NHL-Startorhüter Dominik Hasek hat seine Eishockeykarriere beendet

Dominik Hasek mit Stanley Cup, Foto:CTK

Zum Helden wird man nicht geboren, zum Helden wird man gemacht. In unserer heutigen Zeit werden zumeist Sportler zu solchen erkoren. Um aber diesen "Heldenstatus" zu erlangen, muss man jahrelang hart und entbehrungsreich dafür trainieren. Nur dann kann man zu den weltbesten seines Metiers aufsteigen. Wie Dominik Hasek, der tschechische Eishockeytorwart mit den magischen Händen. Seit Dienstag aber steht fest, dass er uns nicht mehr mit seinen Künsten verzaubern wird. Denn da verkündete Hasek in Detroit das Ende seiner aktiven Laufbahn. Welch Weltklassekeeper dem Sport damit verloren geht, dazu ein Beitrag von Lothar Martin.

Dominik Hasek mit Stanley Cup, Foto:CTK
Sie riefen ihn "Hasan" oder "Dominátor", in Anlehnung an seine Namen. An den letzteren Kosenamen ist jedoch bereits die hohe Wertschätzung geknüpft, die sich der 37-jährige in seiner über 21 Jahre währenden Laufbahn erworben hat. Zu Beginn seiner Profizeit in der North American Hockey League noch mitleidig belächelt, steht Hasek heute für das Symbol des unüberwindlichen Turms in der Schlacht, der mit seinen akrobatischen Paraden das Torwartspiel im Eishockey nahezu zur Perfektion trieb. Und dementsprechend sind die Erfolge auch nicht ausgeblieben. Hier nur die wichtigsten von ihnen:

Der Name Dominik Hasek ist und bleibt natürlich stets eng verbunden mit dem euphorisch gefeierten Olympiasieg der tschechischen Nationalmannschaft 1998 in Nagano. Dieses Turnier erhielt seine besondere Stellung dadurch, dass erstmals bei Olympia auch die in der NHL spielenden Cracks dafür freigestellt worden waren, weshalb es auch als das "Jahrhundertturnier" bezeichnet wurde. Und bei diesem Superevent war es insbesondere der Dominátor, der mit seinen Paraden die Angreifer aus Finnland, den USA, Kanada und aus Russland schier zur Verzweiflung brachte. Dieser Erfolg wird bis heute als größter Triumph des tschechischen Eishockeys angesehen.

Einen nicht minder großen persönlichen Triumph erzielte Hasek mit dem in der abgelaufenen Saison erstmals von ihm eroberten Stanley Cup, der wohl begehrtesten Trophäe im internationalen Clubeishockey. Dazu war er vor der Saison extra von den Buffalo Sabres zu den Detroit Red Wings gewechselt. Den nur durchschnittlichen Sabres hatte er mit seinem Können mehrmals die Stanley Cup-Teilnahme ermöglicht, wodurch er sechsmal mit der Vezina Trophy für den besten Torhüter und zweimal sogar mit der Hart Trophy für den besten Spieler der Saison in der NHL ausgezeichnet wurde.

"Nach 21 Berufsjahren verspüre ich nicht mehr genug Feuer und Leidenschaft, um noch eine weitere Saison auf höchstem Level spielen zu können," hat Hasek als Begründung für seinen Entschluss angegeben. Zudem will der 37 Jahre alte Keeper endlich wieder nach Europa zurückkehren, damit seine beiden Kinder in Tschechien aufwachsen und er dort ebenso erfolgreich seine Geschäfte führen kann. Die Eishockeyfans werden ihn jedoch sehr vermissen.