Karel Husa: Der Komponist, den die Kommunisten vergessen machen wollten
Der Komponist und Dirigent Karel Husa ist viel bekannter im Ausland als in Tschechien. Der US-amerikanische Künstler tschechischer Herkunft wurde für seine Werke mit dem Pulitzer- und dem Grawemeyer-Preis geehrt. Am 7. August wäre Husa 100 Jahre alt geworden.
Karel Husa stammte aus Prag. Er studierte am Prager Konservatorium und an der Musikakademie. 1947 ging er nach Paris, um bei Arthur Honegger und Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Nach dem kommunistischen Umsturz von 1948 kehrte er nicht mehr in die Tschechoslowakei zurück und bliebt stattdessen in Frankreich. Dies lastete ihm das hiesige Regime an. Das heißt, dass Husas Kompositionen 40 Jahre lang nicht auf den Konzertpodien in der Tschechoslowakei aufgeführt werden durften. 1954 bot die Cornell University in Ithaka (Staat New York) Karel Husa eine Professorenstelle an. Deswegen siedelte der Komponist in die USA über. Dort lehrte er dann Komposition, Musiktheorie und Dirigieren. Bis 1992 war er an der Universität in Ithaka tätig.
1968 schrieb Husa als Protest gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Warschauer-Pakt-Staaten seine inzwischen legendäre „Musik für Prag 1968“. In seiner Heimat konnte er das Werk erst nach der Samtenen Revolution aufführen – und zwar im Februar 1990.
Ginge man von der Staatsbürgerschaft aus, müsste man Husa als US-amerikanischen Komponisten bezeichnen. In seiner Seele und seinem Schaffen ist er jedoch Tscheche geblieben. Viele seiner Kompositionen widmete er direkt der Stadt Prag. Der Dramaturg des Prager Sinfoniker, Martin Rudovský, merkt dazu an, Zitat:
„Wie weitere namhafte tschechische Komponisten verband Husa tschechische Traditionen mit der Musik der Welt. Er arbeitete die suggestive Musiksprache seines Mentors Arthur Honegger in eine besondere Ausdrucksweise um. Diese enthält sowohl viel Zärtlichkeit als auch raue Elemente.“
Anlässlich des 100. Geburtstags von Karel Husa erschien beim Label Supraphon in der Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester der Hauptstadt Prag ein neues Album. Dieses enthält die Kompositionen „Musik für Prag 1968“, „Drei Fresken“ und die Symphonie Nr. 2, genannt die „Spiegelung“.







