Täglicher Nachrichtenüberblick

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Premier Sobotka gegen Schuldenschnitt für Griechenland

Premier Bohuslav Sobotka hat sich gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland ausgesprochen. Athen müsse seine Schulden begleichen, sagte der tschechische Kabinettschef am Dienstag in Prag gegenüber Journalisten. Zugleich betonte Sobotka, die griechische Regierung müsse mehr Spielraum für soziale Programme erhalten. Dazu würden unter anderem Maßnahmen gehören, um die Arbeitslosenzahlen zu senken. Laut Premier Sobotka unterstützt Tschechien den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Er sei überzeugt, sowohl auf Seiten der Eurogruppe als auch Athens herrsche der Wille zu einer Übereinkunft, sagte der Sozialdemokrat.

Top-09-Vize Kalousek fordert Waffenlieferungen an die Ukraine

Der Vize-Vorsitzende der konservativen Partei Top 09, Miroslav Kalousek, hat dazu aufgefordert, Waffen an die Ukraine zu liefern. Angesichts der Lage in dem osteuropäischen Land sollten die Regierungen in Tschechien und den anderen EU-Staaten ihre ablehnende Haltung in der Frage überdenken. Dies sagte Kalousek in einem Interview für die Webseiten der Tageszeitung „Právo“. Man könne nicht auf der einen Seite auf die Souveränität der Ukraine pochen und zugleich ihr aber nicht helfen, ihre Grenzen zu schützen. Auch der in Minsk ausgehandelte Waffenstillstand ändere nichts an seiner Meinung, so Kalousek. Schließlich würden im Osten der Ukraine die Waffen immer noch nicht schweigen.

Erste Sitzung zur Koordinierung der Außenpolitik auf Prager Burg

Regierungspolitiker und Staatspräsident Miloš Zeman haben sich am Dienstag zur ersten gemeinsamen Sitzung für die Koordinierung der tschechischen Außenpolitik getroffen. Premier Bohuslav Sobotka, Außenminister Lubomír Zaorálek, Verteidigungsminister Martin Stropnický und die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern wurden dabei von Zeman an dessen Amtssitz auf der Prager Burg empfangen. Zentrale Themen der Gespräche waren die Bedrohung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), die Sanktionen gegen Russland und die Östliche Partnerschaft der Europäischen Union.

Die Treffen zur Koordinierung der Außenpolitik sind dreimal im Jahr geplant. Darauf hatten sich Premier Sobotka und Präsident Zeman im Dezember vergangenen Jahres verständigt. Zuvor war Zeman mehrfach für seine Äußerungen zu außenpolitischen Themen kritisiert worden. Ihm wurden insbesondere seine prorussische und prochinesische Haltung sowie seine wenig akzentuierte Position zur Einhaltung der Menschenrechte vorgeworfen.

Tschechien will Soldaten für Uno-Mission auf Golanhöhen anbieten

Tschechische Soldaten könnten schon bald für die Beobachter-Mission der Uno auf den Golanhöhen abgestellt werden. Im Generalstab der Armee wird derzeit erwogen, der Uno dazu ein Spezialisten-Team anzubieten. Ein größeres Kontingent sei gegenwärtig nicht erforderlich, sagte der Befehlshaber des Generalstabs, Petr Pavel, nach einem Besuch der Golanhöhen am Wochenende. Für eine Entsendung tschechischer Soldaten für diese UN-Mission hat sich schon mehrfach Präsident Miloš Zeman ausgesprochen.

Nach Ansicht von Pavel ermögliche es die gegenwärtige Lage im Nahen Osten den UN-Truppen nicht, ihr Mandat auf den Golanhöhen zu erfüllen. Ihre Stärke werde daher von momentan 950 auf 750 Soldaten reduziert und für den Sommer sei eine weitere Reduzierung auf 500 Soldaten geplant. Solange die syrische Seite die Grenzkontrolle nicht durch Regierungstruppen erneuere, könnten die UN-Einheiten die Pufferzone zwischen Syrien und Israel nicht in der ursprünglichen Stärke besetzen. Die Erfüllung der Mission sei dadurch gefährdet, sagte Pavel. Generalleutnant Pavel wird im Juni den Vorsitz des Nato-Militärausschusses übernehmen.

Meinungsumfrage: Staatspräsident Zeman gewinnt leicht an Vertrauen zurück

Das Vertrauen der tschechischen Bürger in ihren Staatspräsidenten Miloš Zeman ist leicht gestiegen. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem sprachen insgesamt 43 Prozent der Befragten Zeman ihr Vertrauen aus. Im November hatte es nach einem skandalösen Interview des Staatsoberhauptes im Tschechischen Rundfunk einen Einbruch auf 37 Prozent gegeben. Seitdem hat Zeman schrittweise an Boden zurückgewinnen können. Sein Vorgänger Václav Klaus genoss während seiner beiden Amtszeiten im Schnitt das Vertrauen von 60 bis 70 Prozent der tschechischen Bürger.

Polizei untersucht Fall des illegalen Munitionslagers bei Pardubice

Die tschechische Polizei hat im Fall des Munitionslagers in Slatina bei Pardubice Ermittlungen wegen illegaler Bewaffnung aufgenommen. Zudem wird gegen die Firma Multiagro, die das Lager betreibt, wegen öffentlicher Gefährdung durch Fahrlässigkeit ermittelt. Das gab eine Sprecherin der regionalen Polizeibehörde am Dienstag bekannt. Sollten die genannten Straftatbestände tatsächlich vorliegen, drohen den Verantwortlichen der Firma jeweils bis zu fünf Jahre Haft.

