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Ostrauer Gericht verurteilt Brandstifter von Vítkov zu hohen Haftstrafen
Im Prozess um den Brandanschlag auf eine Roma-Familie haben die vier angeklagten Neonazis hohe Haft- und Geldstrafen erhalten. Drei von ihnen verurteilte das Kreisgericht in Ostrau zu 22 Jahren Haft mit Sonderverwahrung, den Vierten zu 20 Jahren Haft mit Sonderverwahrung. Das Gericht befand die vier Männer des versuchten Mordes und der Sachbeschädigung für schuldig. Bei dem Anschlag waren drei Menschen verletzt worden; die damals zweijährige Natálka erlitt Verbrennungen an 80 Prozent ihres Körpers und wird laut den Ärzten ihr ganzes Leben an den Folgen leiden. Gegen den Urteilsspruch sind die Angeklagten noch vor Ort in Berufung gegangen. Die zuständige Staatsanwältin hat sich hinsichtlich des Urteils Bedenkzeit erbeten.
In der Nacht auf den 19. April vergangenen Jahres hatten die Angeklagten Männer drei Brandsätze in das Haus einer neunköpfigen Roma-Familie im nordmährischen Vítkov geworfen. Das Urteil gegen die vier jungen Männer wird von den Medien in Tschechien mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen hat die Urteilsverkündung live übertragen.
Führende Politiker sind zufrieden mit dem Vítkov-Urteil
Führende Politiker zeigten sich zufrieden mit den hohen Haftstrafen für die Täter des Brandanschlags von Vítkov. Premier Nečas sagte, die Strafe sei gerechtfertigt, da die Tat folgenschwer und verurteilungswürdig sei. Die Tschechische Republik würde in der Steinzeit enden, wenn es möglich sei Häuser mit Kindern von unschuldigen Bürgern anzuzünden, erklärte Außenminister Schwarzenberg. Innenminister John bezeichnete das Urteil als hilfreich im Kampf gegen den Extremismus.
Die Regierung reguliert indirekt die Preissteigerung beim Strom
Die Regierung plant die Verteuerung von Elektrizität im kommenden Jahr durch die Einführung einer 26-prozentigen Abschlagssteuer einzudämmen. Außerdem sollen eine Schenkungssteuer beim Emissionshandel verhängt und die Gebühren erhöht werden für die Umwandlung von Acker- in Solarflächen. Insgesamt würde die Regierung durch die Maßnahmen umgerechnet 436 Millionen Euro einnehmen. Damit wollw die Regierung die erwartete Preissteigerung beim Strom für Haushalte und Unternehmen auf 5,5 Prozent von ursprünglich bis zu 17 Prozent beschränken, sagte Premier Nečas am Mittwoch nach der Kabinettssitzung.
Verantwortlich für die Preisentwicklung ist die hohe Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie.
Vertrauens-Umfrage: Premier Nečas zieht fast mit Präsident Klaus gleich
Präsident Václav Klaus bleibt für die Öffentlichkeit der tschechische Politiker, der das größte Vertrauen genießt. Laut der aktuellen Internetumfrage der Gesellschaft Sanep haben gut 49 Prozent der Befragten Klaus ihr Vertrauen ausgesprochen. Im September hatte das Institut CVVM für den Präsidenten noch eine Unterstützung von 68 Prozent ermittelt. Aus der aktuellen Sanep-Untersuchung geht ebenso hervor, dass Premier Nečas mit 47 Prozent Zuspruch fast das gleiche Vertrauen in der tschechischen Bevölkerung genießt wie Klaus. Bis auf den vorherigen Übergangspremier Fischer genoss bisher kein Regierungschef ein ähnliches Vertrauen.
Tschechische Nationalbank wird Wachstumsprognose nach oben korrigieren
Die Tschechische Nationalbank wird das Wirtschaftswachstum in ihrer neuen Prognose voraussichtlich nach oben korrigieren. Das kündigte der Gouverneur der Nationalbank, Miroslav Singer, auf einem Treffen der Slowakisch-tschechischen Handelskammer an. Genaue Zahlen nannte er noch nicht. Die meisten Indikatoren deuteten jedoch darauf hin, dass die tschechische Wirtschaft auf einem Weg der Belebung sei. Zu einem Einbruch der Konjunktur sei es nur gekommen, da die Nachfrage im Ausland gesunken sei, sagte Singer. In ihrer Augustanalyse war die Nationalbank von einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent für das laufende Jahr und von 1,8 Prozent für das kommende Jahr ausgegangen.
