Koalitionsregierung wird Misstrauensvotum voraussichtlich überstehen

Die Koalitionsregierung von Premier Mirek Topolánek wird das für morgen anberaumte Misstrauensvotum im Abgeordnetenhaus nach derzeitigen Einschätzungen überstehen. Die Opposition aus Sozialdemokraten und Kommunisten stellt zusammen nur 98 von den insgesamt 200 Abgeordneten und wird darüber hinaus aus Krankheitsgründen bei der Abstimmung nicht vollzählig sein. Um der Regierung das Misstrauen auszusprechen ist eine Mehrheit von 101 Stimmen erforderlich. Es wird nicht erwartet, dass sich Abgeordnete der Bürgerdemokraten, der Christdemokraten und der Grünen gegen ihre Koalitionsregierung aussprechen.

Grünen-Politiker Ondřej Liška wird neuer Bildungsminister

Der 30-jährige Grünen-Politiker Ondřej Liška wird morgen Vormittag von Präsident Václav Klaus zum neuen Bildungsminister ernannt. Dies sagte heute eine Sprecherin der Grünen. Am Sonntag hatte die erweiterte Führung der Partei Liška als Kandidat für das Amt des Bildungsministers bestätigt. Er erhielt 29 Stimmen bei 12 Enthaltungen; niemand stimmte gegen ihn. Liška selbst hatte um die Bestätigung seiner Kandidatur durch die erweiterte Führung gebeten; zuvor war er vom Parteivorstand nur mit knapper Mehrheit nominiert worden. Das Amt des Bildungsministers ist seit Ende September vakant, nachdem Liškas Parteikollegin Dana Kuchtová zurückgetreten war.

Schulstreik: die Hälfte aller Angestellten will die Arbeit nieder legen

Am für Dienstag angekündigten Schulstreik beteiligt sich voraussichtlich die Hälfte aller Angestellten im Schulwesen. Das gab heute der Gewerkschaftsführer František Dobšík bekannt. Es handle sich um hunderte von schulischen Einrichtungen mit tausenden von Angestellten aus zwei Dritteln aller Bezirke in Tschechien, sagte Dobšík. Nach Ansicht der Gewerkschaften fehlen im Etat des Schulministeriums für das kommende Jahr bis zu 3 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 110 Millionen Euro) unter anderem für Lehrergehälter und Lehrmittel. Die Regierung hatte sich in der vergangenen Woche auf eine Erhöhung des Etats um 1 Milliarde Kronen geeinigt. Dobšík bezeichnete diesen Schritt als unzureichend. Der Streik soll am Dienstag ab 13 Uhr vor dem Prager Schulministerium stattfinden.

Pilotprojekt: 862 qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben

An einem Pilotprojekt des tschechischen Arbeitsministeriums, mit dem qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben werden sollten, haben bisher insgesamt 862 Ausländer teilgenommen. Darüber informierte am Montag ein Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Für das Programm konnten sich Arbeitskräfte aus zwölf Ländern sowie ausländische Absolventen tschechischer Bildungseinrichtungen bewerben. Einen Arbeitsplatz mussten sich die Interessenten selbst suchen. Für die Teilnehmer verkürzt sich sie gesetzliche Frist zur Erlangung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung von fünf Jahren auf zweieinhalb bzw. eineinhalb Jahre für Hochqualifizierte. Mit dem seit 2003 laufenden Projekt sollten die Möglichkeiten einer Zuwanderungspolitik untersucht werden.

Endgültig: Vertauschte Kinder bleiben bei leiblichen Eltern

Die vor einem Jahr im mährischen Krankenhaus Trebic vertauschten Kinder bleiben seit Montag endgültig bei ihren leiblichen Eltern. Das teilte heute ein Verwandter eines der Elternpaare dem Server „lidovky.cz“ mit. Ursprünglich sollten die Kinder am Neujahrstag zurückgetauscht werden, wovon die verantwortlichen Psychologen aber abrieten. Die Vertauschung der Kinder war Anfang Oktober ans Tageslicht gekommen, weil einer der Eltern an seiner Vaterschaft zweifelte und einen DNA-Test durchführen ließ.