Bei der Kontrolle des Munitionslagers sind die Behörden auf erhebliche Unregelmäßigkeiten gestoßen. In dem Lager wurden hunderte Tonnen an illegaler Munition entdeckt. Die Firma Multiagro hat indes nur die Genehmigung für sechs Tonnen Munition. Nach der verheerenden Explosion in einem Munitionslager in Ostmähren, bei der vor vier Monaten zwei Menschen starben, haben die tschechischen Behörden die Kontrollen landesweit intensiviert.

Fluggesellschaft ČSA verliert 20 Prozent Passagiere auf Linienflügen

Die tschechische Fluggesellschaft ČSA hat auf ihren Linienflügen rund 20 Prozent weniger Passagiere verbucht. Im vergangenen Jahr beförderte das Unternehmen insgesamt 2,27 Millionen Passagiere auf eigenen Strecken, dazu kamen 722.000 bei Flügen für andere Fluggesellschaften. Dies teilte ein Sprecher von ČSA am Dienstag mit. Hinter dem Rückgang an Passagieren steht laut dem Sprecher eine gesunkene Nachfrage nach Flügen aus und nach Osteuropa. Vor allem hätten sich die Lage in der Ukraine und die Schwäche des russischen Rubels bemerkbar gemacht, hieß es.

Die tschechische Fluggesellschaft plant für dieses Jahr, die Kapazitäten nach Westeuropa auszubauen. So sollen ab Mai wieder Flüge nach Liverpool aufgenommen werden, aber auch nach Bordeaux, Cork und Oslo.

Prag senkt Preis für ÖPNV-Jahreskarte – Beispiel Wien

Der Prager Stadtrat hat zugestimmt, den Preis für die Jahreskarte der Verkehrsbetriebe um ein Viertel zu senken. Ab Juli dieses Jahres soll das Ticket nur noch 3650 Kronen (133 Euro) kosten. Bisher müssen 4750 Kronen (172 Euro) gezahlt werden. Mit der Preissenkung will die Stadt mehr Menschen dazu bringen, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Die Stadt hofft dabei auf Zusatzeinnahmen, um den Fehlbetrag aus dem Fahrkartenverkauf auszugleichen. Inspiration dazu hatte sich die neue Prager Rathaus-Koalition in Wien geholt. Dort war im Jahr 2012 die Zahl der verkauften Jahreskarten um 100.000 gestiegen, nachdem der Preis für sie gesenkt worden war.

Tschechischer Straßenrowdy muss für sechs Jahre hinter Gitter

Das Obergericht in Olomouc / Olmütz hat eine der härtesten Strafen hierzulande gegen einen Straßenrowdy bestätigt. Demnach muss der Mann für sechs Jahre hinter Gitter. Zudem darf der Verurteilte vier Jahre kein Kraftfahrzeug mehr lenken. Der 47-jährige Mann hatte im Juli 2013 auf der Autobahn D1 die Fahrerin eines Honda klassisch ausgebremst. Diese verlor die Kontrolle über ihren Wagen und fuhr in ein weiteres Auto, dessen Fahrer leichte Verletzungen erlitt. In das Strafmaß floss auch ein, dass der Mann die Tat geleugnet hat, obwohl diese durch eine Kamera aufgezeichnet worden war. Außerdem war der Täter zuvor schon mehrfach wegen zu schnellem Fahren belangt worden.

Film Fifty Shades of Grey sorgt für Besucherrekord in Tschechien

Der umstrittene Erotikfilm Fifty Shades of Grey hat in Tschechien den Besucherrekord gebrochen. Nach der Inland-Premiere am letzten Donnerstag strömten am Wochenende etwas mehr als 254.000 Besucher in die Kinos, um den Thriller zu sehen. An den Kassen von 144 Kinos wurden dabei umgerechnet etwas über 1,3 Millionen Euro umgesetzt, informierte am Montag die Union der Filmverleiher. Die Filmverleih-Gesellschaft Cinemart gab an, sogar 266.000 Besucher registriert zu haben. Den bisherigen Rekord für ein Kinowochenende in Tschechien hielt bis dahin der Streifen „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ mit rund 248.000 Besuchern.

Fußball: Petr Rada neuer Trainer des FK Teplice

Petr Rada ist neuer Trainer des tschechischen Fußball-Erstligisten FK Teplice. Der 56-jährige Coach ersetzt Zdeněk Ščasný, der am Montag als Trainer des Tabellensechsten zurückgetreten war. Ščasný begründete seinen Schritt damit, dass zwischen ihm und der Vereinsführung unüberbrückbare Differenzen bestünden. Petr Rada kehrt zum vierten Mal zu den Nordböhmen zurück. Fünf Tage vor Beginn der Rückrunde sei es wirklich nicht einfach, noch einen neuen Trainer für die Mannschaft zu finden, schrieb Sportdirektor Jan Skýpala auf der Webseite des FK Teplice. Man habe sich für Rada entschieden, weil der Verein und der Coach sich gut kennen.

Petr Rada wird einen Vertrag bis Saisonende mit einer Option unterschreiben. Im Herbst war der ehemalige Nationalspieler als Trainer des Ligakonkurrenten Vysočina Jihlava entlassen worden. Als Aktiver hat Rada in den 1990er Jahren auch längere Zeit in Deutschland gespielt, so bei Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiß Essen und Jahn Regensburg.

Das Wetter am Mittwoch, 18. Februar

Am Mittwoch ist es in Tschechien meist hochnebelartig bewölkt. In den Bergen und im Osten des Landes kann sich aber auch örtlich die Sonne zeigen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -1 bis +3 Grad Celsius, bei Aufklaren bis zu 5 Grad. In Höhenlagen ab 1000 Meter leichter Frost. Es weht ein schwacher Wind aus wechselnden Richtungen.