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Vatikan bestätigt gegenüber Präsident Klaus den Papstbesuch im September

Papst Benedikt XVI. wird im September nach Tschechien reisen. Dies gab am Samstag der Heilige Stuhl anlässlich des Besuchs des tschechischen Präsidenten Klaus bekannt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird vom 26. bis zum 28. September Prag, Brünn und Starý Boleslav besuchen. Der Papst folge damit der Einladung des tschechischen Präsidenten und der Tschechischen Bischofskonferenz, hieß es. Weitere Details zum Reiseplan sind noch nicht bekannt. Es handelt sich um die 13. Auslandsreise des Papstes. Zuletzt war Benedikts Amtsvorgänger Johannes Paul II. 1997 zu Besuch in Tschechien.

Ex-Premier Topolánek in Warschau: „Der Lissabon-Vertrag ist tot“

Der ehemalige tschechische Premier Topolánek bezeichnete am Samstag den EU-Reformvertrag von Lissabon als „tot“. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der polnischen Nationalkonservativen in Warschau sagte Toplánek, der Lissabon-Vertrag entspreche nicht der europäischen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts; die wahre Debatte über die Gestalt der Europäischen Union stehe noch bevor. Bürgerdemokraten-Chef Topolánek, der Vorsitzende der polnischen Nationalkonservativen, Ex-Premier Jaroslaw Kaczynski, und der Chef der britischen Konservativen, David Cameron, wollen eine gemeinsame Fraktion im Europäischen Parlament gründen. Vor wenigen Wochen hatte Topolánek noch für eine Ratifizierung des Lissabon-Vertrags geworben.

Cyril Svoboda ist neuer Parteichef der Christdemokraten

Der neue Parteichef der Christdemokraten (KDU-ČSL) ist der vorherige Regionalminister Cyril Svoboda. Auf dem Parteitag im mährischen Vsetín erhielt er in der zweiten Wahlrunde 157 Stimmen, sein Konkurrent, der Europaabgeordnete Jan Březina, erhielt 127 Stimmen. Der bisherige Parteichef Jiří Čunek ist in der ersten Runde ausgeschieden ebenso wie die Abgeordnete Šojdrová. Cyril Svoboda war bereits in den Jahren 2001 bis 2003 Parteichef der Christdemokraten.

Für Aufsehen hatte im Vorfeld die Absicht des ehemaligen Finanzministers Kalousek gesorgt, aus der christdemokratischen Partei auszutreten. Er plant die Gründung einer eigenen Mitte-Rechts-Partei.

Sozialdemokraten begrüßen Wahl Svobodas zum Christdemokraten-Chef

Sozialdemokraten-Chef Paroubek hat die Wahl Cyril Svobodas zum neuen Vorsitzenden der Christdemokraten begrüßt. Svoboda habe sich in seiner Rede von der Regierungskoalition mit den Bürgerdemokraten distanziert, indem er einen einheitlichen Steuersatz ablehne und sich für eine gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren aussprach. Grünen-Chef Bursík hingegen konstatierte, dass sich die Christdemokraten mit ihrem neuen Vorsitzenden eher von den grünen Positionen entfernen würden.

Sudetendeutsche rufen tschechische Politiker erneut zum Dialog auf

Mit einem Appell an die tschechische Politik zu einem fairen Dialog ist am Samstag in Augsburg der 60. Sudetendeutsche Tag eröffnet worden. Bundesinnenminister Schäuble (CDU) sagte, man dürfe das Leid der Vertriebenen nicht vergessen, zugleich müsse man aber nach vorne blicken und die Aussöhnung in Frieden im Auge behalten. Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, forderte wörtlich eine Beseitigung der „Schlagbäume in den Hirnen der Prager Politiker“. Sie verweigerten immer noch einen Dialog mit den Sudetendeutschen. Zu einem Gefühl europäischer Zusammengehörigkeit gehöre auch die ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen an den Deutschen, sagte Pany. Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, forderte erneut die Aufhebung der „Benes-Dekrete“. Mit ihnen war die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg für rechtmäßig erklärt worden.

Umfrage: Laut 85 Prozent sind die Beziehungen zwischen Roma und Mehrheitsgesellschaft schlecht

Das Zusammenleben zwischen der Roma-Minderheit und der übrigen tschechischen Gesellschaft bewertet die Mehrheit der Bürger als schlecht. Das geht hervor aus der aktuellen Umfrage des Instituts CVVM. 85 Prozent der Befragten betrachten die Beziehungen als schlecht. Damit wird das Zusammenleben zwischen Roma und Mehrheitsgesellschaft so kritisch gesehen, wie seit 1997 nicht mehr. Rund die Hälfte der Befragten sehen allerdings schlechtere Bedingungen für Roma auf dem Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Leben.

Ein als orthodoxer Jude verkleideter Mann überfiel einen Sicherheitsdienst

Ein als orthodoxer Jude verkleideter Mann hat am Freitagabend gemeinsam mit einem Komplizen einen Sicherheitsdienst in Čestlice bei Prag überfallen. Der mit einer Pistole bewaffnete, verkleidete Mann bedrohte einen Angestellten des Sicherheitsdienstes und forderte die Herausgabe eines Koffers mit mehreren Millionen Kronen. Die Täter konnten mit ihrer Beute entkommen, eine im Koffer installierte Sicherheitseinrichtung vernichtete allerdings mit einer Explosion die Banknoten. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht stellen.

Tatra will rund 450 Angestellte entlassen

Rund 450 Angestellte will der tschechische Hersteller von Nutzfahrzeugen Tatra Ende Juni entlassen. Das meldet die Zeitung „Právo“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Entlassungen betreffen über 200 Angestellte der Mutterfirma sowie weitere 250 Mitarbeiter der Tochtergesellschaften. Damit Tatra überleben könne, müsse eine personelle Verschlankung erfolgen, sagte Generaldirektor Ronald Adams.

Ausstellung „20 Jahre Freiheit. Deutschland sagt danke“ auf dem Wenzelsplatz zu sehen

Auf dem Prager Wenzelsplatz erinnert das deutsche Auswärtige Amt seit Freitag mit einer multimedialen Präsentation an die politischen Umbrüche in Europa vor 20 Jahren. Die Wanderausstellung „20 Jahre Freiheit. Deutschland sagt danke!“ stellt die Ereignisse von 1989 in Mittel- und Osteuropa sowie ihre Bedeutung für die Einheit Deutschlands und Europas dar. Sie wird begleitet von verschiedenen musikalischen und künstlerischen Beiträgen. Am Montag wird Bundesaußenminister Steinmeier zusammen mit seinem tschechischen und slowakischen Amtskollegen die Ausstellung besuchen. Während seines zweitägigen Aufenthaltes in Tschechien stehen ebenso Verhandlungen über den Lissabon-Gipfel der EU an. Geplant ist auch ein Treffen mit dem früheren Dissidenten und Präsidenten Václav Havel.

Das Wetter

Auch am Sonntag ist es in Tschechien den ganzen Tag über bewölkt. Örtlich Regen und Regenschauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 13 bis 17 Grad Celsius.