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Streit bei den Grünen: Dalibor Stráský tritt als Chef des Republikrates zurück

Der Vorsitzende des Republikrates der Grünen, Dalibor Stráský, ist am Sonntag von seiner Funktion zurückgetreten, bleibt aber weiterhin Mitglied des Rates. Der Grund für Stráskýs Rücktritt steht im Zusammenhang mit der Suche nach einem Nachfolger für den seit zwei Monaten vakanten Posten des Schulministers. Er sehe keinen Spielraum für eine Einigung über die Kompetenzen des Republikrates und der anderen Parteiorgane zur Wahl eines Kandidaten, sagte Stráský. Grünen-Chef Bursík möchte durchsetzen, dass der Parteivorstand zusammen mit den Parlamentsabgeordneten den Kandidaten bestimmt. Nominiert ist zurzeit Olga Zubová, die als parteiinterne Gegnerin von Bursík gilt. Bursík möchte einen Kandidaten aus dem akademischen Umfeld durchsetzen. Innerhalb der kommenden Woche soll laut Premier Topolanek die Nachfolge geklärt sein.

Politologen: Bürgerdemokraten haben Programm vernachlässigt

Nach Ansicht führender tschechischer Politologen haben sich die Bürgerdemokraten (ODS) auf ihrem Prager Kongress am Samstag im Wesentlichen mit innerparteilichen Auseinandersetzungen befasst. Dabei seien die programmatischen Fragen vernachlässigt worden. So habe die ODS versäumt an die Wähler eine Botschaft auszusenden, was sie in der verbleibenden Legislaturperiode erreichen möchte, sagte Tomáš Lebeda von der Akademie der Wissenschaften. Der Politologe Petr Just geht davon aus, dass die Geschlossenheit der Partei nicht lange anhalten werde. Vor allem die innerparteiliche Plattform um den ehemaligen Finanzminister Vlastimíl Tlustý werde weiterhin abweichende Meinungen vertreten, sagte Just.

Bayerischer Innenminister: „Grenzöffnung kommt etwas zu früh“

Der Wegfall der Grenzkontrollen zu Tschechien und Polen am 21. Dezember kommt nach Ansicht des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) zu früh. Ein bis zwei Jahre mehr Zeit wären sinnvoll gewesen, um noch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, schrieb Herrmann in der „Bild am Sonntag“. Gebraucht werde zum Beispiel schnell ein DNA-Abgleich unter allen Schengen-Staaten, wie das mit Spanien und Österreich erfolgreich gemacht werde. An der Sicherheit in den Grenzgebieten werde es aber keine Abstriche geben. Man werde keinen einzigen Polizisten aus den Grenzbezirken zu Tschechien abziehen, schrieb der bayerische Innenminister Herrmann.

EU-Reform im Weinbau: Einigung möglicherweise bis Ende des Jahres

In der Auseinandersetzung um eine Reform der EU-Vorschriften zum Weinbau ist möglicherweise eine Einigung bis Ende des Jahres in Sicht. Das meldete die Presseagentur CTK unter Berufung auf diplomatische Kreise. Umstrittene Fragen betreffen vor allem die mitteleuropäischen Winzerbetriebe in Tschechien und Deutschland. So soll nach dem Vorschlag der EU-Kommission unter anderem die Beimischung von Zucker verboten werden, die in kälteren Regionen oft unerlässlich ist. Ebenso wird von Tschechien und Deutschland die Vereinheitlichung der Etikettierung kritisiert. Die EU-Regelungen zum Weinbau werden eines der Hauptthemen auf dem Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am Montag sein.

Kongress in Prag: Europäischen Linke wählt Lothar Bisky zum Vorsitzenden

Die Europäische Linke (EL) hat am Samstag bei einem EL-Kongress in Prag den deutschen Linkspolitiker Lothar Bisky zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Bisky will den Zusammenschluss von mittlerweile 30 Mitglieds- und Beobachterparteien der EL in den Europawahlkampf 2009 führen. Er bewarb sich als einziger Kandidat um den Vorsitz. Mit Verwunderung reagierten die europäischen Teilnehmer auf die Abwesenheit tschechischer Medien. Milan Neubert, Vorsitzender der Partei des demokratischen Sozialismus (SDS), meinte, man sei es in Tschechien gewöhnt, dass die Meinungen der radikalen Linken gefiltert würden. Die EL existiert seit 2004 und ist im EU-Parlament die sechstgrößte Fraktion. Am Kongress in Prag nahmen rund 200 Delegierte aus Europa teil.

Strom für tschechische Haushalte wird um 10 Prozent teurer

Elektrizität wird für tschechische Haushalte im kommenden Jahr durchschnittlich um 10 Prozent teurer. Das sagte am Sonntag der Vorsitzende der Regulierungsbehörde für Energie, Josef Fiřt, im Tschechischen Fernsehen. Die Grundgebühren sollen nach Schätzungen von Experten um vier bis fünf Prozent steigen. Der größte tschechische Energiekonzern CEZ hat bereits eine Teuerung für Energie von über 14 Prozent angekündigt. Weitere große Energieanbieter wollen die Entscheidungen der Regulierungsbehörde am kommenden Montag abwarten.

WM-Qualifikation: Tschechische Fußballnationalmannschaft trifft auf Slowakei

Die tschechische Fußballnationalmannschaft trifft in der Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf die Slowakei. Das ergab am Sonntag die Auslosung im südafrikanischen Durban. Ebenso wird die tschechische Auswahl auf Polen, Nordirland, Slowenien und San Marino treffen. Tschechien hat die Slowakei in der gerade beendeten EM-Qualifikation zwei Mal geschlagen.

Ski-Weltcup: Tschecho-Kanadier Hudec gewinnt

Der Kanadier tschechischer Herkunft, Jan Hudec, hat am Samstag beim alpinen Ski-Weltcup im heimischen Lake Louise den ersten Platz belegt. Nach drei Knie-Operationen feierte Vizeweltmeister Hudec damit seinen Comeback-Coup.

Hydrometeorologisches Institut warnt vor Sturm und Schneeverwehungen

Das Hydrometeorologische Institut warnt vor Sturm und Schneefall in den Bergregionen Tschechiens. Gegen Abend und in der Nacht können sich in den höheren Lagen Schneeverwehungen bilden. Am Montag und Dienstag gilt die Warnung auch in niedrigeren Lagen. Örtlich ist mit bis zu 30 Zentimetern Schnee zu rechnen. Meteorologen empfehlen den Autofahrern vorsichtig zu fahren, Schneeketten bereit zu halten und den Verkehrsfunk zu verfolgen.

Das Wetter

Auch zu Wochenbeginn bleibt es in Tschechien bedeckt mit Regen oder Schneefall. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 0 bis 4 Grad Celsius.