Täglicher Nachrichtenüberblick
Einziger kommunistischer Gegner des Einmarschs von 1968 soll Staatsorden erhalten
Der frühere Reformkommunist František Kriegel soll posthum von Präsident Miloš Zeman einen Staatsorden erhalten. Kriegel hatte sich 1968 als einziges Mitglied der tschechoslowakischen Regierung um Alexander Dubček geweigert, das sogenannte Moskauer Protokoll zu unterzeichnen. Mit diesem Protokoll wurde offiziell der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei legitimiert. Kriegel soll zum Nationalfeiertag am 28. Oktober den Masaryk-Orden erhalten. Zeman will zudem posthum den Schüler Petr Vejvoda auszeichnen, der im vergangenen Jahr bei einer Messerattacke an seiner Schule in Žďar nad Sázavou getötet wurde. Der Jugendliche hatte versucht, Mitschülerinnen vor dem Angriff einer psychisch kranken Frau zu schützen.
Sturzversuch gegen Prager Oberbürgermeisterin gescheitert
Die Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová bleibt weiter im Amt. Die konservative Opposition scheiterte am Dienstag mit dem Versuch, die Politikerin von der Partei Ano zu stürzen. Die Vertreter von Top 09 und Bürgerdemokraten fanden keine Mehrheit für eine Abberufung von Krnáčová, die seit vergangenem November im Amt ist. Während einer Sondersitzung des Magistrates votierten nur 27 der 65 Anwesenden für den Vorstoß der Opposition.
Krnáčová wird beschuldigt, bei einem Rechtsstreit der Stadt unrechtmäßig in die Auswahl der Anwaltskanzlei eingegriffen zu haben. Die Partei Top 09 hat die Oberbürgermeisterin vor zwei Wochen zum Rücktritt aufgefordert und Strafanzeige gegen sie erstattet.
Investitionsstandort Tschechien mit Rekordergebnis bei DTIHK-Umfrage
Deutsche Unternehmen sehen Tschechien weiter als attraktives Land für Investitionen. 92 Prozent von ihnen würden erneut hierzulande investieren, wie eine Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) ergeben hat. So positiv wie in diesem Jahr waren die Ergebnisse zuvor noch nie gewesen. Die Werte zeigten, dass das Wachstum der tschechischen Wirtschaft stabil und nachhaltig sei, sagte DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer am Dienstag bei der Präsentation der Umfrage in Prag. Positiv sind auch die Exportaussichten: 40 Prozent der Firmen rechnen mit steigenden Ausfuhrumsätzen. Im vergangenen Jahr war es nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen gewesen.
An der Umfrage haben sich über 140 Firmen in Tschechien beteiligt, davon hat die überwiegende Mehrheit ihre Unternehmenszentrale in Deutschland.
Deutscher IZA-Wirtschaftspreis geht an Tschecho-Amerikaner Švejnar
Der Preis des deutschen Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) geht dieses Jahr an den tschechisch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Jan Švejnar. Verliehen wird der Preis für wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Arbeitsökonomie, er ist mit 50.000 Euro dotiert. Švejnar habe mit seinen Analysen des Übergangs sozialistischer Planwirtschaft zu marktwirtschaftlichen Strukturen „die Forschung geprägt und der Politik wertvolle Handlungshinweise gegeben“, begründet das Institut seine Wahl. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann lobte Švejnar als einen „ausgeprägt politische denkenden Ökonomen“.
Jan Švejnar lehrt an der Columbia University in New York. Unter anderem berät er die Weltbank und die OECD. 2008 kandidierte Švejnar für das Amt des tschechischen Staatspräsidenten. Letztlich musste er sich aber Amtsinhaber Václav Klaus geschlagen geben.
Export lässt Bierproduktion in Tschechien steigen
Vor allem dank starker Nachfrage aus dem Ausland konnten die tschechischen Bierbrauer ihre Produktion im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent steigern. Insgesamt wurden 2014 in Tschechien 19,65 Millionen Hektoliter Bier gebraut. Die Jahreszahlen veröffentlichte der tschechische Verband der Bierbrauer am Dienstag. Während der Bierkonsum im Inland stagnierte, nahm der Export um acht Prozent zu. Insgesamt wurden 3,65 Millionen Hektoliter ins Ausland geliefert, 2013 waren es noch 3,39 Millionen Hektoliter. Die Tschechen selbst konsumierten 16,29 Millionen Hektoliter. Damit liegt der durchschnittliche jährliche Bierkonsum hierzulande weiterhin bei 144 Litern pro Person. Wie Verbandschef František Šamal sagte, sei der Verbrauch seit 2010 praktisch unverändert. Auffällig zurückgegangen ist die Einfuhr ausländischer Biersorten. Mit 291.000 Hektolitern wurde ein Minus um 42 Prozent im Vergleich zu 2013 verzeichnet.