Autohersteller erwarten Produktionsanstieg auf über eine Million Wagen in diesem Jahr
Die Produktion von Autos in Tschechien steigt weiter. Über eine Million Wagen dürften in diesem Jahr in Tschechien vom Band laufen, schätzt der Verband der Autohersteller. Im vergangenen Jahr lag die Produktion noch bei 984.000 Wagen und 2008 bei 948.000 Wagen. Ein Einbruch werde in diesem Jahr nur bei der Fertigung von Bussen erwartet und zwar um 18 Prozent, wie der Vorsitzende des Verbandes der Autohersteller in Tschechien, Antonín Šípek, am Mittwoch bei einer Fachkonferenz in Prag sagte.
„Slawisches Epos“ noch nicht Kulturdenkmal – Prag hat Einspruch erhoben
Der Gemäldezyklus „Slawisches Epos“ von Alfons Mucha ist doch noch nicht zum nationalen Kulturdenkmal erklärt worden. Die Stadt Prag hat Einspruch gegen einige Formulierungen im Entscheid des Kulturministeriums erhoben. Laut einem Sprecher des Kulturministeriums habe der Einspruch formalen Charakter, zudem akzeptiere das Ministerium die Einwände des Prager Magistrats. Bei einer Änderung der Formulierungen könne nach einer 15-tägigen Frist das „Slawische Epos“ endgültig zum nationalen Kulturdenkmal erklärt werden, hieß es.
Die Stadt Prag liegt derzeit im Clinch mit der südmährischen Stadt Moravský Krumlov / Mährisch Krumau um den Ausstellungsort für das Epos. In den vergangenen 60 Jahren waren die 20 großformatigen Bilder im Schloss von Moravský Krumlov zu sehen. Alfons Mucha selbst hatte seinen zwischen 1910 und 1928 entstandenen Zyklus der Stadt Prag vermacht. Bedingung war allerdings, dass die Hauptstadt für die Bilder einen eigenen Pavillon errichtet, was bisher nicht geschehen ist.
Gericht bestraft Handel mit Prostituierten in die Schweiz
Das Kreisgericht in Budweis hat am Mittwoch eine sechsköpfige Gruppe zu Haftstrafen zwischen zwei und acht Jahren verurteilt, weil sie Prostituierte und Drogen in die Schweiz geschmuggelt hat. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Mitglieder dieser Gruppe einem Nachtklub im schweizerischen Wil Prostituierte sowie die Droge Pervitin geliefert haben. Die Polizei hatte die Gruppe auf frischer Tat ertappt.
Zwei Bahnarbeiter sind vom EC zwischen Dresden und Prag erfasst worden
Zwei Bahnarbeiter der Firma Viamont sind am Mittwochnachmittag beim nordböhmischen Prackovice vom Eurocity Hamburg - Budapest erfasst worden. Beide Arbeiter im Alter von 56 und 57 Jahren waren auf der Stelle Tod. Der Zugverkehr zwischen Dresden und Prag stand teilweise für rund zwei Stunden still. Um 16:20 konnte der Bahnverkehr wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, hieß es seitens der Bahn. Die Unfallursache ist noch unklar.
Den Grand Prix Zlatá Praha erhält BBC-Produktion Ballet Boyz
Den Hauptpreis Grand Prix Zlatá Praha beim gleichnamigen Fernsehfestival für Musiksendungen hat die britische BBC mit ihrem Beitrag Ballet Boyz „Die Frühlingsweihe“ gewonnen. Die international besetze Jury lobte die Tanzgruppe für ihre „radikal neue Interpretation“ des Werkes von Igor Strawinsky. Das Festival fand bereits zum 47. Mal statt und wurde im Prager Žofín-Palast ausgerichtet.
Das Wetter am Donnerstag, 21.10.:
Am Donnerstag ist es in Tschechien wechselnd bewölkt mit Regenfällen, in Lagen über 600 Metern Schnee oder Schneeregen. Die Tageshöchsttemperaturen: 4 bis 8 Grad Celsius.







