Täglicher Nachrichtenüberblick

„Der Spiegel“ bezeichnet Zeman als „Vertrauten Putins“

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat den tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman als einen „Vertrauten Putins“ bezeichnet. Er orientiere sich trotz der eigentlichen Westausrichtung Tschechiens eher nach Osten, heißt es in dem Bericht. Laut dem „Spiegel“ vertritt auch Zemans Vorgänger Václav Klaus diese Richtung. Ein Sprecher von Miloš Zeman wies am Samstag die Behauptungen des „Spiegel“ zurück. „Man muss die deutschen Journalisten entschuldigen“, schrieb der Sprecher über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Trumps Sieg hat sie so erschüttert, dass sie in grausamer Ohnmacht Unsinn schreiben.“

Afghanische Militärpiloten versuchen aus Tschechien nach Deutschland zu gelangen

Zwei afghanische Militärpiloten, die sich zur Ausbildung in Tschechien befinden, haben versucht, nach Deutschland zu gelangen. Das berichtete das Nachrichtenportal Aktualne.cz am Samstag. Demnach waren die beiden jungen Männer am Mittwoch nicht im Ausbildungscamp in der Nähe von Hradec Králové aufzufinden gewesen. Ihr Vorgesetzter verständigte deswegen die tschechische Polizei, und diese wandte sich an ihre deutschen Kollegen, die beide Afghanen aufgriffen. Die Piloten seien unverzüglich zu ihrer in Tschechien stationierten Einheit zurückgebracht worden, hieß es. Für die Ausbildung der afghanischen Militärs sorgt eine Privatfirma und nicht die tschechische Armee.

MfDnes: Größtes tschechisch-türkisches Wirtschaftsprojekt vor dem Aus

Das größte tschechisch-türkische Wirtschaftsprojekt, das Kohlekraftwerk Adularya, steht vor dem Aus und könnte für Prag teuer werden. Dies schreibt die Tageszeitung Mladá fronta Dnes am Samstag in Berufung auf Regierungsunterlagen von Wirtschaftsminister Jan Mládek (Sozialdemokraten). Demnach droht der staatlichen Tschechischen Exportbank ein Verlust von 16 Milliarden Kronen (590 Millionen Euro). Das Kraftwerk sei noch nicht fertiggestellt, der türkische Investor stehe aber vor dem Bankrott, heißt es in dem Bericht. Tschechischer Zulieferer für Adularya ist der Maschinenbauer Vítkovice Power Engineering. Das Regierungskabinett will sich kommende Woche mit dem Fall beschäftigen.

Ex-Präsident Klaus unterstützt österreichischen Kandidaten Hofer

Der tschechische Ex-Präsident Václav Klaus hat den österreichischen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer (FPÖ) unterstützt. Klaus hielt am Freitag in Wien bei einem Symposium der Freiheitlichen zum Thema „Massenmigration“ eine Rede. Man könne „fast von einem Krieg sprechen“, warnte der europakritische, rechtskonservative Gast aus Tschechien vor der Flüchtlingswelle, wie die österreichische Zeitung Standard berichtete. Auf der einen Seite seien Politiker wie Hofer oder Donald Trump, die für Freiheit, Ordnung und Patriotismus stünden. Auf der anderen Seite befänden sich jene wie Angela Merkel, die politische Korrektheit, Moralismus, Kulturmarxismus und Manipulation verkörperten.

Ex-Konsul: Inhaftierten Tschechen droht in Türkei lange Gefängnisstrafe

Den zwei in der Türkei inhaftierten jungen Tschechen drohen lange Gefängnisstrafen. Dies glaubt zumindest der ehemalige Konsul in der Türkei, František Štěpánek. Gegen den 30-jährigen Mann und die 24-jährige Frau wird wegen der möglichen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation ermittelt. Sie waren am 13. November festgenommen worden, als sie die Grenze aus dem Irak in die Türkei überquerten. Im Irak sollen sie der Kurdenmiliz YPG geholfen haben. Laut dem Ex-Konsul dürfte die türkische Justiz, trotz den Bemühungen der tschechischen Diplomatie, an den beiden Inhaftierten ein Exempel statuieren wollen.

Veitsdom erhält wahrscheinlich doch kein Tor mit Metalldetektoren

Besucher der Prager Burg werden wohl weiter ohne Sicherheitscheck in den Veitsdom können. passieren müssen. Es sei „zu 90 Prozent“ sicher, dass kein Tor mit Metalldetektoren am Eingang des Doms angebracht werde, sagte der Leiter der Präsidialkanzlei auf der Burg, Vratislav Mynář. Die endgültige Entscheidung falle allerdings erst nach einer Beurteilung des gesamten Sicherheitskonzepts auf dem Hradschin, so der enge Mitarbeiter von Staatspräsident Miloš Zeman.

Als Reaktion auf die Anschläge in Paris und Brüssel waren im Sommer die Sicherheitskontrollen auf der Prager Burg verschärft worden. Dadurch entstanden teils lange Besucherschlangen, was zu heftiger Kritik führte.

Das Wetter am Sonntag, 20. November

Am Sonntag ist es Tschechien je nach Landesteil unterschiedlich bewölkt: Im Osten überwiegen dichte Wolken mit örtlichem Regen, im Westen bleibt es meist trocken, und es sind Aufheiterungen möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 6 bis 11 Grad Celsius.