Täglicher Nachrichtenüberblick

Ex-Minister fordern tschechische Sanktionen gegen Russland

Drei ehemalige Minister früherer konservativer Regierungen in Tschechien haben die aktuelle Mitte-Links-Koalition aufgefordert, politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland zu durchzusetzen. Der ehemalige grüne Umweltminister Martin Bursík, der ehemalige Menschenrechtsminister Michal Kocáb, Ex-Verteidigungsminister Luboš Dobrovský sowie Senator Jaromír Štětina (Top 09) empfehlen, die Ausgabe von Visa an russische Bürger zu stoppen, russische Guthaben in Tschechien einzufrieren sowie russischem Kapital den Zutritt zum tschechischen Markt zu verwehren. Diese Sanktionen Tschechiens sollten so lange in Kraft bleiben, bis die russischen Truppen die ukrainische Halbinsel Krim verlassen, schreiben sie.

Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) wies rein tschechische Sanktionen indes zurück. Man wolle sich in dieser Frage mit den restlichen EU-Staaten abstimmen, sagte er am Samstag. Laut dem Regierungschef würde sich Tschechien mit eigenen Sanktionen wirtschaftlich selbst schädigen, da die Handelskontakte mit Russland vergleichsweise intensiv seien.

NGOs fordern von Tschechien, 1000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen

Menschenrechtsorganisationen haben die tschechische Regierung aufgefordert, mindestens 1000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Diese Zahl sei für das Land zu bewältigen, schreiben Amnesty International Tschechien und Organizace pro pomoc uprchlíkům (Organisation für Flüchtlingshilfe) in einer gemeinsamen Presseerklärung. Drei Jahre Bürgerkrieg in Syrien hätten zu einer humanitären Katastrophe von solchem Ausmaß geführt, dass man umdenken müsse, sagte der Leiter von Amnesty in Tschechien, Mark Martin. Normalerweise meldeten sich pro Jahr hierzulande nur einige Hundert Bewerber um Asyl, hieß es weiter.

Aus Tschechien sind bisher 160 Millionen Kronen (6 Millionen Euro) an Hilfsgeldern für die zivilen Opfer in Syrien bereitgestellt worden. Sie kamen vor allem vom tschechischen Außenministerium und von der Hilfsorganisation Člověk v tísni (Mensch in Not).

Tscheche schmuggelt halbes Kilo Kokain – in Bilbao festgenommen

Ein Tscheche ist auf dem Flughafen im spanischen Bilbao mit 670 Gramm Kokain erwischt worden. Die spanische Polizei verhaftete den 53-jährigen Mann, dessen Flug aus dem brasilianischen Sao Paulo gekommen war. Das Rauschgift war nach spanischen Medienberichten in kleinen Kapseln in vier Shampoo-Flaschen versteckt. Angeblich soll das Kokain für den Schwarzmarkt in Madrid bestimmt gewesen sein. Dem tschechischen Drogenkurier droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Tschechische Rettungsdienste rücken 2013 fast eine Million Mal aus

Die tschechischen Rettungsdienste sind im vergangenen Jahr fast eine Million Einsätze gefahren. Am häufigsten waren sie wegen Verletzungen durch Stürze, Unfällen und Infarkten unterwegs. Dies gab der Verband der tschechischen Rettungsdienste bekannt. Insgesamt 945.348 Einsätze bedeuteten einen Anstieg um 6 Prozent gegenüber 2012 und um 30 Prozent gegenüber 2009. Im Durchschnitt waren es 2590 Einsätze am Tag oder 108 pro Stunde.

Eisschnelllauf: Sáblíková holt erneut Langstrecken-Weltcup

Eisschnellläuferin Martina Sáblíková hat zum achten Mal nacheinander den Weltcup über die Langstrecken geholt. Beim Weltcupfinale im niederländischen Heerenveen genügte der Olympia-Zweiten aus Tschechien dazu am Samstag über 3000 Meter Rang vier (4:03,88). Sie kassierte10.000 Dollar Preisgeld. Sáblíková sagte danach wegen Leistenproblemen und Ermüdung am Ende der Olympia-Saison ihren Start bei der Mehrkampf-WM am kommenden Wochenende ab.

Eishockey: Jágr schießt 1000. Tor in der Karriere

Eishockeysuperstar Jaromír Jágr hat das 1000. Tor in seiner Karriere geschossen. Der 42-jährige Tscheche erzielte den Jubiläumstreffer am Freitagabend bei der 3:5-Niederlage seines NHL-Klubs New Jersey bei den Florida Panthers. In der Zahl zusammengerechnet sind Jágrs Tore aus NHL, der russischen KHL, der tschechischen und tschechoslowakischen Liga und der Nationalmannschaft.

Meteorologen warnen für Sonntag vor Sturmböen in Tschechien

Die Meteorologen warnen für Sonntag in Tschechien vor Sturmböen (54 bis 90 km/h, in den Gipfellagen der nördlichen Mittelgebirge kann der Wind sogar orkanartige Geschwindigkeiten (bis 108 km/h) erreichen. Die Warnung des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts gilt fast für das gesamte Land ab den frühen Morgenstunden am Sonntag, bis zum Abend. Konkret betroffen sein werden die Kreise Prag, Mittelböhmen, Karlovy Vary / Karlsbad, Plzeň / Pilsen, Südböhmen, Pardubice, Hradec Králové / Königgrätz, Liberec / Reichenberg, Ústí nad Labem / Aussig, Vysočina, Südmähren und Zlín.

Es wird geraten, Türen und Fenster zu sichern. Außerdem sollte man nur vorsichtig Auto fahren. Von Bergtouren wird abgeraten.

Das Wetter am Sonntag, 16. März

Am Sonntag ist es in Tschechien zunächst meist stark bewölkt, zeitweise mit Regen oder Regenschauern. In den Mittelgebirgen im Norden des Landes sind die Niederschläge andauernder. Gegen Abend lässt der Regen von Südwesten her nach und die Bewölkung lockert auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 9 und 13 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden bis zu 5 Grad Celsius erreicht.