Nachrichten Sonntag, 18. April, 1999

DIE GENERALSTABCHEFS BEVORZUGEN LUFTANGRIFFE IN JUGOSLAWIEN

Die Generalstabschefs der Armeen Tschechiens, Polens und Ungarns bevorzugen die Luftangriffe der NATO auf militärische Ziele in Jugoslawien vor einer Bodentruppenoperation. Sie einigten sich darauf am Samstag während ihres Treffens im westböhmischen Kurort Karlovy Vary 'Karlsbad). Diese wurde veranstaltet, um die Zusammenarbeit in Bezug auf den gemeinsamen NATO-Beitritt auszuwerten. Die Frage, ob die Bodentruppen der NATO nach Jugoslawien zu entsenden, liege nun in der politischen, und nicht in der militärischen Ebene, äußerte dazu der Generalstabschef der Tschechischen Armee, Jiri Sedivy. Eine Bodentruppenoperation würde viele Komplikationen und Gefahrten bringen, und zwar nicht nur lokale, sondern auch globale. Daher würden die Luftoperationen noch lange dauern, fügte sein ungarische Amtskollege Ferenc Végh hinzu.

DIE TSCHECHISCHE REGIERUNG BIETET TSCHECHISCHE FLUGHAFEN

Die tschechische Regierung wird u der Äußerung ihres Außenministers Jan Kavan zufolge u die Nutzung der tschechischen Flughafen durch die NATO im Zusammenhang mit der Lösung des Kosovo-Konflikts unterstützen. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die Tschechische Republik in den kommenden Tagen aufgefordert wird, die Landung der Tankflugzeuge der NATO auf ihrem Gebiet zu ermöglichen, sagte Kavan am Freitag.

BESCHLEUNIGUNG DER EU-ERWEITERUNG

Im Sitz des tschechischen Senats wurde am Samstag eine Konferenz veranstaltet, die sich mit der Auswertung des Assoziationsvertrags zwischen der Europäischen Union und der Tschechischen Republik und dessen Folgen für die tschechische Industrie befaßte. Der Direktor der EU-Sektion des tschechischen auswärtigen Amtes, Petr Kubernát, schloß bei diesem Anlaß die Beschleunigung des Prozesses der EU-Erweiterung in Folge der Kosovo-Krise nicht aus. Der Integrationsprozeß könnte durch ein unvorhergesehenes politisches Ereignis beschleunigt werden, wofür die EU die derzeitige Lage auf dem Balkan halten könne, sagte Kubernát.

DIE ANNÄHRUNG AN EU-GESETZE BLEIBT ZURÜCK

Die Arbeit vieler tschechischer Ministerien an der Annährung der tschechischen Legislative an EU-Normen bleibt erheblich hinter dem Zeitplan zurück. Vizepremier Egon Lánský sagte dies am Freitag nach der Sitzung des Regierungsausschusses für die europäische Integration. Der Hauptunterhändler der Europäischen Kommission Klaus van der Pas teilte dazu mit, daß die Tschechische Republik als der einzige der sechs Beitrittskandidaten das Kapitel äIndustriepolitikô am kommenden Montag nicht abschließen kann, wie es vorgesehen war, weil sie das Konzeptionsmaterial nicht rechtzeitig vorgelegt hat. Wie Außenminsiter Jan Kavan sagte, soll das Material zur Industriepolitik bald fertig sein.

DER ANTEIL DER GEGNER DER

Der Anteil der tschechischen Bürger, die den NATO-Eingriff in Jugoslawien ablehnen, nimmt zu. Nach der neuesten Untersuchung der Agentur STEM ist der Anteil der Gegner der Bombardierung in den letzten 14 Tagen von 40 auf 48 gestiegen. Der Anteil der Befürworter ist um 6 Prozent gesunken und liegt bei 34 Prozent. Achtzehn Prozent der Befragten haben keine eindeutige Ansicht.

WETTER

Zum Schluß der Wetterbericht. Am Sonntag wird es bedeckt sein, auch Regenschauern werden erwartet, in den Bergen Schneeschauern. Die Nachttemperaturen liegen zwischen 4 und 0 Grad, die Tageshöchstwerte steigen auf 7 bis 11 Grad Celsius.

Soweit die Nachirchten.