Brno-Turany steigt dank neuen Terminals zum internationalen Flughafen auf
Nach dem EU-Beitritt im Mai 2004 hat sich die Tschechischen Republik auf internationalem Terrain noch zwei große Ziele gestellt: den Beitritt zur Europäischen Währungsunion und den Beitritt zum Schengen-Raum. Letzteres hat mit der von Brüssel aus verkündeten Verschiebung zwar einen kleinen Dämpfer bekommen, doch nichtsdestotrotz laufen die tschechischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Das auf dem Flughafen in Brno / Brünn eröffnete neue Terminal ist dafür das beste Beispiel.
"Jetzt dürfen wir eigentlich festhalten, dass diese Investitionen überflüssig waren und man dieses Geld hätte anderweitig nutzen können", sagte Vondra.
Auch wenn der Ärger über die Verschiebung des Schengen-Beitritts verständlich ist, viele der damit verbundenen Investitionen kommen den Tschechen und ihren Gästen auch so zu Gute. Zum Beispiel die am Montag auf dem Brünner Flughafen Turany eröffnete neue Abfertigungshalle. Dank ihr wird der zweitgrößte Start- und Landeplatz in Tschechien ab dem 1. Januar nächsten Jahres in das Verzeichnis der internationalen Flughäfen der Europäischen Union aufgenommen. Jaroslav Pospisil, der Landrat für Verkehr des Südmährischen Kreises, verweist auf weitere Vorteile des neuen Terminals:
"Das Terminal ermöglicht, die europäischen Bürger so abzufertigen, wie sie es für den Schengen-Raum gewohnt sind. Auch wenn wir jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und sich das Datum unseres Beitritts auf einen noch unbestimmtem Termin verschiebt, war es doch wichtig, sich schon vorher darauf vorzubereiten. Schon deshalb, damit der Flughafen Brno-Turany kein Nadelöhr wird für den Zugang zum Südmährischen Landkreis."
In der Tat: In diesem Jahr rechnet der Brünner Flughafen mit knapp 400.000 Passagieren, die über ihn befördert werden. Das sind rund drei Mal so viele wie noch vor zwei Jahren. Einem solchen Aufkommen war das alte, unmoderne Terminal nicht mehr gewachsen. "Mit der Errichtung des Terminals haben wir de facto die größte Investition seit Bestehen des Landkreises realisiert", verkündete Landrat Pospisil stolz. Er vergaß aber nicht hinzuzufügen, dass man sich davon auch einen wesentlichen Schub für die Entwicklung der Region, sowohl auf wirtschaftlichem als auch auf touristischem Gebiet verspreche. Und deshalb sei der Landkreis auch gern bereit gewesen, die Summe von 237 Millionen Kronen (ca. 8,3 Millionen Euro) in den Bau der Abfertigungshalle zu investieren, ergänzte Pospisil. Weitere 1,8 Millionen Euro sind aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geflossen.Diese Ausgaben haben sich aber offensichtlich gelohnt. Staatspräsident Vaclav Klaus jedenfalls war bei der feierlichen Einweihung des Terminals von dem Neubau, der die Form einer großen Blase hat, sehr angetan. Begeistert verlautbarte er, in Brünn nun einen ernsthaften Kandidaten für die Ausrichtung des Präsidententreffens der mitteleuropäischen Initiative zu sehen, das im kommenden Jahr in Tschechien stattfinden wird. Bis dahin wird Brünn vermutlich auch schon auf mehr als die drei Fluglinien verweisen, mit denen man derzeit von hier aus direkt nach Prag, München und London gelangen kann.







