Nachrichten Freitag, 10. März, 2000

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PALÄSTINENSISCHER MINISTER NABIL SAS IN TSCHECHIEN

In der Tschechischen Republik weilt zur Zeit der palästinensische Minister für Planung und internationale Zusammenarbeit Nabil Sas um über die Ausweitung der tschechisch-palästinensischen Beziehungen zu verhandeln. Mit Aussenminister Jan Kavan und Finanzminister Pavel Mertlik wird Sas über die tschechische Entwicklungshilfe für die palästinensischen Autonomiegebiete sprechen. Bei seinem Gesprächen mit Präsidenten Vaclav Havel und der Senatspräsidentin Libuse Benesova stehen wiederum Fragen des Friedensprozesses im Nahen Osten im Vordergrund.

SENATOR PONCELET SPRICHT MIT SPITZENPOLITIKERN IN PRAG

Der französische Senatspräsident Christian Poncelet zeigte sich über die am Mittwoch mit tschechischen Spitzenpolitikern geführten Gespräche erfreut, zumal in allen angeschnittenen Themenbereichen Einigkeit geherrscht hätte. Neben Fragen der europäischen Sicherheit, sei auch über Dezentralisierung und Restrukuralisierung des Staates gesprochen worden, da Tschechien eine solche plant. Poncelet äusserte sich positiv über Präsident Vaclav Havels Idee, einen europäischen Senat zu gründen, Poncelet wies auf die stabilisierende Funktion des Senats hin und seine unabdingbare Rolle in europäischen Demokratien. Die Tschechische Republik sollte sich laut Poncelet, obschon sie noch nicht Mitglied der EU sei, für Fragen der europäischen Sicherheit und Verteidigung stark machen, da Europa in dieser Hinsicht selbstständig sein sollte. Der französische Senatspräsident kam nach Prag anlässlich der Eröffnung einer tschechische-französichen Konferenz über Regionalentwicklung, in deren Zusammenhang am Donnerstag auch der Besuch des ehemaligen französischen Präsidenten Valery Giscard d`Estaign erwartet wird.

SENATOREN SPRECHEN MIT AUSLANDTSCHECHEN IN WIEN

Eine Delegation tschechischer Senatoren kam am Mittwoch in Wien mit Vertretern der tschechischen Minderheit zusammen. Die österreichischen Exil- Tschechen hätten Fragen bezüglich einer doppelten Staatsbürgerschaft an die Senatsdelegation gerichtet und hätten sich zudem über die Praktiken von zwei verschiedenen Preiskategorien für Einheimische und Ausländer in Tschechien gewandt. Die Senatoren unter Anführung von Milan Spacek, Senator für Fragen der im Ausland lebenden Landsleute, versprachen, dass sie überprüfen werden, ob es möglich sei die tschechische Coemnius Schule in Wien finanziell zu unterstützen.

FBI BALD IN PRAG ?

Das amerikanische FBI will noch in diesem Jahr ein Büro in Prag eröffnen. Entsprechende Gespräche habe Aussenministerin Albright während ihres dreitägigen Besuchs in Tschechien geführt, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Das Büro soll zur Bekämpfung der russischen Mafia beitragen, die in der Vergangenheit Stütz-und Rückzugspunkte in mittelosteuropäischen Ländern aufgebaut hat.

VACLAV KLAUS KEHRT VON VORTRAGSREISE ZURÜCK

Parlamentspräsident Vaclav Klaus kehrt am heutigen Tag von einer Nordamerikareise zurück, in dessen Rahmen er Vorträge an der Columbia University in New York und am Hillsdale College in Michigan hielt. In beiden Referaten fasste er die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung in Tschechien in den vergangenen zehn Jahren zusammen, wobei er vor allem den hohen Grad an europäischer Integration, die Bindung an die Weltwirtschaft und Globalisierung sowie den enormen Kapitalverkehr akzentuierte. In New York kam Klaus zudem im Riverclub mit amerikanischen Investoren und Unternehmern zusammen.

ROBERTSON ÜBER NEUE NATO - MITGLIEDER

NATO- Generalsekretär George Robertson gab am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Brüssel bekannt, dass sie neuen Nato-Mitgliedstaaten Polen, Ungarn und Tschechien nach wie vor mehr Geld in die Modernisierung der Armee, sowie beispeilsweise auch in die sprachliche Schulung der Armeemitglieder investieren müssten. Robertson hob hervor, dass alle drei neuen Mitgleider bereits kurz nach dem Eintritt in die Nordatlantische Allianz durch den Kosovo-Krieg einer harten Prüfung unterzogen wurden. Die Mitgliedschaft in der NATO bringe nicht nur Vorteile, aber auch Verantwortung mit sich, bemerkt der Generalsekretär. Die europäischen Staaten der Allianz müssten sich laut Robertson um mehr Flexibilität und Mobilität bemühen, wenn die europäischen NATO-Mitgliedstaaten rund 2 Mio. Soldaten zur Verfügung haben und nicht mehr als 40 000 Mann in Friedensmissionen in den Balkan entsenden können, dann sei etwas nicht in Ordnung, meinte der NATO- Generalsekretär.

POLIZEI GELINGT SCHLAG GEGEN DROGENMAFIA IN OLOMOUC

Der tschechischen Polizei ist ein Schlag gegen die internationale Drogenmafia gelungen. Eine Spezialeinheit stellte am Mittwoch in einem Lagerraum in der mährischen Stadt Olomouc,Olmütz Rauschgift im Schwarzmarktwert von 40 Mio. Kronen etwa 2,1 Mio. DM sicher. Insgesamt handle es sich um etwa 20 Kilogramm Drogen, zwei Personen seien verhaftet worden.

HOHER WASSERSTAND IN TSCHECHISCHEN FLÜSSEN

In Tschechien haben Schneeschmelze und tagelanger Regen zu einem Ansteigen zahlreicher Flüsse geführt. Besonders betroffen sei der östliche Landesteil, sagte ein Sprecher der Gewässeraufsicht in Hradec Kralove, Königgrätz am Donnerstag. Entlang der Elbe sei die höchste Stufe der Hochwasserwarnung ausgerufen worden, Menschen seien derzeit aber nicht gefährdet.

KONTROVERSE FERNSEHSERIE MAJOR ZEMAN

Das Tschechische Fernsehen hat sich für die Wiederholung der kommunistischen Propaganda -Serie "Die dreissig Fälle des Majors Zeman" entschuldigt. Die Entscheidung der früheren Leitung sei verfehlt und unglücklich gewesen, hiess es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung des öffentlich-rechtlichen Senders. Man werde allerdings die letzten acht Teile der Serie noch ausstrahlen, betonte die seit einigen Wochen veränderte Leitung des Senders. Nach jeder Folge strahlt die TV-Station auch einen erklärenden Dokumentarfilm, sowie eine Fernsehdebatte zum Thema aus. Der Verband der politischen Gefangenen wirft dem Sender vor, mit der Serie lediglich die Einschaltquoten steigern zu wollen.