Täglicher Nachrichtenüberblick
USA helfen Tschechien bei ziviler Atomforschung
Die USA und Tschechien verstärken ihre Zusammenarbeit bei der Atomforschung. Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman und US-Energieminister Ernest Moniz eröffneten am Mittwoch in Prag ein Zentrum für die Kooperation bei der zivilen Nutzung der Kernenergie. Im Mittelpunkt steht der Austausch von Forschern. Die USA finanzieren das Zentrum bis 2015 mit einer halben Million US-Dollar (360.000 Euro).
Zeman plädierte bei der Eröffnung an der Technischen Hochschule in Prag für einen Ausbau der Atomenergie „auch aus ökologischen Gründen“. Der Linkspolitiker kritisierte Subventionen für erneuerbare Energieträger. Sie würden den staatlichen Haushalt aussaugen und die Energiepreise für Haushalte und Hersteller erhöhen, sagte Zeman laut der Presseagentur ČTK.
Premier Sobotka will Regierungsausschuss zur Kirchenrestitution bilden
Premier Bohuslav Sobotka hat die Bildung eines Regierungsausschusses zu Fragen der Kirchenrestitution vorgeschlagen. Zuvor waren Gespräche zwischen Regierung und Glaubensgemeinschaften auch an der Zusammensetzung der entsprechenden Expertengruppe gescheitert. Zugleich sagte der sozialdemokratische Regierungschef, es sei gesetzlich möglich, Kompensationszahlungen an die Kirchen zu besteuern, falls auch die Gespräche des Ausschusses scheitern sollten.
Im vergangenen Jahr hatte die ehemalige Regierung Nečas mit den Kirchen den Umfang von Restitutionen für die kommunistischen Enteignungen ausgehandelt. Die Sozialdemokraten halten aber die Kompensationszahlungen in Höhe von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro für Grundstücke und Immobilien, die nicht zurückgegeben werden, für zu hoch; sie wollen sich mit den Kirchen auf eine geringere Summe verständigen. Während sich auch die Partei Ano an den bisherigen Verhandlungen beteiligt hat, lehnen die Christdemokraten Änderungen an der Kirchenrestitution ab. Sie wollen sich auch am geplanten Ausschuss nicht beteiligen.
Regierung plant Kampagne gegen Rassismus und Gewalt
Die tschechische Regierungsagentur für Inklusion plant eine Kampagne gegen Rassismus und Gewalt. Diese soll im September starten und zielt auf Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Dabei soll gegen „Mythen und Falschinformationen über die ethnischen Minderheiten“ des Landes angekämpft werden, unter anderem kommen dabei Opfer von rassistischer Gewalt zu Wort. Nutzen wollen die Koordinatoren der Kampagne dafür sowohl neue als auch herkömmliche Medien. Zudem sollen Schulen eingebunden werden, vor allem im Kreis Ústí nad Labem / Aussig in Nordböhmen sowie im Mährisch-Schlesischen Kreis. Für die Finanzierung kann die Regierungsagentur auf Gelder der Europäischen Union zurückgreifen.
In Tschechien ist vor allem der Rassismus gegenüber der Roma-Minderheit ein Problem. Im Sommer vergangenen Jahres veranstalteten Rechtsradikale fast jedes Wochenende Aufmärsche, die sich gegen Roma richteten.
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds unterstützt 200 neue Projekte
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds unterstützt in den kommenden Monaten 211 neue grenzüberschreitende Projekte. Grünes Licht für die notwendige finanzielle Unterstützung in einer Gesamthöhe von rund 990.000 Euro gab am Dienstag und Mittwoch der Verwaltungsrat des Zukunftsfonds in Prag. Zuvor waren die Mitglieder des Rates von den Außenministern beider Länder für eine weitere zweijährige Amtszeit bestätigt worden. Gefördert werden unter anderem Initiativen zur Drogenprävention im Rahmen des aktuellen „Thema des Jahres“, herausragende Publikationen zu Vladimír Holan und Jan Hus, die größte Ausstellung zur Zwangsarbeit, die bisher gezeigt wurde, ein Firmengründer-Projekt für Fachschüler aus beiden Ländern sowie die kulturelle Zusammenarbeit in Kunst, Musik und Theater.
Premier Bohuslav Sobotka und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten Mitte März in Berlin erneut versichert, dass der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds auch über das Jahr 2017 eine wichtige Rolle in den bilateralen Beziehungen spielen solle. Man freue sich, dass die Politik die Chancen erkenne, die in der engen Zusammenarbeit von Bürgern beider Länder liegen, erklärte der wiedergewählte Verwaltungsratsvorsitzende Albrecht Schläger. Ein Beispiel dafür sei die Förderung der Drogenprävention als „Thema des Jahres 2014“, ergänzte die Ko-Vorsitzende Kristina Larischová.
