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Landesrat der Grünen lehnt Raketenabwehranlage in Tschechien nicht ab

Der Landesrat der Grünen lehnt eine Stationierung von Teilen der geplanten Raketenabwehranlage in Tschechien nicht ab, wie die Presseagentur CTK am Sonntag meldete. Es sei aber erforderlich weiterhin einen Dialog vor allem mit der Nato und der EU zu führen, so der Parteivorsitzende Martin Bursik nach der Sitzung. Der Landesrat wies einen Antrag des Führungsmitglieds Matej Stropnicky ab, in dem dieser die Ausschreibung eines Referendums forderte. Die Koalitionsregierung aus Grünen, Bürgerdemokraten und Christdemokraten sieht die Stationierung der Raketenabwehr in Tschechien überwiegend positiv.

Im Zentrum Prag haben am Samstag über tausend Gegner der in Tschechien geplanten Radaranlage demonstriert. Unter ihnen war auch Matej Stropicky aus der Parteispitze der Grünen. In seiner Rede sagte er, dass die Grünen die amerikanische Doktrin eines Präventivkrieges und die Raketenabwehr ablehnten. Der Parteivorsitzende Bursik betonte am Sonntag auf der Sitzung des Landesrates, dass laut einem Beschluss des Rates nur jene für die Partei sprechen dürften, die auch ein Mandat dazu hätten.

Vizepremier Vondra: Ablehnung der Raketenabwehranlage kann Wiedereinführung der Wehrpflicht bedeuten

Vizepremier Alexandr Vondra sagte am Sonntag im Tschechischen Fernsehen, dass eine Ablehnung der zum Teil auf tschechischem Boden geplanten us-amerikanischen Raketenabwehranlage eine Wiedereinführung der Wehrpflicht bedeuten könnte. Man habe vor Jahren auf der Basis eines nationalen Konsenses entschieden bei der Verteidigung und Sicherheit des Landes mit den Verbündeten zusammenzuarbeiten. Wenn nun der entscheidende Moment komme, in dem die Verbündeten Unterstützung von der Tschechischen Republik fordern, so Vondra, müsse man damit konstruktiv umgehen. "Wenn wir die Allianz mit den Verbündeten aufkündigen, ist nicht auszuschließen, dass wir in Zukunft wieder eine Wehrpflicht brauchen", sagte Vondra. Die Wehrpflicht wurde in Tschechien 2005 abgeschafft.

Anfang Juni wird der amerikanische Präsident George W. Bush zu Verhandlungen über die Raketenabwehranlage nach Prag kommen. Nach Meinungsumfragen lehnen rund drei Fünftel der Tschechen die Raketenabwehranlage auf tschechischem Boden ab. Fast drei Viertel der Bevölkerung fordern ein Referendum in dieser Frage.

"Junge Konservative" demonstrieren gegen österreichische Grenzblockaden

Rund ein Dutzend Mitglieder der Brünner Niederlassung der rechtsliberalen politischen Vereinigung "Mladi Konzervativci" - Junge Konservative - haben am Sonntag gegen die österreichischen Grenzblockaden demonstriert. Die Demonstration fand am tschechisch-österreichischen Grenzübergang "Mikulov-Drasenhofen" statt. Die Jungen Konservativen verteilten an die Autofahrer Flugblätter auf Deutsch und auf Tschechisch, in denen sie ihre Argumente gegen Grenzblockaden darlegen. Österreichische Gegner des Atomkraftwerkes Temelin haben in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt Grenzübergänge blockiert.

Tschechische Architekten unterstützen mit Petition den Kaplicky-Entwurf

Eine Gruppe von tschechischen Architekten sowie Designern und Regisseuren haben eine Petition zur Unterstützung des Kaplicky-Entwurfs der neuen Nationalbibliothek unterzeichnet. Es sei an der Zeit, so die Architekten, die Hysterie um das Projekt zu beenden und das Feld den Experten anstatt den Politikern zu überlassen. Der moderne Entwurf vom tschechobritischen Archtitekten Jan Kaplicky hat eine intensive Diskussion in der Öffentlichkeit ausgelöst, in die sich auch Präsident Vaclav Klaus eingeschaltet hat. Ähnlich wie die Anti-Atom-Aktivisten in Temelin, so sei auch er bereit, unter Einsatz des eigenen Körpers den Bau zu verhindern.

In Zlin wurde das 47. "Internationale Filmfestival für Kinder und Jugendliche" eröffnet

Im mährischen Zlin wurde am Sonntag das 47. "Internationale Filmfestival für Kinder und Jugendliche" eröffnet. Besucher können die aktuellsten Filme für ein junges Publikum anschauen, sich an Aktionen mit tschechischen und ausländischen Filmemachern beteiligen und ein breit gefächertes Begleitprogramm genießen. Insgesamt werden bis zum nächsten Sonntag 360 Filme aus 40 Ländern gezeigt. Mit seiner fast 50-jährigen kontinuierlichen Geschichte gehört das Filmfestival zu den ältesten in der Welt.

Gewitter legen Abschnitte der Bahnstrecke Prag - Olomouc lahm

Gewitter haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf der Bahnstrecke Prag Olomouc / Olmütz auf einem 20 Kilometer langen Abschnitt die Anlagen zur Streckensicherung gestört. Von Moravicany bis Olmütz funktionieren weder die Anlagen der Bahnübergänge noch einige der Signale. Inzwischen ist es gelungen einige Abschnitte wieder in Betrieb zu nehmen. Personenzüge haben mehrere Stunden Verspätung, der Güterverkehr wurde vorübergehend eingestellt, wie ein Sprecher der Tschechischen Bahnen gegenüber der Presseagentur CTK sagte.

Überschwemmungen durch Unwetter in Litomerice / Leitmeritz

In Litomerice / Leitmeritz haben Gewitter und Hagelschauer in der Nacht von Samstag auf Sonntag fast alle Straßen der Stadt sowie über hundert Keller überflutet. Das Wasser stand bis zu 15 Zentimeter hoch. Feuerwehreinheiten aus dem gesamten Kreis waren im Einsatz. Verletzte gab es keine. Mit ähnlichen Problemen hatten auch die Gemeinden bei Roudnice nad labem / Raudnitz zu kämpfen. Meteorologen hatten vor Gewittern und starken Regenfällen auch am Sonntagnachmittag und Abend gewarnt. Es könnten örtlich bis zu 50 Liter Niederschläge pro Quadratmeter fallen.

Roman Sebrle belegt in Götzis zweiten Platz

Beim Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis hat der tschechische Olympiasieger und Weltrekordler Roman Sebrle mit 8617 Punkten den zweiten Platz belegt. Mit nur 99 Punkten Rückstand unterlag er damit überraschend dem Weißrussen Andrej Krautschanka. Als dritter platzierte sich der Amerikaner Bryan Clay.

Das Wetter

Die kommende Woche bringt einen Wetterumschwung. Am Montag steigt das Thermometer zwar noch einmal auf 28 Grad Celsius, im Tagesverlauf zieht von Westen her jedoch Bewölkung auf und es kühlt sich merklich ab. Mit Gewittern ist weiterhin zu rechnen.