Jahrhundert-Raub: Sicherheitsangestellter erbeutet halbe Milliarde Kronen

Ein Angestellter eines Prager Sicherheitsdienstes steht im Verdacht am Samstag eine halbe Milliarde Kronen Bargeld (rund 18 Millionen Euro) aus dem Gebäude der Firma entwendet zu haben. Es handelt sich angeblich um die größte Summe, die je in Tschechien gestohlen wurde. Der 33-jährige Verdächtige ist bewaffnet und befindet sich auf der Flucht. Die Polizei hat eine nationale Fahndung ausgerufen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Bereits im Jahre 2002 hatte ein unbekannter Täter in Prag den Wagen eines Sicherheitsdienstes überfallen und 153 Millionen Kronen erbeutet. Die Ermittlungen sind in diesem Jahr ergebnislos eingestellt worden.

RWE Transgas erhöht Erdgaspreise im Januar um 7,4 Prozent

Um durchschnittlich 7,4 Prozent will der Energieversorger RWE Transgas im Januar die Preise für Erdgas in Tschechien erhöhen. Dies geht aus den Unterlagen des Unternehmens hervor, die heute auf einer Pressekonferenz in Prag vorgestellt wurden. Die Kosten für Haushalte, die Erdgas für Heizung, Warmwasser und zum Kochen verwenden, dürften damit um etwa 130 Kronen (4,80 Euro) pro Monat steigen. RWE Transgas ist Marktführer für Erdgas in Tschechien. Die Prager Gaswerke haben inzwischen eine durchschnittliche Preiserhöhung von über 6,2 Prozent angekündigt.

Spitzensaison: acht Ski-Weltcup-Wettkämpfe in Tschechien

Was die Zahl der Spitzenereignisse im Skisport betrifft, wird diese Wintersaison in Tschechien ein Rekord. Mit Ausnahme der Disziplin Snowboard werden in Tschechien acht Weltcup-Wettkämpfe ausgetragen, darunter Anfang Januar der Riesenslalom der Damen in Spindlermühle, an dem auch die tschechische Weltmeisterin Sarka Zahrobska teilnehmen wird. Auf Antrag der Internationalen Föderation FIS soll auch der dritte Teil der „Tour de Ski“ von Oberstorf ins nordböhmische Liberec / Reichenberg verlegt werden.

Tschechische Volleyballer nicht bei Olympia – Niederlage gegen Deutschland

Die tschechischen Volleyballer werden nicht an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen. Am Sonntag verloren sie im Endspiel der Vorausscheidung gegen Deutschland mit 2:3. In dem 122 Minuten dauernden, hochdramatischen Spiel im portugiesischen Evora wurde der Sieger erst im Tiebreak ermittelt. Es habe die größere Erfahrung entschieden, sagte der tschechische Nationalcoach Zdeněk Haník nach der Begegnung. An eine zusätzliche Nominierung seines Teams zum Qualifikationsturnier im Frühjahr glaube er kaum, so Haník.

Flusspegel steigen, starker Wind weiten Teilen Tschechiens

Intensive Regenfälle haben in der Nacht von Sonntag die Pegel einiger Flüsse in Süd- und Nordböhmen steigen lassen. Das Tschechische Hydrometeorologische Institut hat deswegen vor allem für die Otava und ihre Zuflüsse eine Hochwasserwarnung ausgesprochen. Die Meteorologen warnten zudem, dass in den meisten Teilen Tschechiens noch bis zum späten Montagabend stürmischer Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern in der Stunde wehen wird.

Das Wetter:

Am Dienstag ist es in Tschechien veränderlich bis stark bewölkt mit Regenschauern. Über 600 Metern ist mit Schneefall zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 2 bis 6 Grad Celsius.