Hochwasser als politische Munition
Das dominierende Thema des aktuellen Zeitgeschehens in Tschechien liegt auf der Hand: Das Hochwasser. Schon wieder, muss man sagen, denn seit dem verheerenden Hochwasser 2002 sind erst knappe vier Jahre vergangen. Das diesjährige Hochwasser in Tschechien hat zwar noch nicht das Ausmaß von damals angenommen, ist aber bei weitem noch nicht zu Ende. Und schon gibt es sie zu hören - nämlich die Schuldzuweisungen, namentlich an die Adresse der Regierung, die die aus dem Hochwasser 2002 gezogenen Konsequenzen nicht umgesetzt haben soll. Die kritischen Stimmen kommen, versteht sich, vor allem aus dem oppositionellen Lager. Mehr dazu von Jitka Mladkova im folgenden Beitrag:
Die Amtskollegen des Landkreisvorsitzenden von Usti nad Laben sprachen Unisono: Die Regierung habe die nach de Hochwasser 2002 gemachten Versprechungen nicht erfüllt. Premier Paroubek wies jedoch die Kritik zurück und verwies u.a. darauf, dass die Probleme bei weitem nicht nur mit Geld zu meistern sind:
"Im Hinblick auf den komplizierten Charakter der Angelegenheit, das heißt auf die Vorbereitung bzw. Änderung von Plänen für die betroffenen Gebiete, ist festzustellen, dass sich die Dinge nicht so schnell fortbewegen werden, wie es man es gerne hätte. Ich persönlich dachte mir z.B., dass die Hochwasserschutzbarrieren in Prag bereits bis Ende des Jahres 2003 zur Verfügung stehen würden. Es muss aber parallel dazu so vieles vorbereitet werden, sodass man, glaube ich, bis heute damit beschäftigt ist."Der Tag, an dem das Hochwasser 2006 bilanziert wird, ist noch nicht gekommen, doch es steht fest: Schon jetzt will man daraus für die im Juni anstehenden Parlamentswahlen Kapital schlagen, und die Frontlinien zwischen den Rivalen verhärten sich mit jedem Tag zunehmend. Zwei von ihnen trafen schließlich am Donnerstag vergangener Woche in Usti nach Labem aufeinander: der Bürgermeister und Wahlkandidat der oppositionellen ODS, Petr Gandalovic, und der sozialdemokratische Kandidat in derselben Stadt - Premier Jiri Paroubek.