Täglicher Nachrichtenüberblick
Tschechien gibt mehr für Entwicklungshilfe aus
Tschechien hat im vergangenen Jahr Entwicklungshilfe in einer Gesamthöhe von 478 Millionen Kronen (17,4 Millionen Euro) geleistet. Das waren etwa 46 Millionen Kronen (1,7 Millionen Euro) mehr als 2013. Dies gab die Tschechische Entwicklungshilfeagentur am Mittwoch bekannt. Tschechien konzentrierte sich bei den Hilfsprojekten auf 14 Länder. Am meisten Geld gelangte dabei nach Moldawien, Bosnien und Herzegowina, in die Mongolei, nach Äthiopien und Afghanistan. Die Unterstützung von Projekten im Jemen und in Vietnam wurde hingegen beendet.
Derzeit liegt der Umfang der tschechischen Entwicklungshilfe bei 0,11 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das Außenministerium möchte den Anteil jedoch erhöhen. Österreich beispielsweise gibt 0,28 Prozent des BIP aus, das Ziel innerhalb der EU sind jedoch 0,33 Prozent.
US-Militärkonvoi verlässt Tschechien
Der Militärkonvoi der US-Armee, der von einem Manöver im Baltikum zurückkehrt, hat am Mittwochmittag Tschechien verlassen. Er setzte seine Fahrt von Prag aus ins bayerische Vilseck fort. Die amerikanischen Militärs hatten sich am Morgen auf den Weg in Richtung Plzeň / Pilsen und den Grenzübergang Rozvadov gemacht. Am frühen Vormittag fuhr bereits die erste Kolonne über die tschechisch-deutsche Grenze. Der Truppenverband mit über 500 Soldaten und 115 Schützenpanzern befand sich seit Sonntag auf dem Gebiet der Tschechischen Republik.
Tschechien nimmt dieses Jahr 250 tschechischstämmige Ukrainer auf
Insgesamt 250 tschechischstämmige Ukrainer sollen in diesem Jahr in die Heimat ihrer Vorfahren zurückkehren. Zudem könnte die Aufnahme von Ukrainern mit tschechischen Wurzeln im kommenden Jahr fortgesetzt werden, wie Premier Bohuslav Sobotka in einer Sammelunterkunft für Aussiedler sagte. Man wolle sich dabei auf Menschen aus dem politisch instabilen Osten der Ukraine konzentrieren, so der Sozialdemokrat.
Premier Sobotka und Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) waren am Mittwoch im südböhmischen Jitětice mit ukrainisch-tschechischen Aussiedlern aus der ersten Welle zusammengetroffen. Die 85 Menschen, die vor einem Monat aus der Ukraine kamen, werden derzeit im Rahmen eines Integrationsprogrammes betreut.
Strafverfolgung der psychisch kranken Attentäterin von Žďár eingestellt
Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch die Strafverfolgung der Attentäterin von Žďár nad Sázavou eingestellt. Die Frau war im vergangenen Oktober in eine Schule der Stadt eingedrungen und hatte einen Jugendlichen mit Messerstichen getötet. Nach Expertengutachten soll sie zu dem Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig gewesen sein. Die Frau war bereits in der Vergangenheit wegen ihrer psychischen Erkrankung in ärztlicher Behandlung gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat daher beim Kreisgericht in Brno / Brünn den Vorschlag auf eine Sicherungsverwahrung eingereicht.
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds fördert 203 neue Projekte
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds unterstützt 203 neue partnerschaftliche Projekte. Der Verwaltungsrat der Institution bewilligte dafür eine Fördersumme von insgesamt über 920.000 Euro. Die Fördermittel sind für Projekte in den verschiedensten Bereichen der tschechisch-deutschen Zusammenarbeit bestimmt – von Kultur über Jugend bis hin zu Fachtagungen und Publikationen.
Im Rahmen des Jahresthemas „Grenze verbindet“ fördert der Fonds 18 Projekte mit 85.000 Euro. Die tschechische Ko-Vorsitzende Kristina Larischová hob dabei das große Interesse an dem Thema hervor. Manchmal werde vergessen, dass gemeinsame Aktivitäten von Deutschen und Tschechen im Grenzgebiet nicht immer eine Selbstverständlichkeit seien, so Larischová. Zu diesen Aktivitäten gehört zum Beispiel ein Projekt, das Schülern der Grundschulen im oberpfälzischen Schönsee und in Poběžovice im Kreis Plzeň / Pilsen ermöglicht, ein gemeinsames Märchenstück einzustudieren und an der Grenze aufzuführen.
