Täglicher Nachrichtenüberblick

Staatspräsident Zeman warnt vor Militärintervention auf der Krim

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hat vor einer möglichen Militärintervention Russlands auf der Halbinsel Krim gewarnt. Laut Zeman würde eine solcher Truppeneinmarsch „einen Graben schaffen“ zwischen der Ukraine und Russland, der „nicht mehr zuzuschütten“ wäre. Das Staatsoberhaupt äußerte zwar Verständnis für die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung auf der Krim, erinnerte aber zugleich an die negativen tschechoslowakischen Erfahrungen mit der Sowjetintervention im Jahre 1968.

Die Regierung auf der Krim hat nach der Übernahme der Macht in der Ukraine durch die Maidan-Bewegung Moskau um Hilfe gebeten. Laut den letzten Meldungen bereitet der Kreml einen Einmarsch vor.

Premier Sobotka begrüßt Wahl von Schulz zu Spitzenkandidat der europäischen Sozialisten

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka hat die Wahl des Deutschen Martin Schulz (58) zum sozialistischen Spitzenkandidaten bei den anstehenden Europawahlen begrüßt. Die sozialdemokratischen Parteien in der EU kürten Schulz bei ihrem Kongress in Rom am Samstag zum gemeinsamen Kandidaten, der bei einem Wahlsieg EU-Kommissionspräsident werden soll. Schulz bringe hervorragende Voraussetzungen mit, um die Leitung der Europäischen Kommission zu übernehmen, sagte Sobotka. Sein deutscher Parteifreund sei kein „weltfremder Bürokrat“, fügte der tschechische Regierungschef hinzu.

Gemeinde in Westböhmen gegen Windpark einer deutschen Firma

Die Bewohner der Gemeinde Střížovice in Westböhmen haben sich mit knapper Mehrheit gegen den Bau eines Windparks durch die deutsche Firma Ostwind ausgesprochen. Insgesamt beteiligten sich 83 Prozent der 317 Stimmberechtigten. 136 stimmten dagegen, 119 für den Bau der geplanten acht Windenergieanlagen. In einer Initiative hatten sich Menschen aus Střížovice und umliegenden Gemeinden gegen das Bauvorhaben gestellt und mit 3000 Unterschriften einen Volksentscheid erzwungen. Sie lehnen die Anlagen vor allem wegen der befürchteten Geräusche und der Höhe der Masten ab. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die Windräder bis zu 195 Meter hoch sein.

Ostwind hatte der Gemeinde insgesamt sechs Millionen Kronen (240.000 Euro) angeboten für die Bewilligung des Projektes sowie eine jährliche Umsatzbeteiligung. Der Bürgermeister von Střížovice hatte sich für den Bau ausgesprochen. Ostwind ist eine mittelständische Firma mit Sitz in Regensburg, Straßburg und Prag.

Pilsen: Protest gegen Aufmarsch von Rechtsradikalen

Mit einem Happening haben rund 200 Menschen in Plzeň / Pilsen gegen einen Aufmarsch von Rechtsradikalen protestiert. Die Veranstaltung richtete sich vor allem gegen die Roma-feindliche Intention des Neonazi-Treffens. Man wolle zusammen mit den ansässigen Roma feiern und auf diese Art Solidarität mit ihnen zeigen, sagte einer der Veranstalter. Laut Polizeiangaben kamen am Samstagnachmittag rund 90 Rechtsradikale zusammen, die Einsatztruppen mussten angeblich nicht eingreifen.

Skandal um gepanschten Schnaps in Tschechien: 48. Todesopfer

Im Skandal um gepanschten Schnaps gibt es in Tschechien ein 48. Todesopfer. Am Freitag starb ein 58-jähriger Mann in Nové Město na Moravě / Neustadt in Mähren, nachdem er Wodka getrunken hatte, der mit giftigem Methanol versetzt war. Dies gab der Sprecher des Krankenhauses bekannt, in dem der Mann behandelt worden war. Bei den Ermittlungen in dem Todesfall hat die Polizei bereits einen 37-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Er soll den gepanschten Alkohol verkauft haben.

Der Methanol-Skandal in Tschechien war Anfang September 2012 ausgebrochen. Rund 120 Menschen haben sich seitdem an gepanschtem Schnaps vergiftet, bei den meisten führte das zum Tod oder zu schweren gesundheitlichen Schädigungen. Insgesamt sollen rund 15.000 verunreinigte Spirituosen auf den tschechischen Markt gelangt sein. Am kommenden Montag wird in Zlín der Hauptprozess gegen 31 Verdächtige für die Methanol-Panscherei eröffnet.

Verdächtiger in 20 Jahre altem Mordfall in Untersuchungshaft

Die tschechische Polizei glaubt einen 20 Jahre alten Mordfall aufgeklärt zu haben. Am Samstag verhängte das Kreisgericht im westböhmischen Plzeň / Pilsen Untersuchungshaft gegen einen 47-jährigen Mann, der im März 1994 einen 66-jährigen Mann ermordet haben soll. Der Tatverdächtige stammt aus Mariánské Lázně / Marienbad und war am Freitag festgenommen worden. Zuvor hatte die Polizei bei einer Haussuchung die Überreste des Getöteten gefunden, sie waren in den Betonboden eines Kellers in einem Haus gemauert. Die Festnahme des Tatverdächtigen erfolgte nur zehn Tage vor Ablauf der Verjährungsfrist.

Tennis: Zakopalová erreicht Finale von Florianópolis

Tennisspielerin Klara Zakopalová steht im Finale des WTA-Turniers im brasilianischen Florianópolis. Am Freitag besiegte sie die an Nummer eins gesetzte Spanierin Carla Suárez in drei Sätzen mit 6:3, 3:6 und 6:2. Im Endspiel am Samstag trifft Zakopalová auf eine weitere Spanierin, und zwar auf Garbine Muguruza. Beide trafen in diesem Jahr schon einmal aufeinander: Im Finale von Hobart unterlag Klara Zakopalová damals im Januar.

Für die 32-Jährige Tschechin ist es das zweite Finale innerhalb einer Woche. So stand Zakopalová im Endspiel des Turniers von Rio de Janeiro, unterlag dort aber der Japanerin Kurumi Nara.

Das Wetter am Sonntag, 2. März

Am Sonntag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, vereinzelt hält sich auch eine zähe Hochnebeldecke. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 9 und 13 Grad Celsius, bei Hochnebel nur bis 7 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden bis zu 7 Grad Celsius erreicht.