• 21.09.2026

    Die tschechische Regierung führt eine zweijährige Sondersteuer für Raffinerien ein, um die gestiegenen Margen infolge globaler Ölmarktstörungen abzuschöpfen. Die Einnahmen sollen staatliche Entlastungsmaßnahmen gegen die hohen Kraftstoffpreise finanzieren, wie das Finanzministerium am Montag mitteilte.

    Die Steuer beträgt 50 Prozent der Bruttomargen-Steigerung im Vergleich zum Basisjahr 2025. Betroffen sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens zwei Milliarden Kronen, die mindestens 50 Millionen Kronen (2 Millionen Euro) davon im Raffineriebereich erwirtschaften. Das Modell orientiert sich an einer bestehenden Regelung in Polen.

  • 21.09.2026

    Die tschechische Regierung führt ab dem 1. Oktober erneut eine Preisregulierung für Kraftstoffe ein. Das Finanzministerium wird wie bereits im Frühjahr tägliche Höchstpreise für Benzin und Diesel festlegen. Diese basieren auf dem Börsendurchschnitt und einer regulierten Händlermarge von 2,50 Kronen (10 Cent) pro Liter.

    Gleichzeitig senkt der Staat die Verbrauchssteuer auf Diesel von 9,95 Kronen (41 Cent) auf 8,011 Kronen (33 Cent) pro Liter, während die Steuer auf Benzin unverändert bleibt. Diese Maßnahmen gelten vorerst bis Ende Oktober, wie das Finanzministerium am Montag mitteilte.

  • 21.09.2026

    Die ehemalige First Lady Dagmar Havlová überträgt die Lizenz für das Werk von Václav Havel kostenlos an die Stadtbibliothek Prag. Dies gab sie am Montag während der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des Ex-Präsidenten in Prag bekannt. Die Bibliothek ist laut Havlová in der Lage, das literarische und philosophische Erbe ihres Mannes der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie dessen langfristige Pflege und Kontinuität zu sichern.

    Die bisherige Václav-Havel-Bibliothek wurde von ihrem Verwaltungsrat Anfang September in 1. Präsidentenbibliothek umbenannt. Damit wurde dem Wunsch von Havlová entsprochen, den Namen des Ex-Präsidenten nicht mehr im Titel zu führen. Die Vertreter der Institution betonten jedoch, dass sie das außergewöhnliche und weitreichende Erbe Havels auch weiterhin pflegen wollen.

  • 21.09.2026

    Der Vorsitzende des Prager Obersten Gerichts, Luboš Dörfl, hat Justizminister Jeroným Tejc (parteilos) um ein Treffen gebeten. Anlass sind die jüngsten Äußerungen von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) zur Gerichtsentscheidung im Fall „Storchennest“. Das teilte das Gericht auf der Plattform X mit. Tejc betonte in Reaktion darauf, ebenso wie der Premier die Unabhängigkeit der Justiz zu respektieren, was sachliche Kritik an einzelnen Urteilen jedoch nicht ausschließe.

    Babiš, gegen den in der Affäre selbst ermittelt wird, hat der tschechischen Justiz wiederholt vorgeworfen, „ohne Beweise“ zu entscheiden. Bei einem Wahlkampfauftritt in Havířov verglich er das Vorgehen der zuständigen Richterin im Storchennest-Verfahren mit dem Agieren von Staatsanwälten in der kommunistischen Ära.

    Die tschechische Richterunion forderte bereits am Freitag den Regierugnschef auf, seine Anschuldigungen zu belegen oder derartige Aussagen künftig zu unterlassen, um das öffentliche Vertrauen in die Justiz nicht weiter zu untergraben.

  • 21.09.2026

    Die Prager Stadtverwaltung schreibt die Gestaltung der Dauerausstellung für das „Museum des Gedächtnisses des 20. Jahrhunderts“ (Muzeum paměti XX. století) aus. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Stadtrat am Montag. Das neue Museum soll im historischen Stadtteil Hradschin entstehen. Der geschätzte Auftragswert für die Ausstellung liegt bei 21,75 Millionen Kronen (890.000 Euro), exklusive Mehrwertsteuer. Zudem bewilligte der Stadtrat zusätzliche Mittel für den künftigen Sitz: Weil sich die Sanierung um 22 Millionen Kronen (900.000 Euro) verteuerte, stieg das ursprüngliche Budget von 70 Millionen Kronen (2,87 Millionen Euro) auf 92 Millionen Kronen (3,78 Millionen Euro) an.

