Nachrichten Dienstag, 13. Juni, 2000

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Der kroatische Regierungschef zu Besuch in Prag

Der kroatische Regierungsvorsitzende Ivica Racan, der am Sonntag zu einem zweitägigen offiziellen Staatsbesuch der Tschechischen Republik in Prag eingereist ist, eröffnete am Montag seine Gespräche mit führenden tschechischen Politikern, um ein neues Kapitel der tschechisch-kroatischen Beziehungen aufzuschlagen. Am Vormittag kam er mit seinem Amtskollegen Milos Zeman zusammen, mit dem er sich über die Problematik des EU-Beitritts, der bilateralen Handelsbeziehungen, der gemeinsamen Investitionen, des Reiseverkehrs sowie über die Lage auf dem Balkan austauschte. Die tschechisch-kroatischen Handelsbeziehungen seien gut, aber nicht so gut, wie sie sein könnten, sagte Racan vor Journalisten. Zu deren Verbesserung könnten - so Racan - die betreffenden Ministerien z.B. damit beitragen, dass sie gemeinsame Investitionsprojekte unterstützten.

Präsident Havel wird noch rund eine Woche im Krankenhaus bleiben

Noch rund eine Woche wird sich der tschechische Präsident Vaclav Havel im Zentralen Militärkrankenhaus in Prag zur Genesung von seiner am Montag vergangener Woche vorgenommenen Bauchdeckenoperation aufhalten. Der Organismus von Vaclav Havel erholt sich immer besser von dem Eingriff, was auch die Laborteste belegen, sagte Präsidentensprecher Ladislav Spacek heute mit Hinweis auf die Arztberichte. Wie die Ärzte allerdings gleich nach der Operation mitteilten, muss der erfolgreich verlaufene Eingriff noch nicht das Ende aller Sorgen bedeuten. In einem Drittel aller Fälle ist der operierte Bruch an der Bauchdecke nämlich später erneut wiederaufgetreten.

Premier Zeman wird auf die Äußerungen des bayrischen Regierungschefs nicht reagieren

Der tschechische Premier Milos Zeman will auf die Aussagen des bayrischen Regierungschefs Edmund Stoiber während des Pfingsttreffens der Sudetendeutschen Landsmannschaft nicht reagieren. "Herr Stoiber ist für mich kein Partner, und ich sehe keinen Grund, warum ich mit ihm diskutieren sollte - von Angesicht zu Angesicht oder mit Hilfe der Medien", zitierte die Tageszeitung "Pravo" am Montag Zeman. Zuvor hatte bereits der Sprecher des Außenministeriums, Ales Pospisil, im tschechischen Fernsehen gesagt, für Prag bleibe die Bundesregierung der einzige Partner für einen bilateralen Dialog. Mehr dazu hören Sie im Tagesecho im Anschluss an die Nachrichten.

Tschechisch-ägyptische Gespräche

Die Zukunft des Friedensprozesses im Nahen Osten nach dem Tode des syrischen Präsidenten Háfiz Asad war Hauptthema der tschechisch-ägyptischen Gespräche am Montag in Prag. Der stellvertretende tschechische Außenminister Hynek Kmonicek bezeichnete diesen Politiker als einen der bedeutendsten Spieler in einem sehr komplizierten Spiel. Die Lage auf dem Schachbrett habe sich wesentlich geändert, fügte Kmonicek hinzu. Er kam mit dem Direktor der Abteilung für Mitteleuropa des ägyptischen Außenministeriums Abdal Hamid Marzuk zusammen, um u.a. über die weitere Entwicklung der handels- wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Länder zu verhandeln. Man erörterte u.a. die Frage der Lieferungen tschechischer Flugzeuge nach Ägypten und die tschechische Beteiligung an der Entwicklung des Stadtverkehrs in Alexandria.

Scharfe Kritik an UN-Berichterstatter Dienstbier

Der tschechische UN-Berichterstatter für Menschenrechte im ehemaligen Jugoslawien und frühere tschechoslowakische Außenminister, Jiri Dienstbier, äußerte seine Verwunderung und Überraschung über die scharfe Attacke, die der Chef der zivilen UN-Mission im Kosovo, Bernard Kouchner, gegen ihn gerichtet hat. Herr Dienstbier interessiere ihn überhaupt nicht. Er wolle diese Person und auch den tschechischen Präsidenten Vaclav Havel nie mehr empfangen, sagte Kouchner. Er reagierte damit auf die Frage auf einer Pressekonferenz im Kosovo. Man verwies dabei darauf, dass einige UN- Funktionäre Kouchner beschuldigen, Extremisten im Kosovo wirken zu lassen und in die Angelegenheiten der Polizei einzugreifen.

