Johann Wenzel Stamitz: Begründer der Mannheimer Schule aus Böhmen

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An diesem Wochenende wird der 300. Geburtstag von Maria Theresia gefeiert. Doch nicht nur die Habsburger Prinzessin kam im Frühjahr 1717 zur Welt. Einen Monat nach ihr wurde im ostböhmischen Deutsch-Brod (heute Havlíčkův Brod) Jan Václav Antonín Stamic beziehungsweise Johann Wenzel Anton Stamitz geboren. Er gilt als Begründer der berühmten sogenannten Mannheimer Schule. Als Komponist hat er den Typ der Konzertsinfonie entscheidend mitgeprägt.

Für den heutigen Hörer und Konzertbesucher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ein großes Symphonieorchester präzise zusammenspielt und sich in der Dynamik und in Tempoänderungen vom Dirigenten leiten lässt. Im 18. Jahrhundert galt dies aber nicht. Einen wichtigen Schritt dazu hat die Mannheimer Schule unter der Leitung von Johann Stamitz getan. Eine Gruppe hochbegabter Instrumentalisten aus ganz Europa versammelte sich in der Residenzstadt am Hofe von Kurfürst Karl Theodor. Unter der Leitung ihres Konzertmeisters veranstalteten sie einmal in der Woche eine sogenannte Akademie im Rittersaal des Schlosses. Für diese Konzerte schrieb oder suchte Johann Stamitz Orchesterstücke aus. Er studierte die Werke mit seinen Musikern ein und dirigierte sie als Erster Geiger.

Johann Wenzel Anton Stamitz wurde 1717 in Ostböhmen geboren. Ersten Musikunterricht bekam er von seinem Vater, der Organist war. Sechs Jahre lang besuchte Johann dann das Jesuitenkolleg in Jihlava / Iglau. Das anschließende Studium an der Prager Universität brach er aber ab und startete eine Karriere als Geigenvirtuose. Sie führte ihn bald an den Hof des Mannheimer Kurfürsten. Dort stieg er zum „Direktor der Instrumental-Musik“ auf. Schon in Böhmen hatte Johann Stamitz komponiert, damals hauptsächlich Kirchenmusik. In der Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Ensemble entwickelte er einen modernen, farbenreichen Orchesterstil. Die Mannheimer Schule trat durch die Hinzufügung des Menuetts und Trios als 4. Satz der Sinfonie hervor. Der Konzertmeister unternahm auch mehrere Konzertreisen, vor allem nach Paris. Johann Stamitz starb 1757 im Alter von 39 Jahren. Er hinterließ unter anderem zahlreiche Konzerte, Kammermusikstücke und über 60 Sinfonien.