    Das 2019 gegründete Museum besitzt bislang kein eigenes Domizil. Die Institution widmet sich der Aufarbeitung der Zeitgeschichte durch Vorträge, Publikationen und das jährliche Festival „Die Unbeugsamen und Aufopferungsvollen“ (Nezlomní a obětovaní).

  • 21.09.2026

    Am Dienstag ist es in Tschechien wechselhaft bewölkt. Im Norden und Nordosten ist es teils stark bewölkt oder bedeckt, wobei im örtlich Regen oder Schauer möglich sind. Am späteren Nachmittag und Abend lockert die Bewölkung auf. Die Tageshöchstwerte steigen auf 12 bis 17 Grad.

  • 21.09.2026

    Bei pyrotechnischen Untersuchungen auf der geplanten Trasse der Autobahn D3 in der Region Benešov in Mittelböhmen wurden erhebliche Mengen an Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Da das Areal ehemals als Truppenübungsplatz der Waffen-SS diente, ist eine lückenlose Absuche erforderlich.

    Wie Chefpyrotechniker Jiří Chládek am Montag vor Journalisten bekanntgab, wurden bislang rund 60 Munitionsteile gesichert, darunter sechs Artilleriegranaten sowie eine Artillerierakete vom Typ „Wurfkörper“,deren Gefechtskopf laut Chefpyrotechniker Jiří Chládek rund 50 Kilogramm TNT enthielt.

    Die tschechische Straßen- und Autobahndirektion (ŘSD) plant den Baubeginn für den mittelböhmischen Abschnitt der D3 für das Jahr 2028.

  • 21.09.2026

    Bei einem Bootsunglück in Norwegen ist ein Tscheche ums Leben gekommen, drei weitere werden vermisst. Dies bestätigte das tschechische Außenministerium am Montag. Nach seiner Mitteilung rechnet die lokale norwegische Polizei nicht mehr damit, Überlebende zu finden.

    Rettungskräfte hatten seit Freitag nahe der Insel Averøya unweit der Stadt Kristiansund an der norwegischen Westküste nach einem vermissten Fischerboot mit vier ausländischen Touristen an Bord gesucht. Am Samstag entdeckten die Einsatzkräfte das Boot – allerdings ohne die Besatzung. Später wurde die Leiche eines tschechischen Staatsbürgers geborgen.

  • 21.09.2026

    Die Auslandsschulden der Tschechischen Republik sind im zweiten Quartal dieses Jahres um knapp 256 Milliarden Kronen (10,51 Milliarden Euro) auf insgesamt 6,1 Billionen Kronen (250 Milliarden Euro) gestiegen. Wie die Tschechische Nationalbank (ČNB) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, entspricht diese Summe nun 69,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchsen die Schulden damit um fast 740 Milliarden Kronen (30,38 Milliarden Euro) an.

    Der Großteil (76,3 Prozent) der Verbindlichkeiten betrifft weiter die Privatwirtschaft. Die verbleibenden 23,7 Prozent entfallen auf den öffentlichen Sektor, welcher die Verbindlichkeiten des Staates, staatlich garantierte Privatkredite sowie Unternehmen mit mehrheitlicher Staatsbeteiligung umfasst.

  • 21.09.2026

    Ein russischer Test für den Zusammenhalt der Nato könnte schon bald bevorstehen. Davor warnten Vertreter europäischer Geheimdienste – darunter der Chef des tschechischen Inlandsnachrichtendiensts (BIS), Michal Koudelka – in Interviews mit der Zeitung The Guardian. Koudelka erklärte in dem Gespräch, dass ein möglicher russischer Angriff, einschließlich einer begrenzten Invasion auf dem Territorium eines Allianz-Mitgliedstaats, bereits in den kommenden Monaten stattfinden könnte.

    Dabei bestehe die derzeitige russische Taktik darin, „zu eskalieren, um zu deeskalieren“, so Koudelka. Der Kreml versucht nach seiner Aussage gezielt, die Schwachstellen westlicher Gesellschaften zu treffen, um deren Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.

Pages