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Flüchtlingskrise: Tschechien führt Kontrollen in Zug und auf Straße ein

Die Tschechische Republik hat begonnen, ihre Grenze stärker zu bewachen. Wegen der aktuellen Flüchtlingskrise wird auch in internationalen Zügen und auf einigen Straßen im Grenzgebiet kontrolliert. Bis Freitagnachmittag wurden beispielsweise bei Zugkontrollen am Prager Hauptbahnhof 13 Migranten vorläufig festgenommen. Es habe sich um Menschen aus Syrien und Afghanistan gehandelt, hieß es.

Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) hatte bei einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass die Kontrollen verstärkt würden. Damit wolle man auf den Flüchtlingsansturm vor allem in Österreich und Ungarn reagieren.

Premier Sobotka für Abkommen mit afrikanischen Staaten über Rücknahme von Flüchtlingen

Premier Bohuslav Sobotka hält ein Abkommen mit afrikanischen Staaten über die Rücknahme von Migranten für eine Lösung der derzeitigen Flüchtlingskrise der EU. Dies sagte Sobotka am Freitag nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron in Bratislava. Laut dem tschechischen Regierungschef teile Cameron seine Ansicht. Man sei übereinkommen, dass die Lösung der Krise darin liege, die Lage in Libyen zu stabilisieren und mit einzelnen afrikanischen Ländern Vereinbarungen zu treffen. Diese Staaten sollten abgelehnte Asylbewerber wieder zurücknehmen. Allerdings dürfe man keinen sofortigen Rückgang der Flüchtlingszahlen erwarten, sagte Sobotka. Zudem müsse Staaten wie unter anderem Libyen oder Eritrea auch wirtschaftlich geholfen werden.

Visegrad-Staaten und Frankreich gemeinsam gegen Flüchtlingsquoten

Die vier Visegrad-Staaten und Frankreich lehnen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen entschieden ab. Das betonten die Regierungschefs aus Tschechien, Polen, Ungarn und der Slowakei sowie Präsident François Hollande nach gemeinsamen Beratungen am Freitag in Bratislava. Verpflichtende Quoten seien nicht der richtige Weg, betonten Hollande und der slowakische Regierungschef Robert Fico wortgleich. Stattdessen müsse die Europäische Union effektiver dabei werden, die Probleme, die zu Fluchtwellen führten, vor Ort zu lösen. Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka hatte bereits vor dem Treffen ergänzt, man müsse zudem mit einzelnen afrikanischen Ländern Vereinbarungen treffen. Diese Staaten sollten abgelehnte Asylbewerber wieder zurücknehmen.

Staatspräsident Zeman lehnt Flüchtlingsquoten erneut ab

Staatspräsident Miloš Zeman hat in seiner Rede vor den Abgeordneten am Freitag verbindliche Flüchtlingsquoten in der EU erneut abgelehnt. Dem Staatsoberhaupt zufolge solle die Tschechische Republik stattdessen in jenen Gebieten helfen, aus denen die Flüchtlinge kommen. Zeman sprach sich wiederholt für die Entsendung eines Feldlazaretts der tschechischen Armee nach Jordanien aus. Diese Idee hatte er bereits im Februar geäußert. Der damalige Generalstabschef, Petr Pavel, sprach sich gegen den Einsatz aus.

Zeman plädiert für Gesetz über den Nachweis des Eigentumserwerbs

Staatspräsident Miloš Zeman hat am Freitag im Abgeordnetenhaus für das Gesetz über den Nachweis des Eigentumserwerbs plädiert. Er appellierte an die Abgeordneten, die neue Rechtsnorm zu verabschieden. Zeman empfahl, dass das Gesetz den Eigentumserwerb möglichst weit zurückverfolge. Zudem schlug er strengere Strafen als bisher vorgesehen im Fall eines Verstoßes gegen das Gesetz vor.

Der Regierungsentwurf gibt den Finanzbehörden die Möglichkeit, bei der Prüfung von Steuererklärungen auch das Eigentum zu durchleuchten. Übersteigt der Wert des nicht bezeichneten Eigentums sieben Millionen Kronen (254.000 Euro), kann der Steuerzahler aufgefordert werden, dessen Erwerb nachzuweisen beziehungsweise dieses Eigentum zu versteuern.