Umfrage: 37 Prozent der tschechischen Beschäftigten wollen Arbeit wechseln
Insgesamt 37 Prozent der tschechischen Beschäftigten wollen in diesem Jahr die Arbeit wechseln. Häufigster Grund ist der zu geringe Lohn, wie aus einer Umfrage der Personalagentur Grafton Recruitment hervorgeht. Der hohe Anteil an Wechselwilligen spiegle die Belebung des tschechischen Arbeitsmarktes wider, hieß es. Während die Tschechen in den vergangenen Jahren eher zurückhaltend beim Stellenwechsel gewesen seien, zeigten sie sich nun den Angeboten gegenüber offener, sagte die Marketingmanagerin von Grafton, Jitka Součková. Rund ein Viertel der Tschechen äußerte sich in der Umfrage zufrieden über die derzeitige Beschäftigung.
Tschechien plant zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an Kriegsende
Aus Anlass des Kriegsendes vor 70 Jahren sind in Tschechien Ende April und Anfang Mai zahlreiche Gedenkfeiern und Veranstaltungen geplant. Wie die Presseagentur ČTK berichtet, zählen zu den größten Feierlichkeiten ein Konzert für 1800 Gäste im Prager Kongresszentrum am 5. Mai sowie ein Gedenkakt beim Nationaldenkmal Vítkov. In Plzeň / Pilsen in Westböhmen wird Anfang Mai eine Woche lang an die Befreiung der Stadt durch die amerikanischen Truppen erinnert. Die politische Führungsriege wird außerdem der Opfer des Prager Aufstandes sowie im nordböhmischen Terezín der Opfer des Konzentrationslagers und Ghettos Theresienstadt gedenken.
Eishockey: Korruptionsvorwürfe gegen Nationaltrainer kurz vor WM
Der tschechische Eishockey-Nationaltrainer Vladimír Růžička muss sich wenige Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Prag und Ostrava / Ostrau mit dem Vorwurf der Bestechlichkeit auseinandersetzen. Wie die Presseagentur dpa schreibt, kursiert im Internet ein Video, das Růžička im Gespräch mit dem Vater eines Spielers zeigt. Den Anschuldigungen zufolge soll Růžička in seiner früheren Funktion als Trainer bei HC Slavia Prag 500.000 Kronen (18.200 Euro) kassiert haben, damit der Sohn des Mannes im Spiel zum Einsatz kommt. In einer Stellungnahme wies Růžička am Montag die Vorwürfe zurück. Zwar habe er habe die Summe tatsächlich erhalten, es habe sich dabei jedoch um eine Spende gehandelt. Wegen rechtlicher Bedenken wurde das Geld im November 2014 an den Spender zurückgezahlt. Der tschechische Eishockey-Verband sprach Růžička am Montag sein volles Vertrauen aus und erklärte das Thema für vorerst beendet. Der Streit dürfe die Vorbereitungen der Nationalmannschaft nicht beeinträchtigen.
Eishockey: Produktivster Tscheche aus NHL sagt für WM zu
Das tschechische Eishockeynationalteam erhält für die Weltmeisterschaft im eigenen Land eine weitere Verstärkung aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. So hat Angreifer Jakub Voráček von den Philadelphia Flyers seine WM-Teilnahme zugesagt. Voráček hat in der regulären Saison die meisten Scorerpunkte aller tschechischen Spieler in der NHL erzielt. Insgesamt schoss er 22 Tore und gab 59 Assists, damit sammelte er 81 Scorerpunkte. Unter allen Spielern der Liga landete der 25-Jährige damit auf Rang fünf. Die Eishockey-WM wird ab dem 1. Mai in Prag und Ostrava / Ostrau ausgetragen.
Radsport: Sportgerichtshof CAS verhandelt Fall von Kreuziger im Juni
Der Internationale Sportgerichtshof CAS verhandelt den Fall des Radprofis Roman Kreuziger am 10. Juni. Das gab die Kammer am Dienstag bekannt. Beim Tschechen aus dem Saxo-Tinkoff-Team waren für 2011 und 2012 Unregelmäßigkeiten im Blutprofil festgestellt worden. Daraufhin war er im Vorjahr von seiner Teamleitung aus dem Aufgebot für die Tour de France gestrichen worden. Das Tschechische Olympische Komitee sprach Kreuziger im vergangenen September vom Dopingvorwurf frei. Danach war der wichtigste Helfer des zweifachen Toursiegers Alberto Contador (Spanien) wieder eingesetzt worden. Gegen den Freispruch hatten der Radsport-Weltverband UCI und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Einspruch vor dem CAS eingelegt. Kreuziger bestreitet Doping.
Das Wetter am Mittwoch, 15. April
Am Mittwoch ist es in Tschechien meist heiter bis wolkenlos. Nur im Nordosten des Landes sind bis zum Nachmittag auch dichtere Wolken möglich. Die Tageshöchsttemperaturen steigen deutlich an, und zwar auf Werte zwischen 20 und 23 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden bis zu 14 Grad Celsius erreicht.