Lord Russel-Johnston beendet seinen Prag-Besuch

Der Vorsitzende der Parlamentsversammlung des Europa-Rates, Lord Russel- Johnston, beendet am Dienstag seinen fünftägigen Besuch in der Tschechischen Republik. Auf dem Programm seines letzten Tages in Prag stehen Treffen mit Außenminister Jan Kavan und dem Prager Oberbürgermeister Jan Kasl. Russel- Johnston führte Gespräche mit führenden tschechischen Politikern, die besonders Probleme Europas und die zukünftige Rolle des Europa-Rates betrafen. Am vergangenen Freitag nahm er auch an der Konferenz der Organisation Europa Nostra teil, die europäische Organisationen vereinigt die sich dem Kultur- und Naturschutz widmen.

Stärkung der tschechisch-chinesischen Handelsbeziehungen

Der Stärkung der gegenseitigen Handelsbeziehungen zwischen der Tschechischen Republik und China war Hauptthema das Gespräch gewidmet, zu dem der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus mit der chinesischen Parlamentsdelegation heute Vormittag in Prag zusammenkam. "Wir sind an der Stärkung der Handelsbeziehungen stark interessiert, die zwar steigen, für die Tschechische Republik jedoch immer noch in Minuswerten liegen", sagte Klaus nach dem Treffen. Die chinesischen Parlamentarier besuchen Tschechien zwei Wochen nachdem der tschechische Außenminister Jan Kavan die Kündigung von partiellen visumfreien Verträgen mit China im Kabinett durchgesetzt hat.

Notlandung eines ungarischen Flugzeugs

Ein Brandverdacht auf dem Bord des Boeing 737 der ungarischen Fluggesellschaft Malev hat heute die Piloten gezwungen, kurz nach dem Start aus dem Prager Flughafen Ruzyne wieder zu landen. Feuerwehr und Rettungsdienst evakuierten 79 Reisende und Besatzungsmitglieder, die auf der regelmäßigen Linie Prag-Budapest reisten. Wie die Sprecherin des Flughafens gegenüber der Nachrichtenagentur CTK sagte, habe es sich um einen blinden Alarm gehandelt, den wahrscheinlich eine technische Störung auf der Signalisierungseinrichtung verursachte.

Tschechiens Polizei gelingt Schlag gegen internationale Drogenmafia

Der tschechischen Polizei ist ein Schlag gegen die internationale Drogenmafia gelungen. Bei Razzien in Prag verhaftete eine Spezialeinheit fünf Kosovo- Albaner und einen Tschechen, die jahrelang Rauschgift vor allem nach Deutschland geschmuggelt haben sollen. Bei den Wohnungsdurchsuchungen seien über fünf Kilogramm Heroin, viele Waffen und hohe Summen in ausländischen Währungen gefunden worden, sagte ein Justizsprecher am Montag vor Journalisten in Prag.

Ausstellung "Dort wo ich zu Hause bin - im Netz"

Die Ergebnisse des 5. Zeichenwettbewerbs "Dort wo ich zu Hause bin - im Netz", den Radio Prag ausschreibt, sind ab heute auf der Ausstellung im Nationalen Technischen Museum zu sehen. Die Siegesbilder, die sowohl im Original als auch in Digitalform im Internet ausgestellt werden, wurden aus 4000 zugesandten Arbeiten ausgewählt. Zum ersten Mal konnten am Wettbewerb in diesem Jahr auch Kinder im Ausland teilnehmen, was Interessenten aus Finnland, Italien, Deutschland und der Slowakei nutzten. Die Ausstellung dauert bis zur Mitte Juli und wird mit einer Versteigerung der Bilder abgeschlossen, deren Ertrag dem Kinderfonds UNICEF gewiesen wird.

Italienischer Publizist Eco erhält Preis der Havel-Stiftung =

Der italienische Schriftsteller Umberto Eco erhält in diesem Jahr den Preis der tschechischen Stiftung Vize 97. Die Organisation wird von Präsident Vaclav Havel und seiner Frau Dagmar Havlova geleitet und zeichnet jährlich eine Person aus, die sich besonders mit "grundsätzlichen Fragen der menschlichen Existenz" beschäftigt. Eco habe mit seinem Werk dazu beigetragen, Wissenschaft als nicht wegzudenkenden Teil der allgemeinen Kultur zu verstehen, begründete die Stiftung am Montag in Prag ihre Wahl. Der Preis soll Eco am 5. Oktober in Prag überreicht werden.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht. Am Dienstag wird eine Hochdruckfront das Wetter auf dem Gebiet der Tschechischen Republik beeinflussen. In der Nacht bleibt es mild mit Temperaturen zwischen 16 und 12 Grad Celsius, in Morgenstunden können örtliche Nebel vorkommen. Während des Tages wird es heiter sein, die Höchstwerte steigen auf 26 bis 30 Grad Celsius.

Soweit die Meldungen. Durch das weitere Programm führt Sie meine Kollegin Marcela Pozarek.