Prag plant ein Verbot von Spielhallen

Die Prager Stadtkoalition plant ein Verbot von Spielhallen in der Stadt. Glücksspiel soll dann nur noch in wenigen Ausnahmen erlaubt werden, so zum Beispiel in Hotelkasinos. Dies teilte Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová von der Partei Ano mit. Die Koalition in der Stadtverordnetenversammlung aus Ano, Sozialdemokraten und einem Zusammenschluss aus Grünen, Christdemokraten und Bürgermeistern möchte im September über die neue Verordnung abstimmen lassen. Wann das Verbot in Kraft treten soll, ist noch nicht klar.

Eurostat: Tschechien hat niedrigste Preise für Pkw und Elektronik in EU

In Tschechien lassen sich europaweit am billigsten Elektronik und Pkw kaufen. Dies geht aus einem Bericht des europäischen Statistikamtes Eurostat hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Insgesamt liegen demnach die Verbraucherpreise in Bulgarien am niedrigsten, und zwar bei 48 Prozent des EU-Durchschnitts. Tschechien kam mit Litauen zusammen auf Platz fünf, die Preise liegen hierzulande bei 64 Prozent des europäischen Schnitts. Bei der Elektronik ist der Unterschied nicht ganz so groß. Aber mit 85 Prozent des EU-Schnitts ist Tschechien europaweit zusammen mit Polen das Billigland für diese Waren. Ebenfalls preisgünstig sind hierzulande Alkohol und Tabak.

Wie Eurostat im Bericht anführt, ergeben sich die Preisunterschiede vor allem aus der unterschiedlichen Besteuerung der Waren in Europa.

Prager Musikfestival United Islands beginnt

Das Musikfestival United Islands hat am Freitag in Prag begonnen. Auf insgesamt sieben Open-Air-Bühnen und in mehreren Clubs treten dabei bis Samstag über 150 Bands und Musiker auf. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Das Programm reicht von Elektro, über Pop und Rock bis zu Jazz. Die Hauptbühne steht dieses Jahr im Kinský-Garten südlich des Petřin, dort sind die Headliner am Freitagabend die tschechische Elektro-Swing-Sensation Mydy Rabycad und am Samstag die niederländische Psychodelic-Rockband Birth of Joy. Die weiteren Bühnen befinden sich wie auch in früheren Jahren auf mehreren Moldau-Inseln sowie auf der Kampa.

Concertino Praga: Nachwuchsmusiker spielen im Rudolfinum

Talentierte Nachwuchsmusiker spielen am Freitagabend im Prager Konzerthaus Rudolfinum. Bei dem Konzert treten die Sieger des internationalen Musikwettbewerbs Concertino Praga auf, der alljährlich vom Tschechischen Rundfunk veranstaltet wird. An das Konzert in Prag knüpft eine Konzertreihe der Laureaten in fünf Städten und Schlössern Südböhmens an. Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr in den Kategorien Duo, Trio, Quartett und Quintett ausgeschrieben. Insgesamt 15 Ensembles aus sechs Ländern nahmen daran teil. Gesamtsieger wurde das Duo aus Tschechien mit dem Pianisten Matyáš Novák und der Violinistin Larisa Palochová.

Tennis: Plíšková erreicht in Birmingham das Halbfinale

Tennisspielerin Karolína Plíšková hat beim Rasen-Turnier im britischen Birmingham das Halbfinale erreicht. Die Tschechin besiegte am Freitag im Viertelfinale die an Nummer drei gesetzte Spanierin Carla Suárez in etwas mehr als einer Stunde mit 6:2 und 6:2. Ausgeschieden ist hingegen Plíškovás Landsfrau Kateřina Siniaková. Sie unterlag im Viertelfinale von Birmingham der Deutschen Angelique Kerber mit 2:6 und 4:6. Das mit 731.000 Dollar dotierte Turnier gilt als Vorbereitung auf den Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon.

Das Wetter am Samstag, 20. Juni

Am Samstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt, mit Regenschauern im ganzen Land. Erst am späten Abend lockern die Wolken wieder auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 16 Grad Celsius, im Südosten des Landes bis zu 18 Grad. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 9 Grad erreicht.