Amazon will weiter Verteilzentrum in Brünn bauen
Der Internet-Händler Amazon rechnet weiter mit dem Bau eines Verteilzentrums am vorgeschlagenen Standort im südmährischen Brno / Brünn. Dies gab die Developergesellschaft CTP Invest bekannt, sie führt im Namen der amerikanischen Firma die Verhandlungen in Tschechien. Laut CTP Invest sei das Ziel nun, dass die Brünner Stadtverordneten bei ihrer nächsten Sitzung die erforderlichen Änderungen im Flächennutzungsplan beschließen. Die Sitzung findet am 15. April statt.
Die fehlenden Änderungen im Flächennutzungsplan waren der Grund gewesen, warum vergangene Woche das Verteilzentrum von Amazon bei der Stadtverordnetensitzung keine Mehrheit erhalten hatte. Die Anlage von Amazon soll 95.000 Quadratmeter groß werden und 1500 Menschen Arbeit bieten. Das Investitionsvolumen liegt angeblich bei 100 Millionen Euro.
Warnstreik in Deutschland: Flüge zwischen Frankfurt und Prag gestrichen
Wegen des Warnstreiks auf deutschen Flughäfen sind alle Flüge der Lufthansa zwischen Frankfurt und Prag für Donnerstag gestrichen worden. Dies teilte eine Sprecherin des Václav-Havel-Flughafens in der tschechischen Hauptstadt mit. Die betroffenen Reisenden habe man bereits begonnen zu kontaktieren und über Umbuchungsmöglichkeiten zu informieren, hieß es weiter. Die Sprecherin warnte zudem, dass es auch bei weiteren Flügen zu Komplikationen kommen könne. Informationen dazu würden meist aber erst am Streiktag selbst bekannt. Den Reisenden wird empfohlen, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu erkundigen.
Statistikamt: Kaufpreise für Wohnungen steigen nach vier Jahren wieder
Die Kaufpreise für Wohnungen in Tschechien sind im zweiten Quartal 2013 erstmals nach vier Jahren wieder gestiegen. Dies teilte das Statistikamt am Mittwoch mit. Die Preise stiegen um 0,5 Prozent. Der Anstieg ging vor allem auf die Entwicklung auf dem Prager Markt zurück, in der tschechischen Hauptstadt verteuerten sich die Wohnungen um 3 Prozent. In den restlichen Regionen des Landes stagnierten die Preise hingegen.
2006 bis 2008 waren die Kaufpreise für Wohnungen um Zuwächse im zweistelligen Bereich gestiegen. Danach gab es jedes Jahr Einbrüche, 2009 gingen die Preise um 12,3 Prozent zurück, 2010 um 4,5 Prozent und zuletzt 2012 noch um 1,2 Prozent.
Jüdisches Museum in Prag erhält nach 60 Jahren Thora-Vorhang zurück
Nach fast 60 Jahren hat das Jüdische Museum in Prag einen wertvollen Thora-Vorhang zurückerhalten. Mitarbeiter des Museums hatten vor einem Jahr das historische Stück im Auktionskatalog von Sotheby´s in New York entdeckt. Der Vorhang wurde deswegen aus dem Angebot zur Versteigerung herausgenommen, und das Jüdische Museum einigte sich mit dem Besitzer auf die Rückgabe des Kunstgegenstandes. Der Thora-Vorhang stammt von der Mitte des 19. Jahrhunderts und gehörte zur Synagoge im südböhmischen Ort Mladé Vožice / Jung Woschitz. Kein jüdischer Bewohner des Ortes überlebte den Holocaust. Deswegen gelangte der Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sammlungen des Jüdischen Museums in Prag, dort wurde er aber seit 1956 vermisst. Wie der Gegenstand dann in die Hände eines Privatsammlers gelangte, ist noch nicht geklärt.
Junger Bartgeier zieht aus Zoo Chomutov nach Österreich um
Ein junger Bartgeier aus dem Zoopark im nordböhmischen Chomutov / Komotau wird bald in die Zuchtstation Haringsee in Niederösterreich umziehen. Das Jungtier war Mitte März geschlüpft und soll in Österreich eine Ersatzmutter finden. Falls die Aufzucht des Jungvogels gelänge, wäre dies ein großer Erfolg.
Im Zoopark in Chomutov werden seit 1999 Bartgeier gehalten. Obwohl das Weibchen schon mehrere Eier gelegt habe, sei es bisher nicht gelungen, Nachwuchs aufzuziehen, hieß es am Dienstag von der Leitung des Zoos. Bei einer möglichen erfolgreichen Aufzucht des Greifvogels in Österreich würde er später höchstwahrscheinlich in den Alpen ausgewildert.
Tennis: Kvitová scheitert in Miami im Viertelfinale
Tennisspielerin Petra Kvitová ist am Dienstag im Viertelfinale des WTA-Turniers in Miami gescheitert. Die Tschechin unterlag der früheren Weltranglisten-Ersten Maria Scharapowa aus Russland in zwei Sätzen mit 5:7 und 1:6.
Das Wetter am Donnerstag, 27. März
Nach der Auflösung von örtlichen Frühnebelfeldern ist es am Donnerstag in Tschechien meist heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 14 Grad Celsius, im Südosten des Landes auch bis 16 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter bewegen sich die Maxima um 5 Grad Celsius.







