Täglicher Nachrichtenüberblick
Tschechien gibt mehr für Entwicklungshilfe aus
Tschechien hat im vergangenen Jahr mehr für die Entwicklungshilfe ausgegeben. Die Gesamtsumme betrug 4,9 Milliarden Kronen (180 Millionen Euro). Dies waren 11,4 Prozent mehr als 2014. Die Vorsitzende des Entwicklungshilfeausschusses der OECD, Charlotte Petri Gornitzka, würdigte am Dienstag in Prag diese Tatsache. Zugleich mahnte sie, den Trend beizubehalten. Tschechien hat sich verpflichtet, die Ausgaben für Entwicklungshilfe bis 2030 auf 0,33 Prozent des BIP zu erhöhen. Zurzeit liegen die Ausgaben nur bei 0,12 Prozent des BIP. Im vergangenen Jahr waren Moldawien, die Ukraine, Afghanistan und Bosnien die größten Empfänger tschechischer Entwicklungshilfe.
Außenminister Zaorálek plant Türkei-Besuch
Außenminister Lubomír Zaorálek besucht Mitte Dezember die Türkei. Dabei wolle er auch über die Auslieferung der dort inhaftierten Tschechen verhandeln, sagte der Sozialdemokrat am Mittwoch am Rande der Kabinettssitzung in Prag. Zweites aktuell hinzugekommenes Thema sollen die Probleme rund um den Bau des Kohlekraftwerk Yunus Emre sein. Eine tschechische Firma ist an dem Bau beteiligt, doch der türkische Finanzier steht vor dem Bankrott. Dem tschechischen Staat drohen deswegen Verluste in Höhe von bis zu 16 Milliarden Kronen (600 Millionen Euro). Außerdem will Zaorálek über die aktuelle Lage in der Türkei und die Beziehungen zu Europa sprechen.
Präsident Zeman drängt auf Bau der Elbe-Staustufe
Staatspräsident Miloš Zeman will sich verstärkt für den Bau der umstrittenen Elbe-Staustufe bei Děčín / Tetschen einsetzen. Er sei genauso wie die Führung des Kreises davon überzeugt, dass die Staustufe wichtig sei für die Region und den Schiffsbetrieb auf der Elbe. Dies sagte Zeman am Mittwoch bei einem Besuch im Kreis Ústí nad Labem / Aussig. Der Staatspräsident betonte, er wolle Druck ausüben auf Verkehrsminister Dan Ťok (parteilos).
Mit dem Bauwerk soll der problematische Elbe-Abschnitt zwischen Děčín und der Grenze zu Sachsen ganzjährig schiffbar werden. Umweltschützer aus Tschechien und Deutschland lehnen das Projekt ab. Sie halten es für sinnlos, weil der Güterverkehr auf der Elbe schon seit Jahrzehnten rückläufig sei.
USA und Russland fordern Auslieferung von inhaftiertem Hacker Nikulin
Die USA und Russland ersuchen Prag jeweils um die Auslieferung des russischen Hackers Jewegeni Nikulin. Der Hacker war im Oktober von tschechischen Spezialkräften festgenommen worden und sitzt seitdem hierzulande in Haft. Die Vereinigten Staaten werfen Nikulin vor, für einen massiven Datenklau bei dem sozialen Berufe-Netzwerk LinkedIn verantwortlich zu sein. Russland hat im November einen Haftbefehl herausgegeben, weil Nikulin über eine elektronische Bezahlplattform knapp 3500 Dollar gestohlen haben soll. Das Prager Stadtgericht wird nun beide Gesuche prüfen.
Umweltschützer fordern atomfreie Variante des Energiekonzeptes
Umweltschützer haben die tschechische Regierung aufgefordert, eine Variante des Energiekonzepts ohne Atomstrom auszuarbeiten. Dies teilten Vertreter des Umweltverbandes Hnutí Duha (Bewegung Regeboten) am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Die Ökologen behaupten, dass die Atomenergie teurer sei, als im bestehenden Energiekonzept angenommen wird. Bei allen aktuell im Bau befindlichen Atomkraftwerken in Europa habe der Preis bereits einige Male nach oben korrigiert werden müssen, sagte der Energieexperte des Umweltverbandes, Karel Polanecký.
Aktionskünstler Chochola erhält Jindřich-Chalupecký-Preis
Der junge Aktionskünstler Matyáš Chochola hat am Dienstag den Jindřich-Chalupecký-Preis erhalten. Über die Vergabe entschied eine internationale Jury. Der 30-jährige Künstler befasst sich den Veranstaltern zufolge in seinen Werken mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur, der Sexualität, dem Körperkult sowie der Sehnsucht nach Gefahr und Geschwindigkeit. Chochola kombiniert in seinen Installationen Gegenstände mit Technologien und Kunstwerken, ein wichtiges Element seiner Kunst sind auch Aktion und Performance. Der prestigeträchtige Kunstpreis wird seit 1990 verliehen. Ins Leben gerufen wurde er von Ex-Präsident Václav Havel, Künstler Jiří Kolář und Kostümbildner Theodor Pištěk.
Österreichischer Forscher Vollmann mit Mendel-Gedenkmedaille geehrt
Das Mährische Landesmuseum hat dem österreichischen Forscher Johann Vollmann die Mendel-Gedenkmedaille verliehen. Der Wissenschaftler wurde für seine Forschungen über Johann Gregor Mendels Zeit in Wien ausgezeichnet. Vollman hat die Berichte über Mendel in der damaligen Tagespresse analysiert. Damit habe er das Wissen über das Leben des Ordenspriesters und Begründers der Genetik erweitert, schreibt die Presseagentur ČTK.
Das Wetter am Donnerstag, 24. November
Am Donnerstag ist es in Tschechien meist hochnebelartig bedeckt, vereinzelt mit Nieselregen. In den Bergen kann es anfangs noch schön sein. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 6 und 10 Grad Celsius, im Osten Landes sind auch 12 Grad möglich. In Lagen ab 1000 Meter werden maximal 7 Grad Celsius erreicht.







