Museum der Überlebenden in Oskar Schindlers Fabrik in Brněnec: Politiker sagen Unterstützung zu

Im Ort Brněnec, das auf Deutsch Brünnlitz hieß, wurde vor einem Jahr ein Museum der Überlebenden eröffnet. Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler. Ihre Unterstützung für das Museumsprojekt brachten vor kurzem auch die Politiker aus der Region zum Ausdruck.

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Die Fabrik, in der Oskar Schindler während des Zweiten Weltkriegs rund 1200 Juden das Leben gerettet hat, gehörte ursprünglich der Familie Löw-Beer. Ein Nachkomme der berühmten Brünner Unternehmerfamilie, Daniel Löw-Beer, kaufte vor einigen Jahren das heruntergekommene Fabrikareal. Er gründete zudem eine Stiftung, um eine Gedenkstätte in Brněnec einzurichten. Vor kurzem wurde eine neue Ausstellung über Oskar Schindler und seine Frau Emilie feierlich im Museum der Überlebenden eröffnet. Mit dabei waren auch einige Politiker aus der Region. Sie brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, das Projekt in Brněnec zu unterstützen.

David Šimek (parteilos) ist Senator und Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Svitavy, dem Geburtsort von Oskar Schindler. Im Museum der Überlebenden sagte er, er wolle Daniel Löw-Beer seinen Respekt zollen. Und weiter:

David Šimek | Foto: Jan Ptáček,  Tschechischer Rundfunk

„Als wir uns vor drei Jahren kennengelernt haben, erzählte mir Daniel, was er alles hier in diesem Areal verwirklichen möchte. Es freut mich sehr, dass es inzwischen gelungen ist, die Pläne in die Tat umzusetzen. Svitavy sowie Brněnec sind mit der Persönlichkeit von Oskar Schindler eng verbunden. Er ist in der Öffentlichkeit sehr bekannt. Jedoch nur wenige Menschen wissen, dass eine treibende Kraft bei seinen Bemühungen um die Rettung der Juden seine Frau Emilie war. Darum bin ich froh, dass ihr eine neue Ausstellung gewidmet ist.“

Erika Rosenberg und Daniel Löw-Beer | Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

David Šimek sagte, er bedanke sich im Voraus bei allen denjenigen, die nach finanzieller Unterstützung für die Gedenkstätte suchen. Und der Senator merkte an:

„Wenn man sich das Areal anschaut, sieht man, dass es noch viel Geld kosten wird, um es für die nächsten Generationen erhalten zu können.“

Die Gemeinde Brněnec liegt im Kreis Pardubice. Petra Šimečková (Bürgerdemokraten) ist dort Kreisrätin für Tourismus. Das frühere Fabrikareal berge ein großes Potenzial nicht nur für den Fremdenverkehr, sondern vor allem auch für die Jugendbildung, sagte Šimečková. Sie habe, wie sie anmerkte, jahrelang als Lehrerin gearbeitet.

„Je mehr Zeit seit des Zweiten Weltkriegs vergeht, desto wichtiger ist es, an seine Schrecken zu erinnern. Wir bemühen uns, Kontakte zu anderen Institutionen und Museen auch außerhalb unseres Kreises zu knüpfen, um diese Gedenkstätte bekannter zu machen. Die Kreisverwaltung von Pardubice wird auch künftig das Projekt unterstützen.“

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Für die rund 1400 Einwohner zählende Gemeinde Brněnec habe das Gelände der früheren Schindlers Fabrik große Bedeutung, sagte Eva Kozáková (parteilos). Sie ist stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde.

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

„Denn Brněnec wird dadurch nach Jahren wieder bekannter in der Welt. Zum ersten Mal erlangten wir nach dem Erfolg des Films ,Schindlers Liste‘ eine gewisse Berühmtheit im Ausland. Unsere Gemeinde ist zwar klein, aber mehrere historische Ereignisse haben hier bedeutende Spuren hinterlassen. In der Vergangenheit war Brněnec, gemessen an seiner Größe, eine der am stärksten industrialisierten Gemeinden im Land. Einen großen Anteil daran hatte die Unternehmerfamilie Löw-Beer. In der Gemeinde spielte sich anschließend die Geschichte der jüdischen Zwangsarbeiter ab, die in diesen Räumlichkeiten, in denen wir uns gerade befinden, von Oskar Schindler gerettet wurden.“

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Eva Kozáková betont, die Gemeindeverwaltung sei froh, wenn sie das Projekt der Gedenkstätte irgendwie unterstützen könne.

„Eines der konkreten Dinge, mit denen wir das Projekt unterstützen, ist die Errichtung eines Informationszentrums. Wir würden es gern gemeinsam mit dem Museum betreiben. Im Infozentrum wird auch das Büro von Oskar Schindler nachgestellt. Dieses soll das Museum ergänzen.“

Das Museum der Überlebenden in Brněnec ist vom 9. Mai bis 10. Oktober geöffnet, und zwar immer mittwochs bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Mehr erfahren Sie unter www.arksfoundation.net.