Unwetter: Chaos auf Schienen und Straßen, Haushalte ohne Strom
Ein Sturm hat in Tschechien zu einem Chaos auf Straßen und Schienen geführt. Vielerorts krachten am Dienstag Bäume auf Oberleitungen und Schienen und legten den Bahnverkehr lahm. Am Mittwochmorgen fuhr ein Nahverkehrszug bei Brantice / Bransdorf im mährischen Bezirk Bruntál / Freudenthal gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste. Beim Unglück wurde niemand verletzt, die Reisenden wurden mit Ersatzbussen weiterbefördert. Zugausfälle gab es auch in West- und Südböhmen. Der Sturm verursachte vor allem Sachschäden. Zudem blieben in weiten Teilen des Landes Haushalte ohne Strom.
Insgesamt musste die Feuerwehr am Dienstag über 2100 Mal ausrücken, vor allem um umgestürzte Bäume von den Straßen und Schienen zu entfernen. Die Zahl der Feuerwehreinsätze war 14 Mal höher als üblich. Bei einem Kirchenbrand in Südböhmen erschwerte der starke Wind die Löscharbeiten.
Tschechische Verkehrspolizei kontrolliert an Ostern verstärkt auf Straßen
Die tschechische Verkehrspolizei wird an den Osterfeiertagen erneut verstärkt auf den Straßen kontrollieren. Insgesamt 3000 Polizisten werden dabei im Einsatz ein, wie Verkehrspolizei-Chef Tomáš Lerch am Mittwoch gegenüber Medien in Prag sagte. Man wolle sich auf die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung konzentrieren und wie jedes Jahr die Fahrer besonders auf die verbotene Einnahme von Alkohol und Drogen kontrollieren. In Tschechien gelten null Promille für das Lenken motorisierter Fahrzeuge.
Laut den Polizeistatistiken starben im vergangenen Jahr an Ostern insgesamt vier Menschen auf tschechischen Straßen, im Jahr 2009 waren es aber zum Beispiel 15. In den ersten drei Monaten dieses Jahr sind bisher mehr Menschen Opfer von Straßenunfällen geworden als 2013. Insgesamt waren es 119 Personen. Mit den Kontrollen an Ostern wolle man den Trend stoppen, so Lerch.
Schwache Krone: Tschechen buchen weniger Auslandsreisen
Die Tschechen haben im vergangenen Jahr wegen der schwachen Krone weniger Urlaubsreisen ins Ausland gebucht. Der Rückgang gegenüber 2013 lag bei drei Prozent, stattdessen stieg die Nachfrage nach längeren Aufenthalten im eigenen Land, und zwar um acht Prozent. Die Gesamtzahl der Urlaubsreisen lag bei 11,73 Millionen (ein Plus von vier Prozent). Dies geht aus den Daten des tschechischen Statistikamtes vom Mittwoch hervor. Am beliebtesten war erneut Kroatien mit 785.000 tschechischen Urlaubern. Große Zuwächse verzeichneten Ungarn mit einem Anstieg von 84 Prozent und Ägypten bei 52 Prozent mehr Touristen aus Tschechien. Hingegen sank die Nachfrage nach Türkei-Reisen um 39 Prozent, auch Frankreich verlor.
Fußball: Tschechien unterliegt bei Testspiel in der Slowakei
Die tschechische Fußball-Nationalmannschaft hat ein Testspiel am Dienstag in der Slowakei verloren. Das Bruderduell in Žilina endete für Tschechien mit 0:1. Ondrej Duda erzielte in der 49. Minute den einzigen Treffer des Abends. Der tschechische Trainer Pavel Vrba schonte in dem Spiel einige Stammspieler.
Am vergangenen Samstag hatte Tschechien in der EM-Qualifikation gegen Lettland 1:1 unentschieden gespielt. Die nächste Begegnung um die Teilnahme an der Europameisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich bestreitet das Team am 12. Juni in Island.
Tennis: Berdych erreicht Viertelfinale in Miami, Plíšková scheitert an Petkovic
Tennisspieler Tomáš Berdych hat beim prestigeträchtigen ATP-Turnier in Miami das Viertelfinale erreicht. Sein französischer Gegner Gaël Monfils musste im Duell der vierten Runde wegen einer Verletzung beim Stand 3:6 und 2:3 aufgeben. Im Spiel um den Einzug ins Halbfinale trifft Berdych auf Juan Mónaco aus Argentinien.
Bei den Frauen scheiterte Karolína Plíšková im Viertelfinale von Miami. Die 23-jährige Tschechin unterlag am Dienstag der deutschen Nummer eins Andrea Petkovic in zwei Sätzen mit 4:6, 2:6.
Das Wetter am Donnerstag, 2. April
Am Donnerstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt mit zeitweiligem Schneefall, im Südwesten des Landes ergiebiger Schneefall. In Lagen unter 400 Metern mischt sich Regen unter den Schnee. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 2 und 6 Grad Celsius, in Höhenlagen ab 1000 Meter Temperaturen um den Gefrierpunkt. Es weht ein frischer Wind aus West oder Nordwest.







